YogiFotos

Fotografische Spielereien

Kontaktdaten / Impressum

Am Bildstock 56

68642 Bürstadt

Alle hier angebotenen Bilder unterliegen dem Urheberrecht. Ein un­er­laub­tes Ko­pie­ren und Wei­ter­ver­wen­den ist nicht ge­stat­tet.

187532

 


Tipps


 

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen ein paar Tipps bzw. Erläuterungen rund um das Thema Fotografie geben. Die Tipps sind im Laufe der Jahre entstanden und spiegeln meine persönlichen Erfahrungen wider.

 

 

Inhaltsverzeichnis


 

Abkürzungen

Baustellenstrahler versus Blitzanlage

Bedeckter Himmel

Beugungsunschärfen / Förderliche Blende

Bildbewertung

Bildgröße und -qualität

Bildrauschen, was ist das?

Bildschärfe versus Bildrauschen

Blaue Stunde

Blitzen

Brennweite

Chromatische Aberrationen

Colourkeys

Cropfaktor = Brennweitenverlängerung?

Details herausarbeiten

Feuerwerk

Fokussieren, aber richtig

Fotoprogramme

Freistellen

Geduld

Gitter ausblenden

Hartes / weiches Wasser

HDR

Highkey / Lowkey

Hintergrund schwärzen

Interessante Links

Kamera mit Teleobjektiv richtig halten

Kerzen

Kompakt- oder Spiegelreflexkamera?

Konzertfotografie

Kurztipps

Licht und Schatten

Liebling, stell dich mal vors Gebäude

Makro und Wackeldackel

Minimalismus

Nahlinse

Nebel

Objektiv mit Wackeldackel oder lieber doch nicht?

Personen entfernen

Perspektive

Polfilter

Rahmen

RAW-Konverter

Rauschunterdrückung durch Mehrfachbelichtung

Schärfentiefe bei Makros

Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?

Schnee

Schriftfonts

Sensorgrößen

Sonnenuntergang

Speichern

Spotmessung

Stativ am Tag

Stil

Tageslicht / Helligkeit

Tropfenbilder

Vergrößern

Verkleinern, aber richtig

Verwacklungsrechner

Warum nicht jedes Vollformatobjektiv an Crop-Kameras passt

Weißabgleich bei Mischlicht

Weniger ist manchmal mehr

Wolken einfügen

Zoomobjektiv oder Festbrennweite?

Überschärfen

 

 

Abkürzungen


 

Ist es nicht schon schwer genug, die einzelnen fotografischen Fachbegriffe zu kennen, so gibt es zudem noch eine ganze Reihe an Abkürzungen. Hinter manchen Abkürzungen verbirgt sich oft ein englisches Wort und/oder eine firmeneigene Bezeichnung. Da ich schon sehr häufig auf deren Bedeutung angesprochen wurde, möchte ich hier eine kleine übersicht der häufigsten Abkürzungen anbieten.

 

Abkürzung

Ausgeschrieben

Bedeutung

A(v)

Aperture Prioirity (value)

Programm für Zeitautomatik

AF

Automatic Focus

Automatik zum Scharfstellen

AF.A

Automatic Autofocus

Kamera entscheidet selbst, ob sie AF.C oder AF.S einsetzt

AF.C

Continuous Autofocus

Kamera regelt Fokussierung ständig nach

AF.S

Single Autofocus

Kamera behält eingestellte Fokussierung

AF-C

Automatic Focus

Automatik zum Scharfstellen

AF-I

Automatic Focus coreless integrated motor

Objektiv mit kernlosem Motor (Nikon)

AF-S

Automatic Focus Silent Wave-Motor

Objektiv mit Ultraschallmotor (Nikon)

AE

Automatic Exposure

Programm für Belichtungsautomatik

AI

Advanced Integrated Focus

Automatische Scharfstellung

APO

Apochromat

Korrektur der drei Grundfarben

ARW

Alpha Raw File Format

Rohdatenformat (Sony)

ASA

American Standards Association

ältere Maßeinheit für die Empfindlichkeit, identisch zu ISO

B

Bulb

Langzeitbelichtung

BQ

Bildqualität

Bildqualität

BEA

Bearbeitung

Bildbearbeitung mit entsprechender Software am Computer

BKT

Bracketing

Belichtungsreihe

BSI

Back Side Illumination

Rückwärtige Belichtung

CA

Chromatische Aberration

Linsenfehler, der zu Farbsäumen führt

CCD

Charge coupled Device

Sensor

CF (-Card / -Karte)

Compact Flash (-Card / -Karte)

Speicherkarte

CLS

Creative Lightning System

Blitzbelichtungssystem (Nikon)

CMOS

Complementary Metal Oxide Semiconductor

Sensor

CMYK

Cyan, Magenta, Yellow, Key

Subtraktives Farbmodell

CRW

Canon Raw

Rohdatenformat (Canon)

CT

Cross-Type

Kreuzsensor zur Entfernungsmessung

DEP

Depth

Schärfentiefe

DOF

Depth of Field

Schärfentiefe

DPI

Dots per Inch

Punkte pro Zoll / Druckmaß

DSLR

Digital Single Lens Reflex

Digitale Spiegelreflexkamera

DSP

Digital Signal Processor

In Kameras eingesetzter Prozessor

DX

Digital?

Format digitaler Kameras von Nikon (halbe Größe wie FX)

EBV

Elektronische Bildverarbeitung

PC-Programm zur Nachbearbeitung digitaler Bilder

ED

Extra low Dispersion

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

EF

Electro-Focus

Canon-Bajonett fürs Vollformat

EFS

Elector-Focus Short-Back

Canon-Bajonett fürs Halbformat (APS-C)

EOS

Electro Optical System

Autofokuskamera (Canon)

ESP

Electro Selective Pattern

Mehrfeldmessungen

EV

Exposure Value

Lichtwert / Modus zum über- / Unterbelichten

EVIL

Electronic Viewfinder Interchangeable Lens

Kamera mit Wechselobjektiven, aber ohne Schwingspiegel

EXIF

Exchangeable Image File Format

Standardformat für Aufnahmeparameter

F

Fokussierzahl

Brennweite

FB

Festbrennweite

Festbrennweite

FT

Four Thirds

Standard, speziell für Objektivanschlüsse

FX

Full?

Vollformat (Kleinbild) von Nikon

GB

Großformat

Aufnahmeformat / Sensor > Mittelformat

GPS

Global Position System

Infos zum Aufnahmeort können gespeichert werden

HSM

Hyper Sonic Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Sigma)

IF

Innenfokussierung

Beim Scharfstellen wird die Objektivgröße nicht verändert

IS

Image Stabilisation

Reduziert Verwackelungen (Canon / Olympus)

ISO

International Organization for Standardization

Wert für Lichtempfindlichkeit

JPEG

Joint Photographic Experts Group

8-Bit-Dateiformat für Bilder mit verlustbehafteter Kompression

KB

Kleinbild

Aufnahmeformat / Sensor = Vollformat

LD

Low Dispersion

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

LDR

Low Dynamic Range

Gegenteil zu HDR

LED

Light Emitting Diode

Leuchtdiode

M(F)

Manual (Focus)

Ermöglicht manuelles Einstellen der Entfernung / Zeit / Blende

MF

Mittelformat

Aufnahmeformat / Sensor > Kleinbild

MFT

Micro Four Thirds

Standardsystem für siegellose Kameras

MM

Micro Motor

Objektivmotor (Canon)

MP

Megapixel

Eine Million Bildpunkte

NEF

Nicon Electronic Format

Rohdatenformat (Nikon)

ND-Filter

Neutraldichtefilter

Graufilter

OIS

Optical Image Stabilizer

Reduziert Verwackelungen (Leica)

OS

Optical Stabilizer

Reduziert Verwackelungen (Sigma)

PIC

Picture

Bild

PIX

Pixel

Bildpunkt

PS

Photoshop, seltener Paint Shop

Professionelles Bildverarbeitungsprogramm

RAW

= englisch für roh

Das Rohdatenformat der Kameras

RGB

Rot, Grün, Blau

Farbmodell, bestehend aus den drei Grundfarben

SD (-Card / -Karte)

Secure Digital Memory (-Card / -Karte)

Speicherkarte

SDHC

SD - High Capacity

Speicherkarte mit hoher Kapazität

SDM

Supersonic-Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Pentax)

SLR

Single Lens Reflex

Analoge Spiegelreflexkamera

SMC

Super Multi Coating

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

SNR

Signal-to-noise ratio

Rauschabstand

SoBo

Softbox

Geschlossener Reflektor bei Blitzanlagen

SR

Shake Reduction

Reduziert Verwacklungen (Pentax)

sRGB

Standard RGB

leicht eingeschränkter Farbraum

SSM

SuperSonic Motor

Ultraschallmotor (Sony)

SWM

Silent Wave Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Nikon)

SWW

Superweitwinkel

Objektiv mit ca. 16 - 24 mm Brennweite

Tele

griechisch für fern

Objektiv für große Entfernungen

TIFF

Tagged Image File Format

Dateiformat für Bilder ohne Qualitätseinbußen

TM

Tone Mapping

Verfahren zur Dynamikkompression

TTL

Through the Lens

Belichtungsmessung erfolgt durch das Objektiv

T(v)

Time (Value)

Programm für Blendenautomatik

T&S

Tilt und Shift

Objektiv, das verschoben und verschwenkt werden kann

UD

Ultra Low Dispersion

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

USM

Ultra Sonic Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Canon)

UWW

Ultraweitwinkel

Objektiv mit ca. 10 -24 mm Brennweite

Visa

Visagistin

Wird bei der Modellfotografie benötigt

VC

Vibration Compensation

Reduziert Verwackelungen (Tamron)

VR

Vibration Reduction

Reduziert Verwacklungen (Nikon)

WA

Weißabgleich

Weißabgleich

WB

White-Balance

Weißabgleich

WW

Weitwinkel

Objektiv mit ca. 24- 35 mm Brennweite

XR

Extra Refractive Index Glas

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

ZR

Zwischenring

Vergrößert bei Objektiven den Abbildungsmaßstab

ZV

Zentralverschluss

Einfacher Verschluss bei Kameras

 

 

Baustellenstrahler versus Blitzanlage


 

Oft höre ich den Wunsch, ein Fotostudio zuhause möglichst preisgünstig einzurichten. Dem ist eigentlich nicht zu widersprechen. Aber bei Baustellenstrahlern als Beleuchtungsquelle hört bei mir der Spaß auf, denn sie haben folgende Nachteile:

 

 

Gerade der letzte Punkt wird oft nicht verstanden, da viel meinen, dass ein 1.000-Watt-Baustellenstrahler doch genau so hell sei, wie eine 1.000-Watt-Blitzanlage. Und genau das ist total verkehrt. Die 1.000 Watt des Baustellestrahlers, die wohlgemerkt nicht die Lichtleistung, sondern die Leistungsaufnahme sind, werden erst in einer Stunde erreicht. Bei einer Belichtungszeit von 1/125 s reduziert sich demnach der Wert auf 0,035 Watt. Das Blitzgerät bringt aber diese Leitung auch innerhalb 1/125 Sekunde. Das ist ein Unterschied um den Faktor 28,8 Mio.

 

Die Leistung einer Blitzanlage wird übrigen in Watt / Sekunde (Ws) gemessen, was genau 1 Joule entspricht. Und diese Leistung bringt der Blitz dann auch bei kürzester Abbrenndauer, z.B. bei 1/2.000 s. Um diese gewaltige Leistung zur Verfügung zu stellen, knallt es regelrecht, wenn der Blitz zündet.

 

 

Bedeckter Himmel


 

Oft hört man den Spruch: "Sonne im Rücken, Auslöser drücken!" Ich komme aber immer mehr von dieser Vorgehensweise ab. Warum? Die Sonne sorgt zwar für kräftige Farben, aber auch für Schatten, die man all zu oft bei einer Aufnahme übersieht. Eine Kamera hat aber nicht eine so hohe Dynamik (= Unterschied zwischen dem hellsten um dem dunkelsten Wert), um solche Schatten immer detailgetreu abbilden zu können. Oft werden solche Aufnahmen dann unansehnlich, die hellen Bereiche werden zu weiß und fransen aus, die dunklen Bereiche werden schwarz. Abhilfe bei so einer Aufnahme schafft oft ein leichtes Unterbelichten, so dass die hellen Teile nicht ausfransen. Anschließend muss das Bild dann nachbearbeitet werden: Die dunklen Teile sind aufzuhellen.

 

Aktuell bevorzuge ich Aufnahmen bei bedecktem Himmel. Das gelingt sehr gut, wenn der Himmel nicht mit aufs Bild muss. Muss der Himmel dagegen auch aufs Bild, sieht es oft nicht gut aus, denn ein weißer Himmel hat fotografisch gesehen kaum einen Reiz. In solchen Fällen schneide ich den farblosen Himmel aus und füge in einer neuen Ebene einen anderen Himmel hinzu. Dafür habe ich extra ein gutes Dutzend Aufnahmen gemacht.

 

Im folgenden möchte ich Ihnen zwei Beispiele darbieten:

 

 

  

 

Den Schatten bei dem letzten Bild habe ich bei der Aufnahme gar nicht bemerkt, umso enttäuschender war dann das Ergebnis. Oft übersieht man solche Schatten, weil einerseits das Auge wesentlich mehr Helligkeitsunterschiede wahrnehmen kann, als das Bild einer normalen Kamera und weil man andererseits sich zu sehr auf das Hauptmotiv konzentriert.

 

 

Beugungsunschärfen / Förderliche Blende


 

Will man einen großen Schärfetiefenbereich erzielen, so hat man gelernt, dass man möglichst weit abblenden muss. Ist das Licht hell genug, kann man also Blende 22 oder gar 32 nehmen. Doch was ist das? Das Bild wirkt beim nachträglichen Betrachten dennoch nicht besonders scharf. Was ist passiert? Wenn man Verwackelungen und Bewegungsunschärfen ausschließen kann, dann hat die Beugungsunschärfe zugeschlagen.

 

Die Beugungsunschärfe entsteht dadurch, dass das Licht auf den Blendenrand fällt und dort gebeugt wird. Je kleiner nun die Blende ist, umso schlechter wird das Verhältnis von ungebeugtem und gebeugtem Licht. Weiterhin ist die Beugungsunschärfe von der Pixelgröße des Sensors abhängig. Je kleiner ein Pixel ist, umso mehr macht sich die Unschärfe bemerkbar. Eine DSLR im Kleinbildformat mit 12 MP ist bei dieser Problematik einer Kompaktkamera mit 15 MP demnach haushoch überlegen. Dies ist auch mit ein Grund, warum kleine Kompaktkameras oft nur Blende 8 als kleinste Blendenöffnung haben.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich noch den Begriff der förderlichen Blende erwähnen. Die förderliche Blende ist die Blende, bei der sich der Zugewinn an Schärfentiefe und der Verlust durch die Beugungsunschärfe die Waage halten. Eine größere Blende würde jetzt zwar die Schärfentiefe noch etwas erhöhen, aber gleichzeitig auch das gesamte Bild leicht unschärfer wirken lassen. Sie können durch eine Versuchsreihe die förderliche Blende leicht selbst ermitteln oder schauen Sie im Internet nach. Dort gibt es diverse Tabellen zu diesem Thema. Ich selbst bin fürs Ausprobieren, denn - um nur ein Beispiel zu nennen - können durch verschiedene bauartbedingte Lamellenformen einzelner Objektive m.E. auch verschieden starke Beugungsunschärfen auftreten.

 

 

Bildbewertung


 

Dies ist zwar kein direkter Fototipp, aber da ich immer öfter feststellen muss, dass in den div. Communitys die Meinungen bei diesem Thema weit auseinandergehen, möchte ich meine Sichtweise dazu in diesem Kapitel darlegen.

 

 

 

 

 

 

 

Bildgröße und -qualität


 

Viele Bilder werden im Internet präsentiert und dabei in viel zu großer Auflösung angeboten. Die durchschnittliche Auflösung bei einem 19"-Monitor beträgt 1280 x 1024 Pixel. Ein Bild wird aber selten auf dem gesamten Bildschirm angezeigt, sondern innerhalb des Browsers. Für eine große Darstellung reicht deshalb schon eine Auflösung von 1024 x 768 Pixel vollkommen aus. YogiFotos selbst bietet die Bilder nur mit max. 800 Pixel / Seite an und hat somit i.d.R. weniger als 0,5 MP. Ich habe im Netz aber auch schon Dateien gesehen, die größer als 12 MP waren.

 

Warum ist es aus meiner Sicht falsch, größere Auflösungen einzustellen?

 

 

Auch kann man bedenkenlos die Qualität verringern. Das spart noch einmal Speicherplatz ein und beschleunigt wiederum die Ladezeiten. Anbei drei Bilder in gleicher Größe. Das erste Bild hat eine sehr hohe Qualität, das zweite Bild ist in der Qualität schon relativ stark eingeschränkt und das dritte Bild noch einmal stärker. Können Sie einen Unterschied erkennen?

 

    

 

Und hätten Sie die Dateigrößen erraten? Sie betragen 61.386 Bytes, 17.420 Bytes und 8.694 Bytes.

 

Für Ausdrucke gelten natürlich andere Regeln. Für einen optimalen Ausdruck geht man von 300 dpi aus, d.h. dass man bei einer Postkarte (10 x 15 cm) 2,16 MP benötigt, bei DIN A4 benötigt man 8,64 MP und bei DIN A3 schon 17,28 MP. Etwas weniger MP reichen auch aus, wenn man entsprechend hochinterpoliert und/oder einen etwas größeren Betrachtungsabstand wählt. Allerdings sollte hier die Qualität immer bei 100% oder zumindest nahe daran liegen.

 

 

Bildrauschen, was ist das?


 

Ich bin in letzter Zeit mehrmals angesprochen worden, was denn Bildrauschen überhaupt ist. Zuerst war ich über die Frage etwas verwundert, aber dann fing ich an zu verstehen. Die Hersteller sprechen im Kompaktkamerabereich nämlich i.d.R. niemals das Bildrauschen an, da es im krassen Widerspruch zu den immer mehr angebotenen Megapixel steht. Auch liefern Kompaktkameras oft nur JPEGs die softwaremäßig relativ stark entrauscht sind.

 

Deswegen möchte ich jetzt hier das Phänomen Bildrauschen kurz und verständlich erklären.

 

Das Licht trifft in der Kamera auf den Sensor und wird dort in ein digitales Signal umgewandelt. Leider macht jeder Sensor dabei auch kleine Fehler, die sich als Bildrauschen bemerkbar machen. Je mehr nun das digitale Signal verstärkt werden muss, umso mehr wird auch das Bildrauschen mit verstärkt.

 

Aus dieser Erkenntnis können wir jetzt folgende Regeln ableiten:

 

 

Da eine Kompaktkamera i.d.R. nur einen fingernagelgroßen Sensor hat, ist sie demnach schon einmal im Nachteil. Und wenn jetzt noch Unmengen an Megapixel darauf gepackt werden ist sie noch einmal im Nachteil.

 

Und wie äußert sich nun das Bildrauschen? Anbei zwei Bilder, das erste mit ISO 200 aufgenommen, das zweite dagegen mit ISO 25.600.

 

  

 

Beide Bilder sind für dieses Beispiel natürlich völlig unentrauscht.

 

 

Bildschärfe versus Bildrauschen


 

Mit diesem Tipp möchte ich einmal einen Zusammenhang zwischen Bildrauschen und Bildschärfe aufzeigen, denn immer wieder sehe ich Bilder, die am helligsten Tag mit ISO 400 und mehr aufgenommen wurden. Sehr gerne passiert dies bei Kompaktkameras, bei denen man nur JPG-Bilder erhält. Auf den ersten Blick scheinen diese Bilder auch ganz akzeptabel zu sein, sogar das Bildrauschen erscheint recht annehmbar. Allerdings sehen sie in der Großansicht nicht richtig scharf aus. An was liegt das? Durch die hohe ISO-Zahl entsteht Rauschen, das durch einen Rauschfilter wieder unterdrückt wird. Je größer nun das Rauschen ist, umso mehr muss der Rauschfilter bereinigen. Aber kein Rauschfilter der Welt kann dies ohne Verluste machen. Das Bild wird dadurch regelrecht weichgespült.

 

Zur Verdeutlichung habe ich drei Bilder erstellt. Das erste Bild habe ich mit ISO 100 aufgenommen, das zweite Bild dagegen mit ISO 800 und entsprechend entrauscht. Beim dritten Bild habe ich versucht, das zweite Bild etwas nachzuschärfen. Aber Informationen die einfach nicht da sind, können natürlich nicht wieder originalgetreu aufgebaut werden. Bei den hier gezeigten Bildern handelt es sich jeweils um 100%-Ausschnitte.

 

    

 

Sehr deutlich kann man die Unschärfe im zweiten Bild erkennen. Für einen Postkartenausdruck mag dies zwar gerade noch ausreichen, aber größere Ausdrucke sind mit dieser Qualität unmöglich. Daher immer die kleinste ISO-Zahl einstellen, so lange nichts anderes dagegen spricht, wie z.B. die Gefahr einer Verwacklungsunschärfe durch eine zu lange Belichtungszeit.

 

 

Blaue Stunde


 

Immer wieder sehe ich Bilder, die mit "blaue Stunde" betitelt sind. Zuerst dachte ich, dass dies ganz normale Bilder sind, die nachträglich etwas blau eingefärbt wurden. Aber das war absolut falsch, denn der Begriff "blaue Stunde" hat in der Fotografie sehr wohl seine Bedeutung.

 

Unter der "blauen Stunde" versteht man den Zeitraum kurz vor Sonnenaufgang und den Zeitraum nach Sonnenuntergang, bevor es ganz dunkel wird. Zu dieser Zeit ist der Himmel tiefblau gefärbt und trägt zu einer besondern Stimmung bei. Normalerweise dauert die "blaue Stunde" auch keine ganze Stunde, sondern ist etwas kürzer. Aber die Ausnahme bestätigt die Regel, so dass es auch Zeiträume geben kann, die weit über eine Stunde reichen (Stichwort: "Weiße Nacht"). Das Blau entsteht durch den Wegfall des direkten Sonnenlichts, das während des Tages in hohem Maße die Farbtemperatur bestimmt.

 

Aufnahmen zu dieser Zeit erfordern i.d.R. ein lichtstarkes Objektiv und ein Stativ. Besonders schöne Aufnahmen entstehen, wenn man künstliche Beleuchtung und Himmel vereinen kann, z.B. bei Aufnahmen einer frühnächtlichen Stadt.

 

Diese Seite zeigt für ein paar ausgesuchte Orte auf, wann die "blaue Stunde" stattfindet: http://www.deltadelta.de/nmz/blauestunde.html

 

Anbei ein Bild, das zur "blauen Stunde" aufgenommen wurde:

 

 

 

Blitzen


 

Beim Blitzen kann man vieles verkehrt machen. Deswegen möchte ich Ihnen an dieser Stelle ein paar Tipps zum richtigen Blitzen geben.

 

 

Dieses Bild stellt ein Beispiel für ein angeblitztes Motiv dar, bei dem die gesamte Umgebung schwarz geworden ist. Der Pilz wurde auf dem Boden liegend aufgenommen. Im Hintergrund standen mehrere Bäume. Diese waren aber soweit weg, dass sie vom Blitz in keinster Weise mehr erreicht werden konnten. Und da ich die Blende ziemlich zu machte, kam kein anderes Licht mehr mit auf das Bild.

 

 

Brennweite


 

Jeder weiß, was die Brennweite bewirkt: Ist ein Objekt weit weg, nimmt man eine lange Brennweite, um das Objekt größer darzustellen und umgekehrt nimmt man eine kurze Brennweite, wenn das Objekt sehr nah ist.

 

In diesem Tipp möchte ich aber zeigen, dass man sehr wohl ein Objekt bei unterschiedlicher Brennweite gleich groß fotografieren kann. Man muss nur seinen Standpunkt verändern. Für das Bild hat dies einen überaus entscheidenden Einfluss.

 

Zur Demonstration habe ich zwei Bilder gemacht. Das erste mit der Brennweite 300 mm, das zweite mit der Brennweite 24 mm. Die Blende habe ich jedes Mal unverändert gelassen.

 

Was fällt auf?

 

 

  

 

Man kann also durch die Wahl des Abstandes ein Bild vehement beeinflussen. Was jeweils besser ist, hängt von dem Motiv und dem Hintergrund ab. Auch hier gilt die Regel: Einfach Ausprobieren! Natürlich müssen es nicht immer Extremwerte sein (kleinstes Weitwinkel oder größtes Tele).

An diesem Beispiel kann man übrigens sehr deutlich erkennen, dass nicht nur die Blende die Schärfentiefe beeinflusst, sondern vor allem auch die Brennweite.

 

 

Chromatische Aberrationen


 

Unter einer chromatischen Aberration (CA) versteht man einen Objektivfehler, der durch wenig oder schlecht korrigierte Linsen entsteht. Diese brechen das Licht in Abhängigkeit der Wellenlänge unterschiedlich stark. Dadurch entsehen um die einzelnen Objekte herum Farbsäume. Neben den unschönen Farbsäumen kann dadurch ein Bild auch insgesamt unschärfer wirken. Besonders deutlich fallen die Farbsäume an Hell-Dunkel-Übergängen auf.

 

Abhilfe können gut korrigierte Linsen bieten, die diese Farbfehler weitestgehend vermeiden. Als Beispiel nenne ich jetzt ein Mal die apochromatische Korrektur (APO), bei der alle drei Grundfarben (RGB) korrigiert werden. Das schlägt sich natürlich im Preis wieder.

 

Eine weitere und auch weniger kostspielige Abhilfe ist die nachträgliche Korreketur durch Bildbearbeitungsprogramme. Teilweise wird diese im RAW-Konverter automatisch durchgeführt oder man kann sie (zusätzlich) per Hand einstellen. Kompaktkameras, die nur JPEGs liefern, machen dies bereits während der JPEG-Erstellung.

 

Doch wie sehen nun die gefürchteten CAs aus?

 

  

 

Im ersten Bild sind deutliche Farbsäume zu erkennen und zwar in der Farbe grün und magentarot. Das zweite Bild hat eine Korrektur mittles EBV hinter sich. Der Unterschied ist sehr deutlich erkennbar. Die Bilder sind extreme Ausschnittsvergrößerungen. Im unbe­schnittenen Bild fallen die Farbsäume dagegen nicht so extrem auf, man sollte sie aber trotzdem entfernen.

 

 

Colourkeys


 

Unter einem Colourkey versteht man eine Bearbeitung, bei der nur ganz wenige, bildbestimmende Objekte farbig sind, alles andere dagegen ist s/w. Der Effekt eignet sich gut zur Hervorhebung und Betonung einzelner Bildelemente.

Um einen Colourkey zu erstellen gibt es mehrere Möglichkeiten, die je nach Einsatzgebiet zur Anwendung kommen. Voraussetzung ist aber jedes Mal ein entsprechendes Programm, mit dem man Fotos bearbeiten kann.

 

 

 

 

 

Neben dieses Methoden kann man noch folgende Bearbeitungsschritte machen: Anstatt das Bild s/w einzufärben, kann man es mit einem Farbstich versehen oder eine Sepiatönung vornehmen. Auch muss der farbliche Teil nicht in den Originalfarben dargestellt werden. Durch div. Filter kann man hier seiner Fantasie freien Lauf lassen. Es ergeben sich mehr Möglichkeiten, als man zuerst annimmt, da immer nur ein Teil des Bildes so behandelt wird. Man kann z.B. bei einem Auto auf der Wiese das Auto invers darstellen und die Wiese sieht immer noch gut aus, da diese original in s/w dargestellt wird und nicht auch invers.

 

Anbei ein paar Beispielbilder, um die einzelnen Methoden zu verdeutlichen:

 

Bei diesem Bild habe ich die klassische Methode angewendet. Der Briefkasten sieht zwar schön gelb aus, doch das täuscht. Das Gelb ist dermaßen verwittert, so dass ich beim Zauberstab eine relativ große Toleranzgrenze einstellen musste, was wiederum dazu führte, dass das Bild an den Rändern ausfranste.

 

Das Ausblenden der Farben machte hier etwas Schwierigkeiten, da auch im restlichen Bild Rotanteile vertreten waren. Da jedoch die Blüte deutlich abgegrenzt war, konnte ich diese mit dem Zauberstab ausschneiden. Und wie man sieht, ist auch nichts ausgefranst.

 

Ein Colourkey mal anders herum: Das bildbestimmende Element, die Burg, ist hier s/w dargestellt. Da die Farbe Blau nur im Himmel vorkam, konnte ich die Methode des Farbenausblendens hervorragend anwenden. Um den Effekt noch zu verstärken, habe ich zusätzlich das Blau noch etwas intensiviert.

 

Bei diesem Bild habe ich einfach, nachdem ich es s/w eingefärbt hatte, drei Sitzlehnen mit dem Pinsel übermalt. Aber so, dass noch die ursprünglichen Konturen erkenntlich sind.

 

 

Cropfaktor = Brennweitenverlängerung


 

Diese Frage ist oft der Ausgangspunkt endloser Diskussionen in den verschiedenen Fotoforen. Daher möchte ich nun versuchen, diese so einfach wie nur möglich zu beantworten.

 

Die Brennweite ist eine physikalische Eigenschaft eines Objektivs und ist fest vorgegeben. Streng genommen hat ein Objektiv mit der Brennweite 300 mm auch eine Länge von 300 mm. Es dürfte wohl jedem verständlich sein, dass sich dieser feste Wert auch nicht ändert, wenn hinten ein anderes Gehäuse angeschraubt wird.

 

Warum sagt man dann, dass ein 200-mm-Objektiv an einer Crop-Kamera mit dem Crop-Faktor 1,5 jetzt 300 mm hat? Das kommt daher, dass man früher (zu analogen Zeiten) zu 99% das Kleinbildformat (jetzt oft auch als Vollformat bezeichnet) benutzte und da entsprach die Brennweite immer exakt einem bestimmten Bildwinkel. Es hat sich somit eingebürgert, Objektive nach deren Brennweite und nicht nach deren Bildwinkel zu kaufen. An einer Crop-Kamera hat nun ein Objektiv zwar die gleiche Brennweite aber einen anderen Bildwinkel.

 

Vielleicht kann man das Ganze etwas abmildern, indem sagt: "Die Brennweite des Objektivs entspricht einer KB-relevanten Brennweite von X". Diese Aussage ist auf jeden Fall richtig und jeder weiß, was damit gemeint ist.

 

 

Details herausarbeiten


 

Eine Kamera hat nur einen begrenzten Dynamikbereich, d.h. dass bei sehr kontrastreichen Bildern die dunklen Töne schwarz werden können und/oder die hellen Töne ausfransen können. Abhilfe bietet hier die HDR-Fotografie, aber nicht immer ist man in der Lage mehrere Fotos zu machen, weil man z.B. kein Stativ bei sich hat. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Man kann nachträglich die zu dunklen Stellen aufhellen und/oder die zu hellen Stellen abdunkeln. Man kann aber auch ein Pseudo-HDR erstellen. Und wenn man dabei nicht übertreibt, kann man noch einiges herausholen.

 

Bei den folgenden Beispielsbildern habe ich zuerst das Original eingestellt. Dieses Bild ist deutlich zu dunkel und in div. Stellen ist keine Struktur mehr zu erkennen. Das zweite Bild zeigt die Möglichkeit der Aufhellung. Bei dem Bild wurde insgesamt die Helligkeit etwas angehoben und zusätzlich wurden die Schattenpartien aufgehellt. Das dritte Bild zeigt den Einsatz einer Tonemapping-Funktion innerhlan eines aktuellen Bildbearbeitungsprogrammes. Das vierte Bild ist mit einem professionellen HDR-Programm bearbeitet worden.

 

Mit dem Filter "Tiefen / Lichter" hätte man auch arbeiten können, allerdings wäre der Effekt wesentlich bescheidener ausgefallen und man hätte noch zusätzlich an der Kontrastkurve arbeiten müssen.

 

     

Deutlich sieht man bei den einzelnen Bildern den Zugewinn an Details. Das dritte Bild wirkt durch die Verkleinerung etwas hart, sieht aber in der Vollansicht recht ordentlich aus. Evtl. könnte man mit Hilfe des Medianfiltes noch etwas an Schärfe herausnehmen. Das vierte Bild wirkt meiner Meinung nach am natürlichsten.

 

Wichtig für den Einsatz von Tonemapping ist ein gutes Ausgangsbild. RAW ist Pflicht, da hier ein Dateiformat mit 12 oder 14 Bit vorliegt. JPG hat dagegen nur 8 Bit.

 

Ich habe in diesem Beispiel bewusst auf den sogenannten übertriebenen HDR-Effekt verzichtet, der das Bild dann surreal erscheinen lässt.

 

 

Feuerwerk


 

Ich schaue mir gerne Feuerwerke an, besonders die Leute, die das Ganze versuchen zu fotografieren. Da werden massenhaft Kompaktkameras in den Himmel gehalten und es wird munter geblitzt. Ich muss dabei jedes Mal heftig grinsen, denn ein Feuerwerk zu blitzen ist doppelter Unsinn. Erstens reicht ein normaler Blitz nur ein paar Meter weit und zweitens würde man damit die Lichterscheinungen wegblitzen. Oder nehmen Sie eine Taschenlampe und leuchten auf Ihren Fernseher wenn das Bild zu dunkel ist?

 

Früher habe ich Feuerwerksaufnahmen aus der freien Hand gemacht, allerdings in Form von Mehrfachbelichtungen. So ca. vier bis fünf Bilder aufeinander gaben das beste Ergebnis ab. Viele werden jetzt sagen, dass mit den meisten Digitalkameras keine Mehrfachbelichtungen mehr möglich sind. Das stimmt nur bedingt, denn in der Nachbearbeitung am PC lassen sich natürlich mehrere Bilder zusammenfügen. Die Bilder können, bzw. müssen dabei natürlich unterbelichtet sein, da sich die Lichtwerte addieren. Natürlich kann man die Helligkeit auch bei der Nachbearbeitung reduzieren.

 

Die schönsten Aufnahmen eines Feuerwerks macht man aber mit einer Langzeitbelichtung und mit einem Stativ. Ich nehme dafür komplett den manuellen Modus. Ich fokussiere auf Unendlich und wähle die Blende acht (plus / minus eine Stufe). Als ISO nehme ich natürlich den Wert 100 um durch die Langzeitbelichtung nicht noch unnötig weiteres Rauschen einzustreuen. Die Belichtungszeit hängt selbstverständlich von der Stärke des Feuerwerks ab. Ich habe mit Zeiten zwischen einer und acht Sekunden schon sehr gute Ergebnisse erzielt. am besten kontrolliert man sofort seine Bilder um für das nächste Bild noch korrigieren zu können. Die besten Ergebnisse auf dem Stativ erzielt man, wenn man den Wackeldackel (falls überhaupt vorhanden) abschaltet, die Spiegelvorauslösung wählt und die Auslösung per Fernauslöser in die Wege leitet.

 

Anbei zwei Bilder, die so entstanden sind:

 

  

 

Das erste Bild wurde drei Sekunden lang belichtet, das zweite Bild eine Sekunde.

 

 

Fokussieren, aber richtig


 

Folgende Ausgangsituation: Sie wollen in der Landschaftsfotografie möglichst viel scharf haben, am besten den Vordergund und auch den gesamten Hintergrund. Doch wohin sollen Sie den Fokuspunkt legen, genau in die Mitte?

 

Früher war alles besser, denn da konnte man dies einfach auf dem Objektiv ablesen. I.d.R geht das heute nur noch bei manuellen Objektiven.

 

Und sah die Skala auf dem Objektiv aus:

 

m

1

1,2

1,5

2

2,5

4

6

15

m

 f

 

22

16

11

8

5,6

4

2,8

2,8

4

5,6

8

11

16

22

 

Man erkennt z.B., dass bei Blende 8 alles von ca. 1,80 m bis 8 m scharf ist, wenn man auf 2,80 m fokussiert hat.

 

Auch erkennt man sehr gut, dass die Schärfebereich hinter der Fokussierung immer größer ist, als der davor. In diesem Beispiel ist alles bis 1 m vor der Fokussierung und alles bis 6,20 m nach der Fokussierung scharf.

 

Verdreht man nun die Entfernung, kann man ganz einfach die neuen Werte ablesen.

 

m

1

1,2

1,5

2

2,5

4

6

15

m

 f

 

22

16

11

8

5,6

4

2,8

2,8

4

5,6

8

11

16

22

 

Jetzt erkennt man z.B., dass bei Blende 8 alles von ca. 2,20 m bis vielleicht 20 oder 30 m scharf ist, wenn man auf 4,00 m fokussiert hat. Oder bei Blende 11 ist alles von 2 m bis unendlich scharf.

 

Übrigens: Je kleiner die Brennweite, umso größer ist der Schärfebereich.

 

Faustregel: Wenn Sie also möglichst viel scharf haben möchten, wählen Sie eine kleine Brennweite, blenden etwas ab (Beugungs­unschärfen beachten) und fokussieren einen Punkt im ersten Drittel an. Genaue Tabellen dazu gibt's im Internet.

 

In diesem Zusammenhang möchte ich noch kurz auf die hyperfokale Distanz eingehen. Darunter versteht man den Punkt, auf den man fokussieren muss, damit soviel wie möglich bis (genau) unendlich scharf wird. Im zweiten Beispiel wäre dieser Punkt bei Blende 11 knapp unter 4 Meter, so dass sich insgesamt ein Schärfebereich von ca. 1,80 m bis unendlich ergibt.

 

 

Fotoprogramme


 

In diesem Kapitel möchte ich Ihnen ein paar nützliche Programme vorstellen, die alle völlig kostenlos sind und die ich weitestgehend auch selbst einsetze.

 

 

Traumfliegers Tool zum Erstellen von DRI-Bildern (ähnlich HDR).

 

 

Mit diesem Programm können Sie sehr viele EXIF-Daten aus Ihren Fotos auslesen.

 

 

Mit diesem Programm können Sie mehrere Bilder auf einmal in Größe und Qualität ändern.

 

 

Ein Bildbearbeitungsprogramm mit wesentlich mehr Möglichkeiten als das bekannte Paint.

 

 

Ein komfortabler und einfach zu bedienender Bildbetrachter.

 

 

Ein Bildbearbeitungsprogramm mit wesentlich mehr Möglichkeiten als das bekannte Paint.

 

 

Ein Programm zum perfekten Ausskalieren von Passbildern und Bewerbungsfotos.

 

 

Ein Bildbearbeitungsprogramm mit wesentlich mehr Möglichkeiten als das bekannte Paint.

 

Ein Programm zum Beseitigen der sogenannten Hotpixel.

 

 

Freistellen


 

Über das Freistellen gibt es sehr viele Abhandlungen, weshalb ich hier nur eine besondere Technik beschreiben möchte. Wenn das freizustellende Objekt sehr komplex ist, versagt i.d.R. der Zauberstab, da er die Übergänge total ausfranst. Teilweise kann man mit ihm sogar überhaupt nicht abgrenzen. Jetzt kommt der Radiergummi zum Einsatz. Bei Objekten aus der Natur geht dies sehr gut, da es kaum gerade Linien gibt. Es fällt also nicht auf, wenn man etwas zuviel abschneidet. Und das muss man oft, denn sehr häufig gibt es zum unerwünschten Hintergrund keine 1:1 Abgrenzung. Vielmehr gibt es einen Übergang mit vermischten Farben. Eine gelbe Blume auf einer grünen Wiese hat also einen kleinen grünen Saum. Wie soll man jetzt ausschneiden. Lässt man den Saum, um die Blume nicht zu beschneiden, hat man ein großes Problem, wenn man das so freigestellte Objekt dann z.B. auf einen blauen Hintergrund legt, denn jetzt fällt der nicht passende, grüne Saum absolut auf. Also schneide ich in so einem Fall komplett ohne dem Saum aus und bearbeite die Übergänge nach dem Einfügen mit dem Weichzeichnungspinsel nach. So entsteht wiederum ein harmonischer Farbverlauf an den Rändern.

 

Was aber mache ich mit unscharfen Objekten, die sich nicht so leicht abgrenzen lassen? Vielleicht werden Sie jetzt sagen: "Auf meinen Bildern gibt es nichts unscharfes!" Das ist aber falsch, denn jedes Bild hat normalerweise einen Schärfeverlauf, der auch für die räumliche Vorstellung notwendig ist. Um solche unscharfen Gebilde freizustellen, habe ich folgende Technik entwickelt: Ich grenze das freizustellende Objekt mit dem Lasso ein und schärfe es übermäßig nach. Dadurch erhalte ich etwas besser abgegrenzte Übergänge. Anschließend radiere ich großzügig aus. Wenn ich damit fertig bin lege ich auf das ausgeschnittene Objekt wieder eine Unschärfe, z.B. mit dem Gaußschen Weichzeichner. Mit etwas Übung wirkt dies dann ganz natürlich.

 

Bei dem folgenden Bild habe ich mich richtig verkünstelt. Mit wirklich sehr viel Aufwand und oben beschriebener Technik habe ich das schwierige Objekt freigestellt und als Hintergrund dann einen einfachen Farbverlauf gewählt. Selbst in der Großdarstellung ist die Bearbeitung nicht zu erkennen. Der Preis dafür war aber sehr hoch: Ca. 10 bis 12 Stunden Arbeitsaufwand.

 

 

 

Geduld


 

Ich prägte einmal den Satz: "Fotografieren ist wie Angeln, nur langwieriger!", denn richtiges Fotografieren erfordert ein hohes Maß an Geduld und Ausdauer. Es funktioniert nicht, eine Fotosafarie frei nach dem Motto "Please take your pictures" zu machen. Warum eigentlich nicht? Einerseits bieten solche Veranstaltungen zwar oft sehr schöne Sehenswürdigkeiten, doch gerade diese sind garantiert schon mehrere tausend Mal fotografiert worden. Man bekommt also nichts Neues vor die Linse. Und andererseits müssen auch die anderen Dinge stimmen, wie z.B. das Wetter. Nichts ist langweiliger, als ein Bild mit absolut weißem Himmel. Will man also hier etwas Besonderes einfangen, muss man warten, bis der Himmel den Ansprüchen genügt. Und das kann dauern.

 

In dem folgenden Beispielsbild will ich zeigen, wie eine gute Wolkenformation ein Bild positiv beeinflussen kann. Das Bild entstand in meinem letzten Urlaub. Und zu dem Thema Geduld: Diese Wolkenformation hat es innerhalb vierzehn Tagen genau einmal gegeben. Und ich hatte das Glück mit meiner Kamera an Ort und Stelle zu sein. An jedem anderen Tag wäre mir ein solches Bild nicht gelungen.

 

 

Der Himmel verleiht dem Bild eine gewisse Dynamik. An den anderen Tagen war der Himmel entweder einheitlich blau oder weißgrau. Selbst die Uhrzeit hat gestimmt, denn zur Mittagszeit hätte dieses Foto starke Schlagschatten aufgewiesen. Der Teil unter dem oberen Vordach wäre total dunkel gewesen.

 

 

Gitter ausblenden


 

Eines der beliebtesten Fotomotive sind die Tiere im Zoo. Doch oft werden diese teilweise durch ein Gitter oder einen Zaun verdeckt. Wie kann man sie aber trotzdem aufnehmen, ohne das störende Gitter zu sehen? Ganz einfach, wenn man sich an folgende Regeln hält:

 

 

Durch die Telebrennweite und die geöffnete Blende wird das Gitter weitestgehend ausgeblendet. Im Idealfall ist es sogar gar nicht mehr zu sehen.

 

Das folgende Bild ist mit dieser Technik entstanden. Die Brennweite betrug 200 mm (auf Kleinbild umgerechnet: 300 mm). Als Blende wurde allerdings die 5,6 gewählt um das Objekt vollkommen scharf zu bekommen. Der dadurch zu scharfe Hintergrund wurde bei der Nachbearbeitung vollkommen eliminiert.

 

 

Bei diesem Bild können Sie garantiert kein Gitter mehr erkennen

 

 

Hartes / weiches Wasser


 

Dabei meine ich natürlich nicht den Härtegrad des Wassers, sondern die Darstellungsform. Wenn man fließendes Wasser sehr kurz belichtet, friert dieses ein und wirkt relativ hart. Belichtet man es dagegen wesentlich länger, zerfließt es regelrecht und wirkt dadurch sehr weich und teilweise sogar milchig. Für so eine Langzeitbelichtung ist natürlich ein Stativ ein Muss. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Graufilter hier sehr gute Dienste leisten kann.

 

  

 

Bei dem ersten Bild habe ich eine extrem kurze Belichtungszeit gewählt. Beim zweiten Bild habe ich dagegen eine Langzeitbelichtung vorgenommen. Persönlich gefällt mir das zweite Bild wesentlich besser, denn es sieht irgendwie mystisch aus.

 

 

HDR


 

Da ich feststellen musste, dass viele unter dem Begriff HDR etwas falsches verstehen, möchte ich hiermit etwas Licht in die Sache bringen.

 

Was bedeutet der Begriff HDR?

 

Der Abkürzung kommt aus dem Englischen und heißt voll ausgesprochen High Dynamic Range (Image), was soviel bedeutet wie hoher Dynamikumfang. Ein solches Hochkontrastbild ist in der Lage, sehr große Helligkeitsunterschiede wiederzugeben.

 

Wie wird ein HDR erzeugt?

 

Jede Digitalkamera hat einen nur beschränkten Dynamikumfang. Will man z.B. einen Baum im Gegenlicht aufnehmen, wird auf dem Bild entweder der Baum viel zu dunkel und/oder der Himmel viel zu hell.

 

Nimmt man das Bild jetzt aber mindestens dreimal auf, einmal unterbelichtet, damit der Himmel nicht ausfranst, einmal normal, damit die Mittletöne stimmen und einmal überbelichtet, damit der Baum nicht zu dunkel wird, hat man dadurch den vollen Kontrastumfang, allerdings noch auf mehrere Bilder verteilt.

 

Wichtig bei jeder Aufnahme ist, dass die Blende nicht verändert wird. Es darf nur die Zeit angepasst werden (Zeitautomatik). Außerdem sollte man vorfokusieren und bei der Belichtungsreihe dann den Autofokus ausschalten. Dadurch wird sichergestellt, dass jedes Einzelbild die gleiche Schärfentiefe und auch den gleichen Fokuspunkt hat.

 

Viele Bildbearbeitungsprogramme können nun aus den verschiedenen Einzelbildern ein Bild mit erhöhtem Kontrastumfang zusammen­setzen. Falls man bei der Aufnahme kein Stativ verwendet hat, muss das Programm die einzelnen Bilder ausrichten und evtl. vorhandene Geisterbilder unterdrücken können. Das fertige Ergebnis sieht in 32 Bit allerdings recht unansehnlich aus. Aber genau dieses Bild ist das HDR! 32 Bit deshalb, um den erhöhten Kontrastumfang überhaupt speichern zu können.

 

Ein solches Bild sieht deswegen schlecht aus, weil unser Monitor und auch unsere Augen den hohen Kontrastumfang gar nicht verarbeiten können. Und jetzt kommt der Trick. Das Bild wird auf einen sichtbaren Kontrastumfang zurückgerechnet, aber so, dass es keine ausgefransten und abgesoffenen Bereiche mehr gibt. Das ist dann ein gut umgesetztes HDR-Bild. Gängige Verfahren sind das Tonemapping und die Fusion. Oft wird bei diesem Schritt aber viel zu viel übertrieben und es entstehen absolut surrealistische Bilder, die mit der Realität nicht mehr viel gemeinsam haben.

 

Was ist dann ein Pseudo-HDR?

 

Ich mag diesen Ausdruck überhaupt nicht, da ein Pseudo-HDR aus einem einzigen Bild besteht und somit auch keinen erweiterten Kontrastumfang besitzt. So ein Bild wird lediglich per Tonemapping aufpoliert. Das kann durchaus gute Effekte hervorbringen, mit einem echten HDR ist es jedoch nicht vergleichbar.

 

In meinen Augen ist es auch Unsinn, ein einzelnes Bild etwas dunkler zu machen und dann als unterbelichtetes Bild abzuspeichern und das gleiche Bild dann etwas heller zu machen, um es als überbelichtetes Bild abzuspeichern. Man hat jetzt zwar 3 Bilder, aber wo ist der erhöhte Kontrastumfang? Wenn mein Ausgangsbild 10 Blenden Kontrastumfang hatte, wird das so geteilte und wieder zusammen­gerechnete Bild auch nur exakt 10 Blenden Kontrastumfang haben. Im Gegensatz dazu kann ein echtes HDR 16 und mehr Blenden Kontrastumfang besitzen. Was bei der Aufnahme verlorengegangen ist, kann so nicht wiederhergestellt werden. Weg ist weg.

 

Etwas zu den Blendenstufen:

 

 

Ein praktisches Beispiel:

 

Ich habe ohne Stativ eine 3er-Belichtungsreihe im Highspeed-Modus geschossen:

 

    

 

Das erste Bild ist normal belichtet, das zweite Bild ist eine Stufe überbelichtet und das dritte Bild ist eine Stufe unterbelichtet.

 

Danach habe ich ein HDR mit 32 Bit erzeugt:

 

 

Und zum Schluss habe ich das 32-Bit-HDR per Tonemapping bearbeitet und somit eine echtes HDR erhalten:

 

 

Und wie sieht nun ein übertriebens HDR aus?

 

Anbei ein Beispiel. Ich finde so etwas schrecklich aber es geht sogar noch schlimmer, wenn man sich manche Bilderforen anschaut.

 

 

Wann brauche ich die HDR-Technik?

 

Ein HDR bringt immer dann Vorteile, wenn im Bild ein sehr hoher Kontrastumfang vorhanden ist. Das können z.B. extreme Gegenlichtaufnahmen sein. Hier muss man allerdings vorsichtig sein, da das Tonemapping zu übertriebenen Lensflares (Lichterkreise) führen kann. Oft wird die HDR-Technik auch eingesetzt um gestalterische Effekte zu erreichen.

 

Im Prinzip wäre für das o.g. Beispiel keine Belichtungsreihe notwendig gewesen. Ich habe daher im folgenden Beispiel nur das richtig belichtete Ausgangsbild einem Tonemapping unterzogen.

 

 

Man sieht kaum Unterschiede zum echten HDR. Das sind die Reserven, die eine (gute) Kamera bietet, vorausgesetzt man benutzt das RAW-Format.

 

Anbei ein noch so erstelltes Bild mit 100% identischer Bearbeitung, allerdings diente jetzt ein JPEG als Vorlage:

 

 

Dieses Bild sieht etwas flauer aus, denn es fehlen die zusätzliche Detailinformationen, die das RAW-Format bietet.

 

Ein Pseudo-HDR ist gegenüber einem echten HDR i.d.R. auch etwas rauschanfälliger, da die zu dunklen Stellen einfach aufgehellt werden. Bei einem echten HDR wird dagegen der Bildanteil aus dem überbelichteten Bild genommen.

 

 

Highkey / Lowkey


 

In der Fotografie versteht man unter einer Highkey-Aufnahme ein Bild, bei dem die weißen und hellen Farbtöne vorherrschen und gleichzeitig ein abgeschwächter Kontrast vorhanden ist. Bei einer Lowkey-Aufnahme herrschen dagegen die dunklen Farbtöne vor und der Kontrast ist wesentlich stärker ausgeprägt. Bitte verwechseln Sie High- und Lowkey nicht einfach mit einer über- und Unterbelichtung.

 

  

 

Als erstens sehen Sie eine Highkey-Aufnahme, die sehr zart wirkt aber trotzdem nicht zu stark überbelichtet ist, denn die einzelnen Strukturen der Blüte sind noch sehr gut zu erkennen. Das zweite Bild stellt dagegen eine Lowkey-Aufnahme dar. Deutlich sieht man hier die harten Kontraste. Anhand des Fensters, der Blumenvase und der weißen Lampe kann man erkennen, dass das Bild insgesamt nicht unterbelichtet ist. Eine Lowkey-Aufnahme muss also keineswegs nur aus schwarzen Farbtönen bestehen, sondern kann durchaus auch farbige Bestandteile besitzen.

 

 

Hintergrund schwärzen


 

Oft wird bei einem Bild der Hintergrund schwarz eingefärbt. Dadurch erhält das eigentliche Motiv durch den hohen Kontrast wesentlich mehr Leuchtkraft. Leider passieren beim Einschwärzen oft einige Fehler und das fertige Bild weist Schlieren auf. Woher kommen diese und warum werden sie nicht bei der Bearbeitung bemerkt? Bei mir lag das an zwei Dingen: Erstens steht mein Monitor zum Fenster hin, so dass selbst bei normalem Tageslicht leichte Schlieren nicht auffallen und zudem war das Bild zu dunkel eingestellt. Zweitens arbeitete ich beim Einfärben nicht mit der vollen Bildauflösung, sondern mit irgendeiner Verkleinerung. So kann es vorkommen, dass Streifen der Breite 1 Pixel überhaupt nicht dargestellt werden. Je nach Zoomfaktor können diese dann aber wieder erscheinen, wenn man das Bild weiter verkleinert, z.B. um es im Internet einzustellen. Daher mein Ratschlag: Immer in einem abgedunkelten Raum diese Tätigkeit vornehmen und immer das Bild in der Originalauflösung bearbeiten. Mittlerweile helle ich derart bearbeitete Bilder zur Kontrolle etwas auf, so dass man sofort erkennen kann, ob sauber gearbeitet wurde oder nicht.

 

Mit den folgenden vier Bildern möchte ich zeigen, wie schwierig manchmal ein schlecht eingefärbter Hintergrund zu erkennen ist:

 

      

 

Das erste Bild ist völlig korrekt eingefärbt, das zweite Bild dagegen sehr schlecht. Das dritte und das vierte Bild habe ich für diese Demonstration gleichermaßen aufgehellt. Erkennen Sie jetzt den Unterschied?

 

 

Interessante Links


 

Man muss ja nicht alles selbst recherchieren und niederschreiben, wenn es im Netz dazu schon sehr gute Ausführungen gibt. Daher biete ich Ihnen hier ein paar interessante Links an.

 

 

 

Kamera mit Teleobjektiv richtig halten


 

Bei diesem Tipp geht es nicht darum, wie man eine Kamera richtig hält, umso wenig wie möglich zu verwackeln, sondern darum, dass man beim Halten die Kamera nicht beschädigt. Ja das geht, besonders wenn lange und schwere Objektive befestigt sind.

 

Machen Sie einmal folgenden Versuchsaufbau: Sie nehmen ein Stück Styropor und stecken einen Besenstiel hinein. Nun heben Sie den Besenstiel in die Höhe. Was passiert? Nichts, alles bleibt ganz. Anschließend heben Sie nicht den Stiel, sondern das Styropor in die Höhe. Was passiert jetzt? Der Besenstiel bricht aus dem Styropor heraus.

 

Und genau das kann bei einer Kamera passieren. Wenn Sie ein langes und schweres Objektiv an der Kamera haben und heben die Kamera dann nicht am Objektiv, sondern am Gehäuse, kann das Bajonett am Gehäuse herausbrechen (Hebelwirkung). Nicht umsonst haben große Objektive eine Stativschelle, damit sie gefahrenlos auf einem Stativ befestigt werden können.

 

 

Kerzen


 

Brennende Kerzen haben immer wieder ihren besonderen Reiz, den man sehr gerne fotografisch festhalten möchte. Doch wie stellt man das am besten an?

 

Um das Kerzenlicht schön leuchtend darzustellen darf man natürlich nicht blitzen. Man muss daher eine Langzeitbelichtung vornehmen, vorzugsweise in einem abgedunkelten Raum, damit die Umgebung schwarz wird. Ich empfehle die Flamme per Spotmessung zu belichten. Dadurch wird zwar der Kerzenkörper relativ dunkel, aber ich finde dies besser, als eine ausgefranste Flamme. Es bietet sich auch an, die Kerze über eine Belichtungsreihe aufzunehmen und dann im Nachhinein das am besten belichtete Bild auszuwählen.

 

In meinem Beispielbild habe ich zusätzlich noch die Kerze ausgeschnitten und in verschiedenen Größen wieder eingefügt, um die Wirkung des Bildes entsprechend zu verstärken.

 

 

Durch den schwarzen Hintergrund lässt sich eine so aufgenommene Kerze sehr gut mit dem Zauberstab freistellen, wobei das Schwarze zu selektieren und anschließend zu entfernen ist. Übrig bleibt die freigestellte Kerze, welche dann in ein anderes Bild eingefügt werden kann.

 

 

Kompakt- oder Spiegelreflexkamera?


 

Diese Frage stellt sich vielen, die in die digitale Fotografie einsteigen möchten. Pauschal kann man diese Frage allerdings nicht beantworten, denn jede Kategorie hat seine Vor- und Nachteile. Man kann es fast mit einem Auto vergleichen: Entscheide ich mich für einen Kleinwagen, der in jede Parklücke passt oder hole ich mir eine Luxuslimousine, mit der ich u.U. schneller am Ziel bin, aber dann länger einen passenden Parkplatz suchen muss.

 

 

 

 

 

Es gibt aber auch noch eine Gattung mittendrin, die sogenannten Bridgekameras. Sie sind größer als Kompaktkameras, aber immer noch kleiner als Spiegelreflexkameras und zeichnen sich i.d.R. durch einen erweiterten Zoombereich aus, haben aber dennoch keine auswechselbaren Objektive.

 

Für welche Art der Kamera man sich nun entscheidet, ist rein individuell. Die beste Spiegelreflexkamera nützt einem unterwegs relativ wenig, wenn sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes zuhause im Schrank liegt. Aus diesem Grund habe ich mir mittlerweile auch ein kleine Kompaktkamera als Immerdabeikamera zugelegt. Denn merke: Das beste Bild macht man immer mit der Kamerera, die man gerade dabei hat.

 

Und noch ein kleiner Tipp: Eine Kompaktkamera ist nicht automatisch besser, je mehr Megapixel sie hat. Meistens ist sogar das Gegenteil der Fall, denn durch den kleinen Bildsensor nimmt durch die Verkleinerung der einzelnen Pixel das Rauschen überproportional zu. Z.B. hat ein Sensor der Größe 1/2.5" eine Größe von 5,2 x 3,9 mm. Ein Vollformatsensor hat dagegen 36 x 24 mm. Das ist fast die 43-fache Fläche. Gott sei Dank hat bei den Herstellern in der letzten Zeit hierbei ein Umdenken stattgefunden und die neuesten Modelle glänzen nicht mehr mit immer höheren Megapixelangaben.

 

Nachtrag: Mittlerweile sind Kompaktkameras entscheidend besser geworden, zumindest in der Edelkompaktklasse. Die Sensoren sind deutlich größer geworden, bis hin zum APS-C-Format.

 

 

Konzertfotografie


 

Viele gehen gerne auf Konzerte und wollen dort auch ihre Stars fotografieren. Leider ist das fotografisch gesehen aber kein allzu leichtes Unterfangen, denn die Lichtverhältnisse sind i.d.R. sehr schlecht.

 

Am schlechtesten stehen die Kompaktkamerabenutzer da, denn diese Kameras haben meistens nur lichtschwache Objektive und rauschen extrem stark, wenn man in die höheren ISO-Bereiche vordringt. Auch der Blitz hilft einem kaum weiter, da er erstens viel zu schwach ist und zweitens die Stimmung eliminiert, da er die Lichteffekte abschwächt.

 

Für gute Bilder sollte man deshalb schon auf eine entsprechende DSLR zurückgreifen können.

 

Die Nutzer einer DSLR sollten dabei auf folgende Dinge Wert legen:

 

 

Anbei zwei Bilder: Zuerst das Bild einer keinen Bühne, die ohne Blitz aufgenommen wurde und danach ein Bild einer Bühne, die mit Blitz aufgenommen wurde.

 

  

 

Sehr gut kann man im ertsen die kräftigen Farben erkennen. Dieses Beispielsbild wurde mit Blende 1,8 und ISO 1.600 aufgenommen. Durch das verwendete Weitwinkelobjektiv wurde - trotz der offenen Blende - eine ausreichende Schärfentiefe erreicht. Beim zweiten Bild treten dagegen die Lichteffekte stark zurück. Es ist zwar nicht totgeblitzt, aber die ganze Stimmung ist weg.

 

 

Kurztipps


 

Unter diesem Gliederungspunkt möchte ich Ihnen im Laufe der Zeit ein paar Tipps anbieten, die aufgrund ihrer Größe nicht separat einsortiert werden können. Die Reihenfolge entspricht den Einstellungsterminen.

 

 

 

Licht und Schatten


 

In einem meiner ersten Tipps habe ich vor Schatten, die ein Bild zerstören können, gewarnt. In diesem Tipp möchte ich dagegen den Schatten als gestalterisches Merkmal darstellen, denn nicht immer sind Schatten störend, sondern können dem Bild eine besondere Note verleihen. Besonders gut gelingt dies, wenn durch die Schatten eine eigene Struktur entsteht oder eine bereits bestehende Struktur betont wird. Bei einer richtigen Aufnahmekomposition kann der Schatten also durchaus zum bildbestimmenden Objekt werden ohne als störend wahrgenommen zu werden.

 

Schatten gehören zur Natur, nur besteht das Problem, dass sie bei Aufnahmen gerne zu dunkel werden, da die Dynamik einer Kamera nicht unendlich ist. Anbei nun drei Bilder zur Verdeutlichung meiner Aussagen. Das erste Bild ist ein Ausschnitt einer Aufnahme von Mohrle und zeigt eindrucksvoll, dass auch starke Schatten durchaus sehenswert sein können. Das zweite Bild zeigt eine Wand mit Strukturputz, bei der ich darauf geachtet habe, Schatten weitestgehend zu vermeiden. Beim letzten Bild habe ich erneut die Wand aufgenommen, jetzt aber mit seitlichem Lichteinfall und damit mit deutlichen Schatten. Der Unterschied dürfte sofort ins Auge fallen, denn das dritte Bild wirkt jetzt viel räumlicher.

 

    

 

Ich versichere ausdrücklich, dass der Unterschied bei den letzten beiden Bildern nur durch den geänderten Lichteinfall und nicht durch eine nachträgliche Bearbeitung entstanden ist.

 

 

Liebling, stell dich mal vors Gebäude


 

Wie oft musste ich das in meinem letzten Urlaub erleben: Ein Pärchen kommt an eine Sehenswürdigkeit und will diese natürlich fotografieren. Soweit, so gut! Aber dann kommen sie auf die Idee, dass als Beweis noch eine Person mit aufs Bild soll. Und schon höre ich den Satz: "Liebling, stell Dich mal vors Gebäude!": Und prompt stellt sich die Angebetete direkt vors Haus, so dass nicht einmal mehr eine Briefmarke dazwischen passt. Was soll das?

 

Was dabei herauskommt, versuche ich mit meinem ersten Bild zu zeigen. Das Bild ist eigentlich nicht schlecht, doch stört die viel zu kleine Person etwas. Wie kann man es aber besser machen? Ganz einfach, indem die Person etwas vom Haus weggeht. Dies zeigt das zweite Bild. Hier ist schon sehr deutlich zu erkennen, dass die Person eigentlich kein Störfaktor ist, sondern mit aufs Bild gehört. Der Spielerei sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie das dritte Bild zeigt. Die Person ist jetzt ganz nah gekommen und schaut nur von der Seite ins Bild.

 

    

 

Und jetzt mal ganz ehrlich: Ist die Person auf dem ersten Bild zu erkennen? Dieses Bild taugt nicht einmal etwas fürs Familienalbum. Beim zweiten Bild ist die Person zwar immer noch relativ klein, aber bei einem Abzug in Normalgröße (10 x 15 cm) absolut deutlich zu erkennen.

 

 

Makro und Wackeldackel


 

Fotografieren Sie gerne Makros und besitzen Sie ein Makroobjektiv mit einem eingebauten Verwacklungsschutz? Dann machen Sie bitte nicht den gleichen Fehler wie ich ihn schon gemacht habe. Mein Objektiv mit der Brennweite 105 mm hat einen Wackeldackel, der bis zu vier Blendenstufen bringt. Und so machte ich dann meine Makroaufnahmen: 105 mm mit vier Blendenstufen Vorteil bedeutet, dass ich mit ca. 1/8 Sekunde aus der Hand fotografieren kann (1/120 -> 1/60 -> 1/30 -> 1/15 -> 1/8). Also wählte ich Zeiten um die 1/20 Sekunde aus, um auch wirklich sicher zu gehen. Doch das Ergebnis ließ zu wünschen übrig. Oha, dachte ich, zu offene Blende. Also blendete ich weiter ab und kam in den Bereich von 1/10 Sekunde. Und wieder erhielt ich ein schlechtes Ergebnis. Was war also passiert? Ganz einfach: Der Blendenvorteil des Wackeldackels funktioniert im Makrobereich nicht. Hier besteht die Hauptverwackelungsgefahr nicht aus einer Rechts- oder Linksbewegung sondern aus einer Vor- und Rückwärtsbewegung. Und genau das kann ein herkömmlicher Wackeldackel nicht ausgleichen. Mittlerweile gibt es aber einen Hersteller, der das umgesetzt hat. Und dieses Objektiv soll dann bis zu zwei Blenden im Makrobereich erreichen. Daher mein Tipp: Bei Makroaufnahmen bitte den Wackeldackel nach Möglichkeit ausschalten (außer Sie haben bereits das oben beschriebene Objektiv) und am besten ein Stativ benutzen.

 

Da ich gerne Pflanzen aufnehme, habe ich ein weiteres Problem: Wind. Bewegt sich das Objekt leicht im Wind, helfen auch sehr kurze Verschlusszeiten - die man sowieso nicht hinbekommt - i.d.R. auch nicht weiter, da man durch die Bewegung den Fokuspunkt nicht genau platzieren kann. Was ist also zu tun? Ganz einfach: Man macht diese Aufnahme in einem geschlossenen Raum. Wenn erlaubt, pflückt man die Blume und fotografiert sie zuhause. Ein passender Hintergrund ist dabei sehr leicht herzustellen, denn dieser wird durch die Makroaufnahme sowieso sehr stark ausgeblendet.

 

 

Minimalismus


 

Ich kenne die Aussage: "Auf den meisten Fotos ist zuviel drauf!" Und oft stimmt das. Man meint mehr ist besser. Aber das lenkt all zu oft vom Hauptmotiv ab und das ganze Bild wird dadurch uninteressant. Die Augen müssen ruhen können, d.h. sie müssen einen bestimmten Punkt ruhig anvisieren können und dürfen von diesem nicht abgelenkt werden.

 

Unter Minimalismus verstehe ich das Gegenteil von überladenen Bildern. Also Bilder bei denen fast zu wenige Informationen vorhanden sind. Aber genau das macht sie so interessant.

 

Die folgenden Bilder sollen dies verdeutlichen. Das erste Bild stellt nur ein Kornfeld mit einem großen blauen Rand oben dar. Es ist auch definitiv nur ein blauer Rand. Manche sehen darin allerdings (gewollter Maßen) einen Himmel. Mir haben sogar Leute geschrieben, dass sie die Krümmung des Horizonts sehen. Es gibt aber gar keine Krümmung, der blaue Rand ist 100% gerade. Beim zweiten Bild erkennt man ein Buch. Allerdings nur die weißlichen Seiten am Rand und die Einbindung. Alles andere ist definitiv schwarz, aber dennoch "sieht" man das Buch deutlich vor sich. Das dritte Bild ist schon sehr gewagt. Es stellt ein weißes, zerknittertes, in die Ecke geworfenes Feuchttuch dar. Es sind nur ein paar Schatten zu erkennen.

 

    

 

Mit diesen Beispielen wollte ich nur verdeutlichen, dass man durch Weglassen sogar die Aussagekraft steigern kann.

 

 

Nahlinse


 

Eine Nahlinse wirkt wie eine Brille oder eine Lupe und wird direkt vor das Objektiv geschraubt. Man muss also beim Kauf auf die richtige Filtergröße achten. Die Vergrößerung einer Nahlinse wird in Dioptrien angegeben, wobei die Vergrößerung umso stärker ist, umso höher der Dioptrienwert ist. Nahlinsen bilden gerne einen Farbsaum, besonders bei höheren Dioptrien, deshalb sollte man beim Kauf auf eine chromatisch korrigierte Linse achten. Eine solche Linse, die i.d.R aus zwei verkitteten Linsen besteht, bezeichnet man als Achromaten.

 

Der Vorteil einer Nahlinse ist das geringe Gewicht und der nicht notwendige Objektivwechsel (mit der üblichen Staubgefahr für den Sensor). Der Nachteil ist die etwas schlechtere Abbildungsqualität gegenüber einem echten Makroobjektiv.

 

Nahlinsen werden primär bei dem größten Zoomfaktor eingesetzt und sollten stets abgeblendet werden. Als reine Vorsatzlinse schluckt eine Nahlinse kein Licht und die Lichtstärke des Objektivs bleibt erhalten.

 

Mehrere Nahlinsen können auch kombiniert werden, jedoch sollten nicht mehr als zwei Nahlinsen auf einmal verwendet werden. Beim Kombinieren addieren sich die Dioptrienwerte.

 

Anbei ein Bild, das mit einer Nahlinse aufgenommen wurde. Selbstverständlich wurde ein Stativ benutzt.

 

 

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass es neben den Nahlinsen noch Balgengeräte, Zwischenringe und Retroadapter gibt. Ein Zwischenring wird zwischen Anschluss und Objektiv geschraubt und verändert somit die Brennweite. Bei einem Balgengerät geschieht dies stufenlos und ein Retroadapter ermöglicht den rückwärtigen Anschluss eines Objektives.

 

 

Nebel


 

Nebel kann ein sehr schöner Effekt sein, um ein Bild etwas geheimnisvoller und mystischer zu machen. Doch wie soll man vorgehen, wenn man keinen speziellen Filter dazu hat? Im Folgenden möchte ich eine kurze Anleitung geben, wie man sich ganz einfach Nebel selbst herstellen kann. Man benötigt dazu nur ein Bearbeitungsprogramm, das mehrere Ebenen unterstützt.

 

Neben dem Ausgangsbild brauchen wir noch ein Wolkenbild in gleicher Größe. Hat das Wolkenbild eine andere Größe, vergrößern oder verkleinern Sie es entsprechend. Aus dem Wolkenbild nehmen Sie anschließend die Sättigung heraus, damit evtl. noch vorhandene Farben verschwinden. Durch einen Weißabgleich wird danach das Bild richtig weiß gemacht. Da die Wolken aber immer noch nicht wie Nebel aussehen, werden sie noch weichgezeichnet und zwar mit einem großen Korona-Anteil. Dieses Bild gibt nun die zweite Ebene unter unserem Ausgangsbild. Die Ebene ist mit dem Mischmodus Multiplikation einzufügen. Als Deckfähigkeit nehmen Sie 50% oder je nach Bedarf etwas mehr oder weniger. Das ganze Bild wird dadurch eingenebelt. Sollen dagegen nur bestimmte Bereiche Nebel aufweisen, so lassen Sie die Deckfähigkeit bei 100% und radieren Sie die Bereiche, die nebelig werden sollen, einfach mit dem Radiergummi aus. Stellen sie dabei die Deckfähigkeit auf 5%. Durch mehrmaliges Radieren der gleichen Stelle können Sie die Intensivität des Nebels bestimmen.

 

  

Diese beiden Bilder stellen die Ausgangsbilder dar. Das Wolken­bild wurde bereits auf die richtige Größe gebracht.

  

Als erstes wurde das Wolkenbild gemäß obiger Anleitung bearbeitet und danach zum Gesamtbild zusammengefügt. Das vierte Bild zeigt das fertige Ergebnis.

 

Man kann auf das Wolkenbild über eine Maske einen Verlaufsfilter legen, so dass der Nebel im unteren bereich stärker sichtbar ist und sich noch oben hin verliert (Bodennebel).

 

 

Objektiv mit Wackeldackel oder lieber doch nicht


 

Mit diesem Punkt greife ich ein heiß diskutiertes Thema in den div. Internetforen auf. Entweder man ist dafür oder man ist dagegen.

 

Die Gegner bringen oft folgende Argumente:

 

 

Die Befürworter haben dagegen folgende Argumente:

 

 

Wer hat nun Recht? Eigentlich jeder, denn es sind zwei völlig unterschiedliche Philosophien. Und was ist meine Meinung dazu? Ich bin ein absoluter Befürworter, denn ich mache öfters "kleine" Ausflüge, bei denen ich lediglich meine Kamera mitnehme und auf sämtliches Zubehör verzichte. Und trotzdem kann ich sehr viele Bilder bei Brennweite 300 mm machen, ohne dass ich diese verwackle. Neuerdings gibt es auch Weitwinkelzooms die eine verwacklungsfreie Belichtungszeit von bis zur 1 s versprechen, ein Traum.

 

Anbei nun zwei Bilder. Beide habe ich mit 300 mm und einer Belichtungszeit von 1/20 s aufgenommen, das erste Bild ohne Einsatz des Wackeldackels und das zweite Bild mit. Deutlich kann man erkennen, dass der Wackeldackel tatsächlich vier Blenden mehr an Belichtungsspielraum bringt. Ich habe natürlich jedes Mal versucht, die Kamera sehr ruhig zu halten und bin auch vom ersten Bild beeindruckt. Die RAW-Bearbeitung der Bilder ist selbstverständlich 100% gleich.

 

  

 

Einige Hersteller bauen den Verwacklungsschutz nicht in das Objektiv, sondern direkt in das Gehäuse ein. Auch hier gibt es ein Pro und ein Kontra.

 

Pro:

 

 

Kontra:

 

 

 

Personen entfernen


 

Oft steht man vor dem Problem, dass einem Personen in das Bild laufen, besonders bei begehrenswerten Sehenswürdigkeiten. Genau so ist es mir kürzlich ergangen und ich habe mich für die Methode des Abwartens entschieden, obwohl es auch viel einfacher gegangen wäre. Daher machte ich mir anschließend Gedanken, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, die ich hier aufzählen möchte:

 

 

Im ersten Bild befindet sich rechts eine Personen, im zweiten Bild dagegen befindet sich links eine Person, die zudem selbst fotografiert. Bei der Bearbeitung legte ich nun beide Bilder übereinander, so dass nur noch eine Person zu sehen war. Da sich an dieser Stelle auf der Ebene darunter keine andere Person befand, konnte ich einfach die störende Person wegradieren. Dabei musste ich nicht einmal genau auf die Umrisse achten, sondern konnte das Löschwerkzeug großzügig einsetzen. Im dritten Bild sieht man das fertige Ergebnis. Einfach genial, aber darauf muss man erst einmal kommen.

 

    

 

Zur Demonstration habe ich hier eine Ausschnittvergrößerung gewählt. Aber dennoch wären die Personen auf dem Original - meiner Meinung nach - störend gewesen. Natürlich hätte man in diesem Beispiel die linke Person sehr einfach wegretuschieren können, aber ich wollte hier die Vorgehensweise des übereinanderlegens und Wegradierens aufzeigen.

 

Achten Sie aber bitte darauf, dass die Bilder auch zu 100% deckungsgleich sind. Sich bewegende Bäume und Sträucher stören dabei i.d.R. überhaupt nicht, wenn sich die auszuradierenden Personen nicht unmittelbar davor befinden. Befinden sich die Personen davor, stört ein enges Blattwerk auch nicht, da es sowieso ineinander übergeht und dadurch meistens keine erkennbare Struktur aufweist.

 

 

Perspektive


 

Stellen Sie sich einmal vor, dass sie einen Kurztrip nach Neuschwanstein machen. Was fotografieren Sie dort? Natürlich das Schloss. Aus meiner Sicht ist das nicht verkehrt und auch gut fürs Familienalbum, aber zur Veröffentlichung im Internet wird Ihnen damit wohl kaum ein absoluter Hingucker gelingen. Warum? Ganz einfach: Das Motiv gibt es einfach schon zu oft (lt. Google-Bildersuche knapp 100.000-mal). Der Betrachter sieht also nichts Neues. Damit das Bild ankommt, müsste es z.B. deutlich besser sein als die ganze Konkurrenz. Und das traue selbst ich mir nicht zu. Ein absolut gutes Bild würde mir vielleicht gelingen, wenn ich dort wohnen würde und ich täglich zu verschiedenen Uhrzeiten die Stimmung einfangen könnte. Aber bei einem einmaligen Besuch bin ich absolut auf die gerade vorhandenen Lichteinflüsse angewiesen.

 

Was ist dann aber ein gutes Motiv? Aus meiner Sicht eigentlich alles Unspektakuläre, wenn man versucht, außergewöhnliche Sichtweisen festzuhalten. Bücken Sie sich dazu, gehen Sie in die Knie oder legen Sie sich auf den Boden. Fotografieren Sie Ihr Haus auf dem Boden liegend schräg nach oben, machen Sie Makros von ganz normalen Dingen, wie z.B. von einer Türklingel oder einem leicht ausgefransten Schnürsenkel. Arrangieren Sie etwas: Nehmen Sie den Schnürsenkel im (bunten) Gegenlicht auf und Sie werden sehen, dass Sie mit dieser Technik recht eigenwillige Bilder erhalten, die in der Masse so nicht vorhanden sind. Oder fotografieren Sie einmal im Regen, aber achten Sie darauf, dass Ihre Kamera nicht zu nass wird. Im Regen sieht die Natur ganz anders aus. Die Farben sind anders, die Kontraste sind anders und wenn man es richtig macht, kann man wunderschöne Tröpfchen und Spiegelungen einfangen. Selbst eine eigentlich triste Pfütze kann ihren Reiz haben.

 

Folgendes Bild zeigt einen eigentlich völlig unspektakulären Baum, der aber mit einem Weitwinkelobjektiv (14 mm)von untn nach oben fotografiert wurde. Bewuust wurde so die Perspektive verzerrt

 

 

 

Polfilter


 

Eine der wenigen Filter, die man nachträglich nicht durch ein Bildbearbeitungsprogramm ersetzen kann, ist der Polfilter. Er ist ein drehbarer Filter, der in die richtige Stellung gebracht, das Streulicht eliminiert. Dadurch kann man z.B. durch Glas ohne störende Reflexe fotografieren. Weniger bekannt ist, dass sich durch einen Polfilter - bei richtiger Sonnenstellung - das Himmelsblau intensivieren lässt. Das habe ich früher schon in der Analogfotografie gerne gemacht und dafür den Spitznamen "Polfilter-Johnny" erhalten.

 

ch habe allerdings die Erfahrung machen müssen, dass der Himmel schon eine gewisse Grundfärbung besitzen muss. Einen absolut weißen Himmel habe ich bis jetzt noch nie durch den Einsatz eines Polfilters einbläuen können.

 

an unterscheidet lineare und zirkulare Polfilter. Das Messsystem moderner Kameras verträgt sich allerdings nur mit zirkularen Polfiltern. Bei Verwendung von einem linearen Polfilter würde es zu einer fehlerhaften Belichtungsmessung kommen.

 

Anbei ein Beispiel. Das erste Bild ist ohne Polfilter aufgenommen, das zweite Bild mit Polfilter. Die intensive Himmelstönung im zweiten Bild ist deutlich zu erkennen, obwohl das Bild insgesamt nicht zu dunkel belichtet ist.

 

 

 

Der andere Filter, der nicht nachträglich simuliert werden kann, ist der Graufilter. Durch ihn kann die Empfindlichkeit herabgesetzt werden und man kann eine andere Zeit-/Blendenkombination wählen und somit den Schärfeverlauf beeinflussen. Einen stufenlosen Graufilter kann man z.B. auch durch den Einsatz von zwei linearen Polfiltern erhalten, die um 90° zueinander gekreuzt werden.

 

 

Rahmen


 

Früher war ich ein absoluter Verfechter von Rahmen. Um jedes Bild musste ein Rahmen. Ich hatte in meinem Bildbearbeitungsprogramm ca. 100 verschiedene Rahmen und daraus bediente ich mich immer wieder, frei nach dem Motto: je größer, desto besser. Dass das nicvht unbedingt sein muss, erkannte ich erst, als sich jemand traute, mich diesbezüglich zu kritisieren. Ich war nicht beleidigt. sondern erkannte, dass bei einer vorgegebene Bildgröße das Bild durch einen Rahmen stark eingeschränkt wird, denn es wird dadurch einfach kleiner. Auch im Falle eines Ausdruckes stört so ein Rahmen sehr gewaltig, denn wenn ich das Bild aufhängen würde, hätte ich ja einen Rahmen in einem Rahmen. Seit diesem Zeitpunkt setzte ich Rahmen nur noch sehr selten und auch nicht mehr so massiv groß ein.

 

Man muss einen Rahmen nicht nur aus einem bestehenden Portfolio nehmen, sondern kann diesen auch leicht selbst erstellen. Manchmal genügt schon ein Rand. Gut kommen auch mehrere kleine Ränder in einem Farbton, z.B. ein heller Rand, ein dunkler Rand und wieder ein heller Rand, auf die dann eine leichte Unschärfe gelegt wird.

 

Mit dem folgenden Bild möchte ich einen sehr aufwändig erstellten Rahmen zeigen, an dem ich mehrere Stunden gearbeitet habe.

 

 

Für dieses Bild empfinde ich den Rahmen gerade noch als passend. Damit Sie den Rahmen besser beurteilen können, habe ich das Bild in meine Galerie "Bearbeitungen" aufgenommen.

 

 

RAW-Konverter


 

In der Vergangenheit habe ich meine Rohdaten direkt in meinem Bildbearbeitungsprogramm geöffnet, da mir hier alle Optionen zur Weiterverarbeitung zur Verfügung standen. Bei einem kritischen Bild (ich hatte unerwartetes hohes Rauschen in dem Bild) versuchte ich noch eine andere Möglichkeit: Ich konvertierte das Bild mit dem vom Kamerahersteller ausgelieferten Tool in eine TIFF-Datei und las diese dann in mein Bildbearbeitungsprogramm ein. Ich wollte es zuerst nicht glauben, aber das Rauschen war wesentlich geringer. Daher mein Tipp: Probiert bitte verschiedene RAW-Konverter aus, vor allem den vom Hersteller, da dieser die einzelnen Parameter wohl am besten kennt. Ich benötige zwar jetzt zum Bearbeiten der einzelnen Bilder zwei Programme, aber es lohnt sich absolut. Neben dem unterschiedlichen Rauschen ist mir auch aufgefallen, dass bei dem Original-Konverter die Farbsäume wesentlich geringer ausfallen.

 

Anbei nun ein Bild mit einem Bildbearbeitungsprogramm konvertiert und anschließend das gleiche Bild noch einmal, aber jetzt mit dem Original-Konverter konvertiert:

 

 

 

Beide Bilder zeigen Ausschnittsvergrößerungen aus einem blauen Himmel. Ich finde, dass man den Unterschied sehr deutlich erkennen kann.

 

 

Rauschunterdrückung durch Mehrfachbelichtung


 

Da das Bildrauschen rein zufällig ist, müsste doch durch eine Mehrfachbelichtung des gleichen Objektes und einer anschließenden Verrechnung der einzelnen Bilder sich das Rauschen unterdrücken lassen, ohne dass das Motiv weichgespült wird. Um das auszuprobieren, nahm ich eine brennende LED mehrmals mit 5.000 ISO und einem Stativ auf. Anschließend legte ich alle Bilder als Ebenen in einem neuen Bild ab. Als Verrechnung für die Deckungskraft wählte ich folgende Methode: Unterste Ebene = 100%, die darüberliegende Ebene = 50%, die darüberliegende Ebene = 33%, ...

 

Anbei das Ergebnis:

 

  

 

Das erste Bild zeigt eine einzelne Aufnahme mit 100% Crop, völlig unbearbeitet. Das zweite Bild zeigt die zusammengerechneten Mehrfachaufnahmen, ebenfalls als 100% Crop und völlig unbearbeitet. Sehr deutlich ist der Unterschied zu sehen. Für dieses Beispiel wählte ich 16 Einzelaufnahmen. Ein sehr deutlich sichtbares Ergebnis bekam ich aber bereits schon bei 5 Einzelaufnahmen.

 

Wichtig ist natürlich, dass die einzelnen Aufnahmen absolut deckungsgleich sind.

 

Das zusammengesetzte Bild lässt sich natürlich noch weiterverarbeiten. Ich habe es daher noch etwas entrauscht und nachgeschärft:

 

 

Was will man bei einem 100% Crop mit 5.000 ISO mehr erwarten? Ich finde es perfekt; es könnte glatt mit nur 100 ISO aufgenommen sein. Mit nur einer Aufnahme wäre dies nie möglich gewesen.

 

 

Vollständigkeitshalber habe ich noch den Versuch unternommen, die Einzelaufnahme zu entrauschen und zu schärfen. Duch die sehr starke Entrauschung, die aber nicht einmal das Ergebnis der Mehrfachbelichtung erreichten konnte, sind allerdings sehr viele Details verlorengegangen.

 

 

Schärfentiefe bei Makros


 

Seit ich fotografiere, reizen mich Makroaufnahmen. Gerne habe ich Blüten aufgenommen. Das wird dann relativ schwierig, wenn man z.B. in einen Kelch hineinfotografiert, denn die Schärfentiefe reicht nicht aus, um den Kelch komplett scharf zu bekommen. Was ist zu tun? Will man das Bild nicht im Großformat drucken, sondern lediglich auf dem PC betrachten oder ins Internet stellen, habe ich einen Vorschlag: Je weiter man von dem Objekt weggeht, umso größer wird der Bereich, der scharf abgebildet wird. Im Prinzip ist dies auch der Effekt bei den Crop-Kameras, da durch den Crop eine Brennweitenverlängerung stattfindet. Sie werden jetzt aber zu Recht sagen. "Wenn ich weiter weggehe, habe ich aber kein Makro mehr!" Das stimmt auch, aber Sie können anschließend eine Ausschnittsvergrößerung machen. Wird Ihr Objekt bei 50cm Abstand formatfüllend aufgenommen, können Sie ruhig aus 1,5m Entfernung das Foto aufnehmen. Bei der Ausschnittsvergrößerung verlieren Sie durch die 3-fache Entfernung die 9-fache Auflösung. Bei einer 10-MP-Kamera haben Sie dann aber immer noch über 1 MP, und das reicht vollkommen fürs Internet. Ich habe diese Methode mehrmals angewendet und kann bestätigen, dass dadurch eine deutliche Steigerung der Schärfentiefe möglich ist.

 

Das folgende Bild ist durch diese Technik entstanden. Obwohl der Kelch mehrere Zentimeter tief ist, ist der ganze Verlauf weitestgehend scharf. Am inneren Rand sind sogar sehr deutlich einzelne Pollenspuren zu erkennen.

 

 

Schärfentiefe oder Tiefenschärfe?


 

Diese beiden Ausdrücke werden ständig verwechselt, auch von mir. Welcher ist jetzt aber richtig? Im fotografischen Sinn spricht man von Schärfentiefe (Eselsbrücke: wie tief geht die Schärfe). Bei der Tiefenschärfe würde die Eselsbrücke heißen: Wie scharf ist die Tiefe. Uns interessiert aber lediglich Ersteres.

 

 

Schnee


 

Schneelandschaften stellen an den Fotografen und an das Equipment eine große Herausforderung dar. Durch die weiße Fläche wird dem Sensor eine große Helligkeit suggeriert und die Kamera belichtet automatisch zu dunkel. Weiterhin ist der Schnee gar nicht richtig weiß, sondern je nach Himmelsfärbung reflektiert er mehr oder weniger die darin enthaltenen Blautöne. Unser Gehirn rechnet diese aber wieder um, so dass uns Schnee in der freien Natur trotzdem absolut weiß erscheint.

 

Im Folgenden habe ich mich an ein etwas schwieriges Motiv gewagt. Neben dem hellen Schnee leuchtete nämlich noch die tiefstehende Wintersonne. Dadurch konnte ich nicht einfach bei der Aufnahme zwei Stufen überbelichten, damit der Schnee nicht zu dunkel wird.

 

Das erste Bild zeigt die Umsetzung der kamerainternen JPG-Engine. Wie zu erwarten war, ist das Bild zu dunkel und es ist leicht bläulich. Die Bäume im Hintergrund weisen kaum noch Kontrast auf und waren auch durch Aufhellen nicht besser darstellbar. Also bemühte ich das RAW-Format, das einen noch stärkeren Blaustich hatte. Diesen versuchte ich mit einem automatischen Farbabgleich zu beseitigen, was aber absolut misslang, denn das Bild wurde noch blauer (siehe Bild zwei). Jetzt war manuelle Arbeit angesagt. Ich versuchte nun durch manuelle Einstellungen den Blaustich zu beseitigen und die Bäume etwas aufzuhellen. Durch die erhöhten Dynamikreserven im RAW-Format konnte ich tatsächlich die Bäume aufhellen, ohne dass sie "nur" grau wurden. Aber der Weißabgleich bereitete mir Probleme, denn wie bereits oben bechrieben, ist das Schnee ja nicht zu 100% weiß, sondern wir sehen ihn nur so. Wenn ich einen Weißabgleich machte, der den Schnee richtig weiß werden ließ, verschwand auch das Blau im Himmel und dieser wurde richtig grau. Das war aber nicht mein Ziel. Ich wählte daher einen Weißabgleich, der meines Erachtens nicht zu sehr die Bläue des Himmels wegnahm. Anschließend schnitt ich den Schneebereich mit dem Lasso aus und färbte die noch vorhandene Blautönung mit dem Umfärber-Werkzeug weiß ein. Das Ergebnis dieser Arbeit ist im dritten Bild ersichtlich. Auch kann man jetzt durch die Baumreihen sehen und erkennen, dass die Schneelandschaft dahinter noch etwas weitergeht.

 

    

 

Gut kann man an den drei Bildern die Unterschiede erkennen. Ob eine leichte Blautönung des Schnees vielleicht doch besser gewesen wäre, ist reine Geschmackssache und sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich wollte nur aufzeigen, wie man Schnee durch eine gezielte Nachbearbeitung richtig weiß machen kann.

 

 

Schriftfonts


 

Oft werde ich gefragt, wie ich eine bestimmte Schrift erzeugt habe, z.B. die Schrift bei den Spielen FotoPuzzle, Fotomemory und BlueMania. In diesem Kapitel versuche ich aufzeigen, wie so etwas ganz einfach mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm zu bewerkstelligen ist.

 

Zuerst wähle ich einen Ausgangsfont, der meinen Vorstellungen schon recht nahe kommt. Diesen habe ich im ersten Bild dargestellt. Der Filter Lacquer vom Plugin "Flaming Pear" ergibt nach einigem Ausprobieren das Bild 2. Zu erkennen sind jetzt allerdings leichte Treppenstufen, die ich durch den moderaten Einsatz eines Weichzeichners wieder entferne. Ein weiteres Plugin (kostenlos) von Redfield, der "Lattic Composer" bringt mir den Effekt, der im dritten Bild zu sehen ist. Um noch etwas Räumlichkeit zu erhalten lege ich abschließend auf den Buchstaben noch eine Innenfase als 3D-Effekt.

 

Noch weitergehende Bearbeitungen sind natürlich möglich. Wie wäre es z.B. mit etwas Feuer? Die Flammen auf dem fünften Bild habe ich mit dem Stempelwekzeug hinzugefügt. Aber immer auf einer neuen Ebene, damit ich sie auch schön verschieben konnte.

 

Bei dieser Art der Bearbeitung gilt aber immer: Probieren, probieren und nochmals probieren, denn es sind unzählige Möglichkeiten der Gestaltung vorhanden. Aber nicht falsch verstehen: Durch diese Bearbeitung wird keine neue Schriftart erzeugt, sondern lediglich eine bereits bestehende verändert. Und wenn Sie sich die einzelnen Bearbeitungsparameter merken, können Sie trotzdem immer wieder das gleiche Ergebnis erzielen.

 

        

 

Fehlt Ihnen der entsprechende Ausgangsfont? Kein Problem, denn hier gibt's mehrere tausend Fonts zum kostenlosen Download: http://www.1001freefonts.com/

 

Vielleicht ist auch gleich ein Font dabei, der Ihnen so gefällt und nicht mehr bearbeitet werden muss.

 

 

Sensorgrößen


 

Da viele mit einer Angabe wie z.B. 1/1.8" nichts anfangen können, habe ich mal eine kleine Tabelle mit den gängigsten Sensorgrößen erstellt. Zusätzlich habe ich noch die Sensorgrößen der Spiegelreflexkameras mit aufgeführt.

 

Größe

Diagonale

Abmessungen

Format

Fläche

Crop-Faktor

1/3,2"

5,2 mm

4,2 x 3,2 mm

4:3

13,44 mm²

8,3

1/2,8"

6,0 mm

4,8 x 3,6 mm

4:3

17,28 mm²

7,2

1/2,5"

6,5 mm

5,2 x 3,9 mm

4:3

20,28 mm²

6,8

1/2,4"

6,8 mm

5,4 x 4,1 mm

4:3

22,14 mm²

6,4

1/2,35"

6,9 mm

5,5 x 4,1 mm

4:3

22,55 mm²

6,3

1/2,3"

7,0 mm

5,6 x 4,2 mm

4:3

23,52 mm²

6,3

1/1,8"

9,0 mm

7,2 x 5,3 mm

4:3

38,16 mm²

4,9

1/1,72"

9,4 mm

7,5 x 5,5 mm

4:3

41,25 mm²

4,6

1/1,7"

9,5 mm

7,6 x 5,6 mm

4:3

42,56 mm²

4,6

1/1,6"

10,1 mm

8,1 x 6,1 mm

4:3

49,41 mm²

4,3

2/3"

10,8 mm

8,8 x 6,6 mm

4:3

50,08 mm²

4,0

1" (CX)

16,0 mm

13,2 x 8,8 mm

3:2

116,16 mm²

2,7

4/3"

21,6 mm

17,3 x 13,0 mm

4:3

224,90 mm²

2,0

1,5"

23,4 mm

18,7 x 14,0 mm

3:2 + 4:3

261,80 mm²

1,9

APS-C (Canon)

26,7 mm

22,2 x 14,8 mm

3:2

328,56 mm²

1,6

APS-C

28,4 mm

23,6 x 15,8 mm

3:2

372,88 mm²

1,5

APS-H

34,47 mm

28,7 x 19,1 mm

3:2

548,17 mm²

1,3

VF

43,27 mm

36,0 x 24,0 mm

3:2

864,00 mm²

1,0

 

Die tatsächlichen Größen sind nicht direkt aus den Zollangaben abzuleiten, da sie wesentlich geringer sind, als man rechnerisch vermutet. Ich will das mal so erklären: Man stelle sich den Sensor als einen Kreis vor. Der eigentlich nutzbare Bereich innerhalb des Kreises ist ein Rechteck im Verhältnis 4:3. Da dieses Recheck nicht bündig an den Kreis anschließt, ist es dementsprechend kleiner. Somit können sich je nach Hersteller noch einige Unterschiede bez. den genauen Abmessungen ergeben. Interpretieren Sie daher die einzelnen Werte nur als grobe Anhaltspunkte.

 

 

Sonnenuntergang


 

Sonnenuntergänge sind immer wieder ein beliebtes Motiv. Deshalb möchte ich Ihnen hier zwei kleine Tipps vorstellen:

 

Erstens: Wählen Sie ca. zwei bis drei Stufen Unterbelichtung. Sie können auch normal aufnehmen und anschließend die Helligkeit herunterschrauben, doch dadurch werden Ihnen leicht wichtige Details im Himmel verloren gehen.

 

Zweitens: Schalten Sie auf jeden Fall den automatischen Weißabgleich aus, außer Sie fotografieren im RAW-Format. Der automatische Weißabgleich erkennt die starke Tönung des Himmels und versucht dieser wieder einen neutralen Weißwert aufzudrücken. Das ist zwar völlig richtig, ruiniert aber die ganze Stimmung.

 

Anbei zwei Bilder. Das erste Bild wurde völlig ohne Weißabgleich aufgenommen, beim zweiten Bild dagegen stand der Weißabgleich auf Auto.

 

  

 

 

Speichern


 

In diesem Kapitel geht es darum, einen bestimmten Fehler beim Speichern von zu bearbeitenden Bildern zu vermeiden. Selbst ich habe in meiner Anfangsphase diesen Fehler gemacht.

 

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie nehmen ein Bild auf und laden das Foto im JPEG-Format auf Ihren Rechner. Jetzt stellen Sie fest, dass die Farben etwas lasch sind. Also verstärken Sie die Farben und speichern das Foto einfach unter dem alten Namen wieder ab. Abends fällt Ihnen noch auf, dass der Horizont schief ist. Das Geraderücken stellt für Sie kein Problem dar. Und wieder speichern Sie das Foto wie gehabt einfach ab. Am nächsten Tag wollen Sie das Foto im Internet veröffentlichen. Jetzt fällt Ihnen noch auf, dass nach dem Geraderücken links etwas unschön ins Bild ragt. Schnell schneiden Sie es weg und speichern wieder ab. Fürs Internet brauchen Sie aber eine kleinere Auflösung. Kein Problem: Sie verkleinern das Bild und speichern es wieder ab. Voller Freude laden Sie dann das Bild hoch und wundern sich ein wenig später über die vernichtenden Kritiken. Was ist passiert? Ganz einfach: Eine Speicherung im JPEG-Format geschieht i.d.R. über eine verlustbehaftete Komprimierung. In unserem Beispiel haben Sie exakt fünfmal Ihr Bild im JPEG-Format abgespeichert. Besser wäre gewesen, das Bild im RAW-Format von der Kamera herunterzuladen (falls möglich) und anschließend jeweils in einem verlustfreien Format zu speichern. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme bieten dafür spezielle Dateiformate an. Sie können aber auch einfach das TIFF-Format nehmen. Jetzt müssen Sie nur einmal zum Hochladen im JPEG-Format abspeichern. Sie haben übrigens noch einen zweiten Fehler gemacht: Durch das Abspeichern des verkleinerten Bildes haben Sie Ihre Original-Auflösung unwiderrufbar gelöscht. Eine weitere Bearbeitung, z.B. eine Ausschnittsvergrößerung ist jetzt mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr machbar. Speichern Sie daher grundsätzlich Ihre Bearbeitungsschritte unter unterschiedlichen Namen ab.

 

Zur Veranschaulichung sehen Sie nun drei Bilder. Das erste Bild wurde viermal im TIFF-Format und einmal im JPEG-Format gespeichert, das zweite Bild wurde dagegen fünfmal im JPEG-Format gespeichert. Das dritte Bild ist ein Ausschnitt aus dem zweiten Bild. Deutlich kann man jetzt den Farbsaum und die Strukturen (Artefakte) erkennen, die durch das JPEG-Format entstanden sind.

 

    

 

Bietet Ihre Kamera nur das JPEG-Format an, stellen Sie auf jeden Fall die höchste Auflösung und die niedrigste Komprimierung ein.

 

 

Vergrößern


 

Ist Ihnen das auch schon passiert: Sie haben ein ansprechendes Bild und möchten es großformatig ausdrucken, aber das Bild ist in der Auflösung viel zu klein? Keine Angst, ich zeige hier Ihnen, wie Sie das Bestmögliche aus Ihrem Bild herausholen können. Ich selbst habe schon ein nur 1,9 MP großes Bild auf DIN-A3+ gedruckt und war von der erreichten Qualität absolut positiv überrascht.

 

Und so bin ich vorgegangen:

 

Als erstes habe ich das Bild in 10%-Schritten soweit vergrößert, dass zumindest eine Auflösung von 200 dpi erreicht wurde. Als Algorithmus wählte ich bikubisch, da dadurch Zwischenwerte interpoliert werden. Das Vergrößern in 10%-Schritten ist qualitativ besser, als das Vergrößern in einem Schritt. Durch das Vergrößern sind auch die JPEG-Interfakte verschwunden, so dass ich sie nicht separat mit einem zusätzlichen Filter eliminieren musste.

 

Da das Ergebnis jetzt etwas flau aussah, habe ich mit dem Filter "Unscharf maskieren" nachgeschärft. Als Radius habe ich 3,0 gewählt.

 

Mit den folgenden Bildern möchte ich Ihnen die Vorgehensweise grafisch erläutern. Das erste Bild stellt das optimale Ergebnis dar, wenn die Pixelgröße von vornherein ausreichend gewesen wäre. Das zweite Bild basiert auf einem nicht ausreichend großen Ausgangsbild, das nicht interpoliert wurde. Das dritte Bild zeigt die gleiche Vergrößerung (in einem Schritt), jetzt aber interpoliert. Das vierte Bild zeigt wiederum die gleiche Vergrößerung, jetzt aber durch einzelne 10%-Schritte erreicht und das fünfte Bild zeigt das nachgeschärfte vierte Bild.

 

        

 

Natürlich erhalten Sie durch diese Vorgehensweise nicht ein Bild, das zu 100% perfekt ist, aber das Ergebnis ist wesentlich besser, als ein einfaches Hochzoomen wie beim zweiten Bild dargestellt.

 

Ich habe bei diesem Beispiel zudem mit einer extremen Vergrößerung von 400% gearbeitet. Bei weniger starken Vergrößerungen ist das Ergebnis dann natürlich entsprechend besser.

 

 

Spotmessung


 

In der Analogfotografie war ich immer ein großer Verfechter der Spotmessung, denn nur so war ich in der Lage, ein kleines Objekt richtig zu belichten. In der Digitalfotografie komme ich aber immer mehr davon ab, denn meine ersten Ergebnisse waren vernichtend. Was ist jetzt aber anders? In der Analogfotografie konnte ich nicht oder nur sehr beschränkt nacharbeiten. Es war also absolut wichtig, dass das Hauptobjekt richtig belichtet wurde. Stolz sagte man dann z.B.: "Schau mal wie hell der Hintergrund ist und trotzdem ist das Gesicht nicht zu hell oder zu dunkel". Heute dagegen bearbeitet man nach und es ist eine Kleinigkeit, ein zu dunkles Gesicht aufzuhellen.

 

Eine meiner ersten Digitalaufnahme mit Spotmessung war ein Portraitbild. Zuerst nahm ich das Bild "normal" auf und sah auf dem Display, dass es viel zu dunkel war. Also schaltete ich um auf Spot und nahm das Bild noch einmal auf. Zuhause angekommen lud ich beide Bilder auf meinen PC und war von dem Bild mit der Spotmessung absolut enttäuscht. Das Gesicht war zwar richtig belichtet, die Umgebung war aber viel zu hell und zwar derart hell, dass die Bäume am Himmel völlig ausgefranst waren. Das "zu dunkle" Bild dagegen wirkte nach der Aufhellung wesentlich besser, denn die hellen Stellen hatten noch Zeichnung.

 

Anbei zwei 100%-Ausschitte von Baumspitzen. Das erste Bild wurde mit Spotmessung, das zweite Bild mit Selektivmessung aufgenommen. Für diese Demozwecke habe ich den Himmel der beiden Bilder nachträglich blau eingefärbt, damit der Unterschied besser auffällt.

 

  

 

Deutlich kann man erkennen, dass beim ersten Bild die feinen Äste durch die Überstrahlung praktisch nicht mehr vorhanden sind und einzelne Blätter frei in der Luft hängen. Dieser Fehler war auch nicht mehr reparabel.

 

Ich will auf keinen Fall die Spotmessung verteufeln, doch ich überlege mir seit diesem Erlebnis deren Einsatz immer ganz genau.

 

 

Stativ am Tag


 

Ich werde oft belächelt, wenn ich am helligsten Tag neben meiner Kamera auch noch ein Stativ mit mir herumschleppe. Doch das hat durchaus seinen Sinn, denn ein Stativ hilft nicht nur bei Dunkelheit.

 

Für folgende Situationen ist ein Stativ am Tag empfehlenswert:

 

 

Achten Sie bei einem portablen Stativ neben der Stabilität unbedingt auch auf das Gewicht. Jedes Gramm, das man nicht mit sich herumtragen muss, zählt. Gut bewährt haben sich Carbonstative, doch diese haben leider auch ihren entsprechenden Preis.

 

 

Stil


 

Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. Versuchen Sie nicht immer nur nachzuahmen, denn jede Nachahmung kann nichts anderes ergeben als eine (schlechte) Kopie des Originals. Was kann nun aber ein eigener Stil sein? Machen Sie z.B. bestimmte Verfremdungen, bestimmte Farbtöne, bestimmte Hintergründe, bestimmte Perspektiven usw. zu Ihrem bildbestimmenden Merkmal. Somit stechen Sie aus der Masse hervor. Vielen werden Ihre Bilder vielleicht so nicht gefallen aber Sie werden einige Anhänger finden, wenn auch der Rest der Bildgestaltung gelungen ist. Wollen Sie Ihre Bilder verkaufen und Sie bieten nur 08/15-Kost an, werden Sie es sehr schwer haben. Die Leute werden zwar sagen, dass die Bilder nicht schlecht sind, aber kaufen werden sie sie trotzdem nicht. Bieten Sie nun Bilder mit einem z.B. ausgesprochenen Gelbstich an, werden auf der einen Seite viele Leute diese Bilder verteufeln aber auf der anderen Seite gibt es vielleicht jemanden der sagt: "Das ist ja außergewöhnlich und die Farbe passt genau zu meinem Sofa." Mein Leitspruch ist: "Lieber 1.000 schlechte und 10 gute Bilder als 1.010 mittelmäßige Bilder." Ich selbst setze ja gerne Verfremdungen ein. Viele dieser Bilder wurden oftmals heruntergeputzt, aber insgesamt bekam ich trotzdem wesentlich mehr positive Kritiken als bei meinen unverfremdeten Aufnahmen, weil sie anders waren und somit (mehr) Aufmerksamkeit erregten. Wenn Sie an berühmte Maler denken, werden Sie sehr schnell erkennen, dass auch deren Auszeichnungsmerkmal i.d.R. der persönliche Stil war. Und wenn ich mir so manche Gemälde betrachte, frage ich mich oft: "Was soll das?" Aber genau diese Bilder haben oftmals einen sehr hohen Wert. Es geht also immer um das Außergewöhnliche und durch einen eigenen Stil, den Sie natürlich beibehalten sollen, erreichen Sie zusätzlich noch einen hohen Wiedererkennungswert.

 

Dies ist ein Bild, das einen meiner typischen Stile aus der Vergangenheit widerspiegelt: Kräftige Farben und eine Verfemdung, bei der das Ausgangsmotiv noch sehr gut zu erkennen ist. Bei meinen Verfremdungen ließ ich gerne die einzelnen Bildteile zerfließen. Auch liebte ich Einrahmungen, die ich teilweise sehr aufwändig anfertigte.

 

Dadurch habe ich eine recht eigenständige Note geschaffen.

 

 

Tageslicht / Helligkeit


 

Licht ist in der Fotografie sehr wichtig und daher sollte man lernen, zu erkennen, wann eine gute oder optimale Lichtsituation vorliegt. Aber wie immer spielt uns unser Gehirn einen kleinen Streich, denn es passt sich automatisch der vorherrschenden Helligkeit weitestgehend an. Ich habe innerhalb drei Tagen nachmittags Aufnahmen mit folgenden Werten gemacht:

 

Datum ISO Zeit Blende
21.03.2010 500 1/60 5,6
24.03.2010 200 1/100 22

 

Was sagen uns diese Werte?

 

 

Am 24.03. war es also insgesamt 66,5 Mal heller. Bitte jetzt nicht vemuten, dass ich die Kamera einmal in den Schatten und einmal in die Sonne gehalten habe. Ich habe jedes Mal eine Pflanze fotografiert, die nicht im direkten Sonnlicht stand. Die Aufnahme am 21. war natürlich wesentlich schlechter, da durch die große Blendenöffnung keine optimal Schärfentiefe zu erreichen war. Wäre ich hier auch auf Blende 22 gegangen, hätte ich ISO 8.000 einstellen müssen und das wollte ich mir nicht antun, denn ich mag absolut kein Bildrauschen. Da zusätzlich noch ein leichter Wind wehte, war im Prinzip auch die Zeit zu kurz gewählt. Hier wäre 1/250 Sekunde wohl wesentlich besser gewesen und schon sind wir bei ISO 32.000 angekommen. Ich kann an meiner Kamera zwar fast diesen Wert einstellen aber die meisten anderen Fotografen werden hier wohl passen müssen.

 

Mein Tipp daher: Unbedingt auf gute Lichtverhältnisse warten und nicht auf Teufel komm raus ein Bild machen.

 

 

Tropfenbilder


 

Tropfenbilder werden immer wieder gerne betrachtet. Doch wie kommt man zu solchen Bildern?

 

Es ist viel einfacher als man denkt.

 

Zur Demonstration habe ich eine große orangerote Schüssel mit etwas Wasser aufgefüllt. Eine zweite Person lässt nun über eine Pipette, bzw. Spritze Wasser in die Schüssel tropfen. An die Stelle, an der der Tropfen aufkommt, habe ich anschließend einen Finger gehalten und die Kamera, die sich auf einem Stativ befand, darauf scharf stellen lassen. Nach dem Scharfstellen habe ich den Autofokus ausgeschaltet. Jetzt musste lediglich die zweite Person genau auf diese Stellen die einzelnen Tropfen fallen lassen. Da man diese Tropfen relativ gut abschätzen konnte, brauchte ich nur noch den Auslöser manuell zu betätigen. Für die notwendige Helligkeit sorgte der eingebaute Kamerablitz, den ich mit einem Papier etwas verdeckte, so dass er den Tropfen nicht direkt erreichen konnte. Er löste vielmehr einen Tochterblitz aus, der seitlich aufgestellt war.

Anbei ein Bild, das durch diese Technik entstanden ist.

 

 

Natürlich gibt es noch viele Variationsmöglichkeiten, wie z.B. ein durchscheinendes Glasgefäß mit einem arrangierten Hintergrund. Auch müssen nicht unbedingt immer zwei Personen beteiligt sein. Man kann z.B. selbst tröpfeln und einen Funkauslöser verwenden oder ganz einfach das Gefäß unter einen tropfenden Wasserhahn stellen.

 

 

Verkleinern, aber richtig


 

Auch beim Verkleinern eines Bildes kann man Fehler machen. Erstens gibt es zwar verschiedene Algorithmen, die man anwenden kann. I.d.R. ist man mit bikubisch am besten bedient. Aber zweitens musste ich dabei folgendes feststellen: Bikubisch ist nicht gleich bikubisch, denn verschiedene Bildbearbeitungsprogramme bringen tatsächlich unterschiedliche Ergebnisse. Besonders auffällig wird ein Fehlverhalten, wenn man Schrift verkleinert, da diese dann sehr schwer lesbar wird. Was also tun, wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist? Mir ist folgendes aufgefallen: Wenn ich das Bild in meinem Programm zoome, ist das Ergebnis wesentlich besser, als wenn ich es konventionell verkleinere. Also muss das das Verkleinern eigentlich auch besser gehen, doch nur wie? Ganz einfach: Ich mache EDV zu Fuß, indem ich das Bild mit der Zoomfunktion verkleinere und anschließend mit einem weiteren, aber kostenlosen Programm ausschneide, in meinem Fall mit dem Programm Hardcopy.

 

Anbei das Ergebnis. In beiden Fällen habe ich die Schrift auf 50 Pixel verkleinert und anschließend, um die Unterschiede besser aufzuzeigen, auf 180 Pixel vergrößert (durch Anpassung der Pixelgröße).

 

  

 

Ich glaube, dass das Beispiel deutlich genug ist: Das erste Bild wurde bikubisch verkleinert und das zweite Bild mit der Zoomfunktion.

 

 

Warum nicht jedes Vollformatobjektiv an Crop-Kameras passt


 

Eigentlich müsste ein Objektiv, das für das Vollformat gerechnet ist, an einer Crop-Kamera nur Vorteile bringen. I.d.R. tut es das auch, speziell im Bereich der Vignettierungen. An was aber nicht jeder denkt, ist dass jedes Objektiv eine bestimmte Auflösungsgrenze hat. Ist z.B. ein Vollformatobjektiv für eine Auflösung von 21 MP gerechnet, so ist es ein Trugschluss so glauben, dass dieses Objektiv an einer Crop-Kamera mit "nur" 16 MP genau so scharf ist. Warum? Im Vollformatbetrieb wird der ganze Bereich des Objektivs ausgenutzt, beim Crop-Betrieb nur der halbe. Also muss das Objektiv hochgerechnet jetzt 32 MP auflösen können. Und wenn es das nicht kann, wirkt das Bild verwaschen.

 

Daher bitte vor dem Kauf eines Vollformatobjektives genau darauf achten, welche Auflösung mit dem Objektiv möglich ist, besonders wenn es für den Einsatz an einer hochauflösenden Crop-Kamera vorgesehen ist.

 

 

Verwacklungsrechner


 

Verwacklungen bei nicht bewegten Objekten entstehen i.d.R. durch zu lange Belichtungszeiten. Mit welchen Zeiten kann man aber noch verwacklungsfrei aufnehmen? Früher war alles so einfach: Man nahm als Faustformel einfach den Kehrwert der Brennweite, z.B. Brennweite = 100 mm und daraus folgend war dann die max. Belichtungszeit = 1/100 s.

 

Heute ist es etwas komplizierter geworden, da evtl. noch ein Crop-Faktor und ein Bildstabilisator (Wackeldackel) dazugekommen sind. Der Crop-Faktor ist allein abhängig von der Sensorgröße und hat mit dem verwendeten Objektiv nichts zu tun. Der Zugewinn des Wackeldackels wird in Blenden angegeben. Oft ist man auch gewohnt, dass die Kamera alles automatisch macht. Es gibt z.B. die ISO-Automatik, die bei zu langen Belichtungszeiten einfach die Empfindlichkeit hochsetzt, so dass Verwackelungen vermieden werden. Mir ist aber noch keine Kamera untergekommen, die das wirklich perfekt kann. Für meinen Geschmack wird viel zu früh die Empfindlichkeit hochgesetzt, was zu einem erhöhten Bildrauschen führt.

 

Was ist nun ein Wackeldackel? Ein Wackeldackel ist eine mechanische Konstruktion, die durch eine gegenläufige Bewegung das Verwackeln vermindert. Sie kann im Gehäuse eingebaut sein oder im Objektiv. Der Vorteil beim Einbau im Gehäuse ist, dass damit sämtliche Objektive stabilisiert werden, der Vorteil beim Einbau im Objektiv ist das stabilisierte Sucherbild. Was letztendlich besser ist, kann ich hier nicht beantworteten. Darüber streiten sich schon einige Internet-Communitys. Es gibt auch einen digitalen Bildstabilisator. Meines Erachtens ist dies aber nur ein Werbetrick, dann das Wackeln wird damit nicht ausgeglichen, sondern es wird lediglich die Empfindlichkeit im Bedarfsfall hochgesetzt, was wiederum zu einem erhöhten Bildrauschen führt.

 

Und wie kann man das Ganze jetzt berechnen? Ganz einfach: Max. Belichtungszeit = Kehrwert (Brennweite x Cropfaktor) / 2 hoch gewonnene Blenden durch Wackeldackel.

 

Ein Beispiel:

 

Brennweite:

200 mm

Crop-Faktor:

1,5

Wackeldackel:

+ 3 Blenden

 

200 * 1,5 = 300, der Kehrwert = 1/300

2 hoch 3 = 8

1/300 / 8 = 1/37,5

 

Sie können also mit ca. 1/40 s noch verwacklungsfrei aufnehmen. Dieser Wert ist natürlich nur ein Richtwert. Manche haben das absolut ruhige Händchen und schaffen vielleicht sogar 1/20 s und andere dagegen verwackeln schon bei 1/60 s.

 

Noch zwei Tipps:

 

Haben Sie eine Kamera mit eingebautem Wackeldackel und Ihr Objektiv hat ebenfalls einen Wackeldackel, so ist immer eine Bildstabilisierung zu deaktivieren, am besten natürlich die schlechtere. Beide zusammen addieren sich nämlich nicht, sondern heben sich gegenseitig auf und führen im schlimmsten Fall sogar zu einer Verschlechterung gegenüber einer unstabilisierten Aufnahme.

 

Benutzen Sie ein Stativ, dann schalten Sie bitte den Wackeldackel ebenfalls aus. Eine Stabilisierung ist so konstruiert, dass sie auf die Verwackelungen reagiert, die die menschliche Hand beim Halten produziert. Evtl. Erschütterungen über das Stativ kann sie aber nicht ausgleichen. Wie auch oben beschrieben, kann es beim eingeschalteten Wackeldackel hier ebenfalls zu einer Verschlechterung kommen.

 

Anbei nun ein kleines Programm, das Ihnen beim Ausrechnen der max. Belichtungszeit hilft:

 

Verwacklungsrechner

Brennweite in mm:

Crop-Faktor:

Bildstabilisierung in Blenden:

Wie ruhig ist Ihre Hand:

(1 = sehr ruhig, 2 = normal, 3 = eher unruhig)

Ihr Qualitätsanspruch:

(1 = absolut top, 2 = normal, 3 = eher mäßig)

Max. Zeit, um verwacklungsfrei zu fotografieren:

 

 

 

Weißabgleich bei Mischlicht


 

Ich hatte neulich eine sehr undankbare Aufgabe, denn ich musste mehrere Fotos bei Mischlicht machen. Das Licht setzte sich zusammen aus Tageslicht (durch einzelne Fenster), Deckenlicht (Leuchtstoffröhren) und meinem Blitz als Aufheller. Da jedes Foto an einem anderen Platz gemacht wurde, sah es auch jedesmal im Farbton entsprechend anders aus und somit musste ich bei jedem Foto so lange herumexperimentieren, bis die Farben halbwegs passten. Warum war das Ganze so schwierig? Mir fehlte einfach ein Bezugspunkt. Stimmte ich z.B. den Farbabgleich auf eine weiße Wand im Hintergrund ab, so stimmte dies meistens nicht, da die aufzunehmenden Personen durch die unterschiedlichen Lichtquellen völlig anders ausgeleuchtet wurden.

 

Man kann es sich auch schwer machen, denn die Lösung ist so einfach: Man muss nur ein weißes Blatt Papier sehr nah am Objekt platzieren und dann darauf abstimmen.

 

Bei den folgenden Bildern habe ich also ein kleines weißes Blatt Papier an den Aufnahmerand des Bildes gelegt. Natürlich stört bei der fertigen Aufnahme so ein Stück Papier, aber man kann es evtl. wegklonen oder einfach abschneiden. Die Aufnahme erfolgte mit einer farbigen Glühbirne. Das ist jetzt zwar kein Mischlicht, aber als Beispiel genau so gut geeignet, da das Motiv keine weiße Fläche als Bezugspunkt enthielt.

 

      

 

Als erstes sehen Sie eine Aufnahem mit einem deutlichen Farbstich. Links unten befindet sich das Referenzpapier, das eigentlich weiß sein sollte. Beim zweiten Bild erfolgte nun der Weißabgleich genau auf dieses Stück Papier. Da der Untergrund des Bildes sehr gleichmäßig war, konnte ich das Blatt einfach wegklonen. Dies zeigt das dritte Bild. Eine andere Möglichkeit ist das Beschneiden, wie es z.B. das vierte Bild zeigt.

 

Mischlicht, gerade mit Kunstlicht, ist immer eine schlechte Variante. Versuchen Sie daher in so einem Fall, das Kunstleicht so weit wie möglich abzudunkeln und verwenden Sie dafür einen ausreichend starken Blitz.

 

 

Weniger ist manchmal mehr


 

Ich musste feststellen, dass viele Leute viel zu viele Bilder machen, gerade so, als wäre es ein Sport, die meisten Bilder zu schießen. Warum finde ich das falsch? Ganz einfach, weil man sich bei der Aufnahme keine Gedanken mehr macht, denn die Nachbearbeitung wird's schon richten. Aber genau diese Annahme ist sehr häufig falsch, denn man kann zwar vieles nachträglich korrigieren, aber nicht alles. Etwas Abgeschnittenes anfügen, einen Schatten beseitigen oder eine grobe Fehlbelichtung lassen sich z.B. überhaupt nicht mehr oder nur noch mit erheblichem Aufwand retuschieren.

 

Früher, zu Analogzeiten, dachte man noch genau über jedes Foto vor dem Abdrücken nach, dann jedes einzelne Bild kostete Geld. Man achtete auf jede Kleinigkeit und erreichte so, auch ohne Nachbearbeitung, respektable Ergebnisse. Daher mein Tipp: Nicht einfach nur abdrücken, sondern vorher genau überlegen, wie das fertige Bild überhaupt aussehen soll und dementsprechend die Einstellungen und den Standpunkt wählen. Sie werden so über kurz oder lang die besseren Ergebnisse erzielen.

 

Weitere Vorteile dieser Vorgehensweise sind

 

 

Im Nachtrag möchte ich noch sagen, was meiner Meinung nach zu viele Bilder sind und zwar im Vergleich zu früher. Wenn ich damals einen Spaziergang machte, wurde der Film oft nicht einmal halbvoll. Also machte ich nicht einmal 18 Bilder. Und wenn heute in der gleichen Zeit jemand 100 - 200 Bilder schießt, ist das einfach zu viel. Und Hand aufs Herz: Wie viel von den 100 -200 Bildern taugen etwas und wie viel sind Müll?

 

 

Wolken einfügen


 

Oft steht man vor dem Problem, dass man zwar ein schönes Motiv hat, aber einen absolut unpassenden Himmel dazu. An dem folgenden Beispiel möchte ich zeigen, wie man dieses Malheur nachträglich beheben kann. Das Bild stellt eine Aufnahme von Mohrle dar und ist von mir nachträglich bearbeitet worden.

 

1. Das Ausgangsbild

 

 

Eigentlich kein schlechtes Motiv, doch stört hier der weiße Himmel gewaltig. Was ist also zu tun? Auf eine bessere Wetterlage warten oder nachträglich bearbeiten?

 

2. Ein Wolkenbild

 

Ich entschied mich für die Bearbeitung und nahm zuerst ein vorhandenes Wolkenbild, das ich exakt auf die gleichen Abmessungen zurechtschnitt. Sämtliche Farbanpassungen des Himmels habe ich bereits jetzt vorgenommen. In diesem Fall habe ich das Blau etwas intensiviert.

 

3. Das berechnete Bild

 

Nachdem beide Bilder gleich groß waren, habe ich über den Menüpunkt "Berechnung" meines Programms ein neues Bild erzeugt. Als Funktion habe ich "Dunkelstes" ausgewählt. Alle weiteren Einstellungen entsprachen dem Standard.

 

4. Das Ergebnis

 

Jetzt musste ich nur noch die Wolkeneffekte an dem Haus entfernen. Dazu habe ich das Originalbild als neue Ebene an zweiter Stelle eingefügt und mit dem Radiergummi das Haus großzügig freiradiert. Das Ergebnis kann sich m.E. absolut sehen lassen und ist auf jeden Fall besser, als ein Ausschneiden mit dem Zauberstab, da die Bäume dann am Himmel einen weißen Saum aufweisen würden und evtl. noch zusätzlich ausfransen würden.

 

Diese Methode funktioniert am besten, wenn die Objekte am Übergang zum Himmel relativ dunkel sind. Hellere Bereiche, die deutlich abgegrenzt sind, stören nicht und können leicht radiert werden, ohne dass man auf eine pixelgenaue Bearbeitung achten muss.

 

 

Zoomobjektiv oder Festbrennweite?


 

Diese Frage hat sich mir bereits mehrmals gestellt und ich stand jedes Mal vor der Aufgabe die richtige Entscheidung zu treffen. Aber leider gibt es auch hier keine eierlegende Wollmichsau, sondern jede Gattung hat ihre Vor- und Nachteile.

 

 

 

 

 

Wie man sieht, sind einige Gegensätzlichkeiten vorhanden. Meiner Meinung nach ist ein (preiswertes) Zoomobjektiv ideal für das schnelle Bild und für Einsteiger, die (noch) keinen Wert auf das absolut beste Ergebnis legen. Ein Profi dagegen wird sich häufig für Fest­brennweiten entscheiden, da er damit u.U. noch ein Quäntchen mehr an Qualität herausholen kann. Um einen zeitintensiven Objektivwechsel zu vermeiden, haben viele Profis oft auch gleich mehrere Gehäuse im Zugriff, die mit unterschiedlichen Festbrennweiten bestückt sind. Aber auch die Elitezooms der einzelnen Hersteller sind für Profis interessant. Diese können allerdings schon einmal 3 kg und mehr wiegen. Und genau das war der Grund, warum ich mich gegen solche Objektive entschieden habe, denn was nützt mir das beste Objektiv, wenn es zuhause in der Schublade liegt?

 

 

Überschärfen


 

Ich nenne diesen Tipp bewusst Überschärfen und nicht Schärfen. Wie man schärft wissen die meisten. Dafür gibt es in den diversen Bildbearbeitungsprogrammen die verschiedensten Filter. Dabei wir aber häufig der Fehler gemacht, dass man zuviel schärft. Das Internet ist voll davon. Auch ich habe diesen Fehler schon oft gemacht. Man konzentriert sich auf das Hauptmotiv und denkt: "Ein bisschen mehr kann nicht schaden." Mit viel Glück gewinnt das Hauptmotiv an Schärfe und Natürlichkeit, aber oft wirkt das Umfeld dann völlig unnatürlich. Wie kann man das vermeiden? Ich schärfe daher aktuell teilweise nur noch selektiv. Dazu schneide ich das zu schärfende Objekt aus und bearbeite dieses in einem neuen Fenster. Wenn ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, füge ich es wieder ein. Die Übergänge bearbeite ich mit einem Weichzeichnungspinsel. Ich habe aber auch schon ein ganzes Bild geschärft und anschließend mit dem Weichzeichnungspinsel die überschärften Teile wieder weichgezeichnet. Das empfehle ich aber absolut nicht, denn erst Scharfzeichnen und dann Weichzeichnen kann nur Qualität kosten.

 

  

 

Das erste Bild ist richtig geschärft. Es wirkt dadurch natürlich. Das zweite Bild ist dagegen total überschärft Das sieht nicht gut aus. Das Bild wirkt grobkörnig und in der Vergrößerung meint man, dass es total verrauscht ist. So sehen keine Bäume aus. Gerade in der Natur ist vieles weich, z.B. das Gras. Das hart zu machen, wirkt einfach nicht.

 

Das oben Gesagte gilt auch für Portraitaufnahemn. Keiner Frau wird es gefallen, wenn ihre Haut übermäßig geschärft wird. Im Gegenteil, hier zeichne ich gerne noch weich und versuche zusätzlich seklektiv alle Hautunreinheiten zu beseitigen.