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Fototipps

Die professionelle Seite für anspruchsvolle Fotos und Bearbeitungen


Häufig werde ich gefragt, wie ich ein bestimmtes Bild bearbeitet habe. Auf dieser Seite möchte ich nun die Gelegenheit nutzen, um die einzelnen Fragen ausgiebig und verständlich zu beantworten, bzw. um etwas Grundwissen zu vermitteln. Als Programm zur Bildbearbeitung setzte ich Paint Shop Pro Photo ein. Ich werde aber versuchen, meine Ratschläge weitestgehend programmunabhängig darzubieten.

Alle Tipps sind absolut handgemacht und beruhen auf eigenen Erfahrungen. Sie sind garantiert nirgendwo abgeschrieben. Daher ist ein Kopieren und Anbieten auf fremden Seiten nicht gestattet. Gegen eine Verlinkung ist dagegen nichts einzuwenden. Jeder Tipp kann dabei separat angesprochen werden.

 

 

Übersicht

 

Abkürzungen

Bedeckter Himmel

Beugungsunschärfen

Bildaufteilung

Bildbewertung

Bildgröße und -qualität

Bildrauschen

Bildschärfe versus Bildrauschen

Blaue Stunde

Blitzen

Brennweite

Collagen

Colourkeys

Cropfaktor = Brennweitenverlängerung?

Details herausarbeiten

Farben hochziehen

Farbgestaltung

Feuerwerk

Foto-Homepage

Fotoprogramme

Freistellen

Geduld

Gitter ausblenden

Hartes / weiches Wasser

Highkey / Lowkey

Hintergrund schwärzen

Kamera richtig halten

Kerzen

Kompakt- oder Spiegelreflexkamera

Konzertfotografie

Kurztipps

Licht und Schatten

Liebling, stell Dich mal vors Gebäude

Makro und Wackeldackel

Minimalismus

Mitziehen

Motive

Nahlinse

Naturfotografie

Nebel

Objektiv mit Wackeldackel oder lieber doch nicht?

Personen entfernen

Perspektive

Polfilter

Rahmen I

Rahmen II

Rauschunterdrückung durch Mehrfachbelichtung

Rauschverhalten beurteilen

RAW oder JPEG

RAW-Konverter

Räumliche Wirkung

Schnee

Schriftfonts

Schärfentiefe bei Makros

Selektives Aufhellen

Sensorgrößen

Sonnenuntergang

Speichern

Spiegelungen

Spotmessung

Stativ am Tag

Stil

Tageslicht / Helligkeit

Tropfenbilder

Verfremden

Verkleinern, aber richtig

Vergrößern

Verwackeln

Warum nicht jedes Vollformatobjektiv an Crop-Kameras passt

Weißabgleich bei Mischlicht

Weniger ist manchmal mehr

Wolken einfügen

Zoomobjektiv oder Festbrennweite

Überschärfen

 

 

Abkürzungen

 

Ist es nicht schon schwer genug, die einzelnen fotografischen Fachbegriffe zu kennen, so gibt es zudem noch eine ganze Reihe an Abkürzungen. Hinter manchen Abkürzungen verbirgt sich oft ein englisches Wort und/oder eine firmeneigene Bezeichnung. Da ich schon sehr häufig auf deren Bedeutung angesprochen wurde, möchte ich hier eine kleine Übersicht der häufigsten Abkürzungen anbieten.

 

Abkürzung

Ausgeschrieben

Bedeutung

AF

Automatic Focus

Automatik zum Scharfstellen

AE

Automatic Exposure

Programm für Belichtungsautomatik

AI

Advanced Integrated Focus

Automatische Scharfstellung

APO

Apochromat

Korrektur der drei Grundfarben

A(v)

Aperture Prioirity (value)

Programm für Zeitautomatik

CA

Chromatische Aberration

Linsenfehler, der zu Farbsäumen führt

CCD

Charge coupled Device

Sensor

CF (-Card / -Karte)

Compact Flash (-Card / -Karte)

Speicherkarte
CMOS

Complementary Metal Oxide Semiconductor

Sensor
CT

Cross-Type

Kreuzsensor zur Entfernungsmessung

DEP

Depth

Schärfentiefe
DSLR

Digital Single Lens Reflex

Digitale Spiegelreflexkamera

DSP

Digital Signal Processor

In Kameras eingesetzter Prozessor

DX

Digital?

Format digitaler Kameras von Nikon (halbe Größe wie FX)

EBV

Elektronische Bildverarbeitung

PC-Programm zur Nachbearbeitung digitaler Bilder

ED

Extra low Dispersion

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

EOS

Electro Optical System

Autofokuskamera (Canon)

ESP

Electro Selective Pattern

Mehrfeldmessungen
EV

Exposure Value

Lichtwert / Modus zum Über- / Unterbelichten

EVIL

Electronic Viewfinder Interchangeable Lens

Kamera mit Wechselobjektiven, aber ohne Schwingspiegel

F

Fokussierzahl

Brennweite
FX

Full?.

Vollformat (Kleinbild) von Nikon

GPS

Global Position System

Infos zum Aufnahmeort können gespeichert werden

HSM

Hyper Sonic Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Sigma)

IF

Innenfokussierung

Beim Scharfstellen wird die Objektivgröße nicht verändert

IS

Image Stabilisation

Reduziert Verwackelungen (Canon / Olympus)

ISO

International Organization for Standardization

Wert für Lichtempfindlichkeit

JPEG

Joint Photographic Experts Group

8-Bit-Dateiformat für Bilder mit verlustbehafteter Kompression
LD

Low Dispersion

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

M(F)

Manual (Focus)

Ermöglicht manuelles Einstellen der Entfernung

OS

Optical Stabilizer

Reduziert Verwackelungen (Sigma)

PS

Photoshop, seltener Paint Shop

Professionelles Bildverarbeitungsprogramm

RAW = englisch für roh Das Rohdatenformat der Kameras

SD (-Card / -Karte)

Secure Digital Memory (-Card / -Karte)

Speicherkarte
SDM

Supersonic-Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Pentax)

SLR

Single Lens Reflex

Analoge Spiegelreflexkamera

SR

Shake Reduction

Reduziert Verwacklungen (Pentax)

SWM

Silent Wave Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Nikon)

Tele

griechisch für fern

Objektiv für große Entfernungen

TIFF Tagged Image File Format Dateiformat für Bilder ohne Qualitätseinbußen
TTL

Through the Lens

Belichtung- und Entfernungsmessung erfolgt hinter dem Objektiv

T(v)

Time (Value)

Programm für Blendenautomatik

T&S

Tilt und Shift

Objektiv, das verschoben und verschwenkt werden kann

UDU

Ultra Low Dispersion

Hochwertige Linse mit annähernd gleich starker Lichtbrechung

USM

Ultra Sonic Motor

Ultraschallmotor in Objektiven (Canon)

Visa

Visagistin

Wird bei der Modellfotografie benötigt

VC

Vibration Compensation

Reduziert Verwackelungen (Tamron)

VR

Vibration Reduction

Reduziert Verwacklungen (Nikon)

 

 

Bedeckter Himmel

 

Oft hört man den Spruch: "Sonne im Rücken, Auslöser drücken!" Ich komme aber immer mehr von dieser Vorgehensweise ab. Warum? Die Sonne sorgt zwar für kräftige Farben, aber auch für Schatten, die man all zu oft bei einer Aufnahme übersieht. Eine Kamera hat aber nicht eine so hohe Dynamik (= Unterschied zwischen dem hellsten um dem dunkelsten Wert), um solche Schatten immer detailgetreu abbilden zu können. Oft werden solche Aufnahmen dann unansehlich, die hellen Bereiche werden zu weiß und fransen aus, die dunklen Bereiche werden schwarz. Abhilfe bei so einer Aufnahme schafft oft ein leichtes Unterbelichten, so dass die hellen Teile nicht ausfransen. Anschließend muss das Bild dann nachbearbeitet werden: Die dunklen Teile sind aufzuhellen.

Aktuell bevorzuge ich Aufnahmen bei bedecktem Himmel. Das gelingt sehr gut, wenn der Himmel nicht mit aufs Bild muss. Muss der Himmel dagegen auch aufs Bild, sieht es oft nicht gut aus, denn ein weißer Himmel hat fotografisch gesehen kaum einen Reiz. In solchen Fällen schneide ich den farblosen Himmel aus und füge in einer neuen Ebene einen anderen Himmel hinzu. Dafür habe ich extra ein gutes Dutzend Aufnahmen gemacht.

Im folgenden möchte ich Ihnen ein paar Beispiele darbieten:

  • Eine Aufnahme, die bei völlig bedecktem Himmel entstanden ist. Auf dem Bild sind überhaupt keine Schatten zu erkennen. Es wirkt schon fast wie eine HDR-Aufnahme.
  • Auch hier war der Himmel weitestgehend bedeckt. Bei der anschließenden Bearbeitung habe ich einen Nachteffekt hinzugefügt und den farblosen Himmel durch einen wesentlich dramatischeren Himmel ausgetauscht. Wiederum kann man fast eine HDR-Aufnahme vermuten.
  • Und zum Schluss noch ein Beispiel, wie man es eigentlich nicht machen sollte, denn der Schatten eines angrenzenden Hauses stört hier gewaltig. Da mir der Baumstumpf aber trotzdem sehr gut gefiel, habe ich ihn später ausgeschnitten und in ein anderes Bild eingebaut.

 

    

 

Den Schatten bei dem letzten Bild habe ich bei der Aufnahme gar nicht bemerkt, umso enttäuschender war dann das Ergebnis. Oft übersieht man solche Schatten, weil einerseits das Auge wesentlich mehr Helligkeitsunterschiede wahrnehmen kann, als das Bild einer normalen Kamera und weil man andererseits sich zu sehr auf das Hauptmotiv konzentriert.

 

 

Beugungsunschärfen

 

Will man einen großen Schärfetiefenbereich erzielen, so hat man gelernt, dass man möglichst weit abblenden muss. Ist das Licht hell genug, kann man also Blende 22 oder gar 32 nehmen. Doch was ist das? Das Bild wirkt beim nachträglichen Betrachten dennoch nicht besonders scharf. Was ist passiert? Wenn man Verwackelungen und Bewegungsunschärfen ausschließen kann, dann hat die Beugungsunschärfe zugeschlagen.

Die Beugungsunschärfe entsteht dadurch, dass das Licht auf den Blendenrand fällt und dort gebeugt wird. Je kleiner nun die Blende ist, umso schlechter wird das Verhältnis von ungebeugtem und gebeugtem Licht. Weiterhin ist die Beugungsunschärfe von der Pixelgröße des Sensors abhängig. Je kleiner ein Pixel ist, umso mehr macht sich die Unschärfe bemerkbar. Eine DSLR im Kleinbildformat mit 12 MP ist bei dieser Problematik einer Kompaktkamera mit 15 MP demnach haushoch überlegen. Dies ist auch mit ein Grund, warum kleine Kompaktkameras oft nur Blende 8 als kleinste Blendenöffnung haben.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch den Begriff der förderlichen Blende erwähnen. Die förderliche Blende ist die Blende, bei der sich der Zugewinn an Schärfentiefe und der Verlust durch die Beugungsunschärfe die Waage halten. Eine größere Blende würde jetzt zwar die Schärfentiefe noch etwas erhöhen, aber gleichzeitig auch das gesamte Bild leicht unschärfer wirken lassen. Sie können durch eine Versuchsreihe die förderliche Blende leicht selbst ermitteln oder schauen Sie im Internet nach. Dort gibt es diverse Tabellen zu diesem Thema. Ich selbst bin fürs Ausprobieren, denn - um nur ein Beispiel zu nennen - können durch verschiedene bauartbedingte Lamellenformen einzelner Objektive m.E. auch verschieden starke Beugungsunschärfen auftreten.

 

 

Bildaufteilung

 

Ich kenne viele Leute, die immer wieder versuchen, das Objekt der Begierde weitestgehend mittig zu platzieren, damit es besser zur Geltung kommt. Fotografisch gesehen ist dies jedoch eine Katastrophe, denn so ein Bild wirkt gestellt und langweilig. Um dem entgegen zu wirken haben sich zwei Ansätze über die Jahre hinweg behauptet: Die 2/3-Regel und der goldene Schnitt.

Bei der 2/3 Regel steht das Objekt bei ca. 33% oder 66% vom Rand entfernt, also nicht in der Mitte bei 50%.

Beim goldenen Schnitt geht man von einem Verhältnis von 1:1,618 aus, also 32% oder 68%. Der goldene Schnitt wird durch ein mathematisches Verfahren hergeleitet und soll eine besonders angenehme Bildwirkung hervorrufen.

Wie wir sehen, liegen die 2/3-Regel und der goldene Schnitt nicht weit auseinander, so dass wir uns getrost auf die 2/3-Regel beschränken können. Bei Mattscheiben oder Displays mit Gitternetzlinien lässt sich diese Regel dann auch sehr einfach anwenden. Aber bitte, wir machen Fotos und keine mathematischen Kunstwerke. Also bitte nicht übertreiben.

Bei den folgenden Bildern habe ich zuerst eine Aufnahme im normalen Querformat gemacht. Ich habe peinlich darauf geachtet, dass die Moschee auch schön in der Mitte ist. Bei der zweiten Aufnahme wählte ich das Hochformat, um die Spiegelung wiederum komplett abzulichten, aber um auch gleichzeitig die Moschee aus der Mitte verschieben zu können. Jetzt fehlt der etwas zu dunkle linke Teil, die Bäume sind nicht mehr abgeschnitten und der attraktive Himmel kommt wesentlich besser zur Geltung. Was gefällt Ihnen besser?

 

  

 

Das Ganze ist natürlich nur ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung. Aber ich hoffe, dass man die unterschiedlichen Bildwirkungen sofort erkennen kann.

 

 

Bildbewertung

 

Dies ist zwar kein direkter Fototipp, aber da ich immer öfters feststellen muss, dass in den div. Communitys die Meinungen bei diesem Thema weit auseinandergehen, möchte ich meine Sichtweise dazu in diesem Kapitel darlegen.

  • Wie bewerte ich ein Bild?
  •  

    Ich mache es mir eigentlich relativ einfach. Zuerst schaue ich, ob mich das Bild überhaupt anspricht. Das ist für mich der wichtigste Parameter. Ein Bild, das mich nicht bewegt, kann technisch noch so gut sein, ich würde es mir z.B. nie kaufen. Danach beurteile ich die Originalität. Ein Bild, das es so schon 1.000 Mal gibt, zeigt wenig Kreativität und führt bei mir zu Minuspunkten. Und ganz zum Schluss bewerte ich die Technik, z.B. stimmen die Farben, ist der Horizont gerade, ist das Bild scharf, hat es einen guten Schärfentiefeverlauf, stimmt der Bildschnitt, wie stark rauscht es, usw.

  • Wie gehe ich mit negativer Kritik um?
  •  

    Damit haben viele ein Problem, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, denn gerade die negative Kritik ist es, die einem weiterhilft. Es nutzt mir absolut nichts, wenn ich mittelmäßige Bilder mache und jeder sagt nur toll und schön. Ich bin dann der Meinung, dass meine Bilder gut sind und entwickle mich nicht weiter. Gerade durch negative Kritik habe ich selbst sehr viel gelernt, z.B. bei überschärften Bildern, zu wuchtigen Rahmen, zu krassen Farben, usw. Aber warum tut negative Kritik teilweise so weh? Oft verbindet man mit einem Bild irgendein Erlebnis und hat dadurch zu dem Bild eine ganz andere Beziehung als der Betrachter, der diese Hintergrundinformation überhaupt nicht besitzt. Deshalb sollte man immer die Überlegung anstellen: Wie wirkt das Bild auf einen Dritten?

  • Darf ich selbst negative Kritik vergeben?
  •  

    Natürlich (siehe oben)! Aber es versteht sich von selbst, dass jegliche Form der Kritik niemals beleidigend sein darf. Wer das verstanden hat, der beschwert sich auch nicht über eine solche Bewertung, sondern ist sogar dankbar dafür.

  • Ich bin ein Laie, kann ich überhaupt ein Bild bewerten?
  •  

    Hierzu kommt von mir ein eindeutiges Ja, denn stellen Sie sich folgendes vor: Sie wollen Ihre Bilder verkaufen. Wenn es nicht gerade Bilder für eine gewerbliche Weiternutzung sind, wer ist dann Ihre (größte) Zielgruppe? Richtig, der Laie. Und den interessiert womöglich viel mehr die Wirkung auf ihn, als die letzte technische Raffinesse bei der Umsetzung. Auch mich interessiert, wie ein Bild in der Masse ankommt und nicht nur, wie es bei einigen Profis ankommt.

  • Soll ich hier bewerten, denn für meinen Geschmack gibt es viel zu viel Vetternwirtschaft?
  •  

    Das ist ein großes Problem, das vielen zu schaffen macht. Ich dagegen sehe es ganz gelassen, denn man kann es nicht verhindern, auch nicht durch eine anonyme Bewertung. Und die Bewertungen, die nach dem Motto: Bewertest Du mich, dann bewerte ich Dich, zusammenkommen, sind ehe nur Lobhudeleien, die nichts für die persönliche Weiterentwicklung beitragen. Also bewerten Sie trotzdem und ziehen Sie sich auf keinen Fall zurück, denn das wäre der Tod vieler Communitys.

 

Bildgröße und -qualität

 

Viele Bilder werden im Internet präsentiert und dabei in viel zu großer Auflösung angeboten. Die durchschnittliche Auflösung bei einem 19"-Monitor beträgt 1280 x 1024 Pixel. Ein Bild wird aber selten auf dem gesamten Bildschirm angezeigt, sondern innerhalb des Browsers. Für eine große Darstellung reicht deshalb schon eine Auflösung von 1024 x 768 Pixel vollkommen aus. YogiFotos selbst bietet die Bilder nur mit max. 800 Pixel / Seite an und hat somit i.d.R. weniger als 0,5 MP. Ich habe im Netz aber auch schon Dateien gesehen, die größer als 12 MP waren.

  • Warum ist es aus meiner Sicht falsch, größere Auflösungen einzustellen?
  • Man verbrät damit wertvollen Speicherplatz
  • Die großen Dateien werden i.d.R. beim Betrachten komplett übertragen und erst auf dem heimischen Rechner verkleinert, so dass unangemessen lange Ladezeiten entstehen.
  • Der Betrachter wird damit eingeladen, das Bild herunterzuladen und evtl. illegal weiterzuverwenden. Sogar Teilausschnitte können in guter Qualität erstellt werden.

Auch kann man bedenkenlos die Qualität verringern. Das spart noch einmal Speicherplatz ein und beschleunigt wiederum die Ladezeiten. Anbei drei Bilder in gleicher Größe. Das erste Bild hat eine sehr hohe Qualität, das zweite Bild ist in der Qualität schon relativ stark eingeschränkt und das dritte Bild noch einmal stärker. Können Sie einen Unterschied erkennen?

 

    

 

Und hätten Sie die Dateigrößen erraten? Sie betragen 61.386 Bytes, 17.420 Bytes und 8.694 Bytes.

Für Ausdrucke gelten natürlich andere Regeln. Für einen optimalen Ausdruck geht man von 300 dpi aus, d.h. dass man bei einer Postkarte (10 x 15 cm) 2,16 MP benötigt, bei DIN A4 benötigt man 8,64 MP und bei DIN A3 schon 17,28 MP. Etwas weniger MP reichen auch aus, wenn man entsprechend hochinterpoliert und/oder einen etwas größeren Betrachtungsabstand wählt. Allerdings sollte hier die Qualität immer bei 100% oder zumindest nahe daran liegen.

 

 

Bildrauschen

 

Ich bin in letzter Zeit mehrmals angesprochen worden, was denn Bildrauschen überhaupt ist. Zuerst war ich über die Frage etwas verwundert, aber dann fing ich an zu verstehen. Die Hersteller sprechen im Kompaktkamerabereich nämlich i.d.R. niemals das Bildrauschen an, da es im krassen Widerspruch zu den immer mehr angebotenen Megapixel steht. Auch liefern Kompaktkameras oft nur JPEGs die softwaremäßig relativ stark entrauscht sind (siehe auch den Tipp "Bildschärfe versus Bildrauschen").

Deswegen möchte ich jetzt hier das Phänomen Bildrauschen kurz und verständlich erklären.

Das Licht trifft in der Kamera auf den Sensor und wird dort in ein digitales Signal umgewandelt. Leider macht jeder Sensor dabei auch kleine Fehler, die sich als Bildrauschen bemerkbar machen. Je mehr nun das digitale Signal verstärkt werden muss, umso mehr wird auch das Bildrauschen mit verstärkt.

Aus dieser Erkenntnis können wir jetzt folgende Regeln ableiten:

  • Je kleiner der Sensor ist, umso weniger Licht kann er einfangen und umso mehr muss verstärkt werden.
  • Je höher die ISO eingestellt wird, umso mehr muss verstärkt werden.
  • Je mehr Pixel auf dem Chip sind, umso mehr muss verstärkt werden (ein kleineres Pixel fängt weniger Licht ein).

Da eine Kompaktkamera i.d.R. nur einen fingernagelgroßen Sensor hat, ist sie demnach schon einmal im Nachteil. Und wenn jetzt noch Unmengen an Megapixel darauf gepackt werden ist sie noch einmal im Nachteil.

Und wie äußert sich nun das Bildrauschen? Anbei zwei Bilder, das erste mit ISO 200 aufgenommen, das zweite dagegen mit ISO 25.600.

 

  

 

Beide Bilder sind für dieses Beispiel natürlich völlig unentrauscht.

 

 

Bildschärfe versus Bildrauschen

 

Mit diesem Tipp möchte ich einmal einen Zusammenhang zwischen Bildrauschen und Bildschärfe aufzeigen, denn immer wieder sehe ich Bilder, die am helligsten Tag mit ISO 400 und mehr aufgenommen wurden. Sehr gerne passiert dies bei Kompaktkameras, bei denen man nur JPG-Bilder erhält. Auf den ersten Blick scheinen diese Bilder auch ganz akzeptabel zu sein, sogar das Bildrauschen erscheint recht annehmbar. Allerdings sehen sie in der Großansicht nicht richtig scharf aus. An was liegt das? Durch die hohe ISO-Zahl entsteht Rauschen, das durch einen Rauschfilter wieder unterdrückt wird. Je größer nun das Rauschen ist, umso mehr muss der Rauschfilter bereinigen. Aber kein Rauschfilter der Welt kann dies ohne Verluste machen. Das Bild wird dadurch regelrecht weichgespült.

Zur Verdeutlichung habe ich drei Bilder erstellt. Das erste Bild habe ich mit ISO 100 aufgenommen, das zweite Bild dagegen mit ISO 800 und entsprechend entrauscht. Beim dritten Bild habe ich versucht, das zweite Bild etwas nachzuschärfen. Aber Informationen die einfach nicht da sind, können natürlich nicht wieder originalgetreu aufgebaut werden. Bei den hier gezeigten Bildern handelt es sich jeweils um 100%-Ausschnitte.

 

    

 

Sehr deutlich kann man die Unschärfe im zweiten Bild erkennen. Für einen Postkartenausdruck mag dies zwar gerade noch ausreichen, aber größere Ausdrucke sind mit dieser Qualität unmöglich. Daher immer die kleinste ISO-Zahl einstellen, so lange nichts anderes dagegen spricht, wie z.B. die Gefahr einer Verwacklungsunschärfe durch eine zu lange Belichtungszeit.

 

 

Blaue Stunde

 

Immer wieder sehe ich Bilder, die mit "blaue Stunde" betitelt sind. Zuerst dachte ich, dass dies ganz normale Bilder sind, die nachträglich etwas blau eingefärbt wurden. Aber das war absolut falsch, denn der Begriff "blaue Stunde" hat in der Fotografie sehr wohl seine Bedeutung.

Unter der "blauen Stunde" versteht man den Zeitraum kurz vor Sonnenaufgang und den Zeitraum nach Sonnenuntergang, bevor es ganz dunkel wird. Zu dieser Zeit ist der Himmel tiefblau gefärbt und trägt zu einer besondern Stimmung bei. Normalerweise dauert die "blaue Stunde" auch keine ganze Stunde, sondern ist etwas kürzer. Aber die Ausnahme bestätigt die Regel, so dass es auch Zeiträume geben kann, die weit über eine Stunde reichen (Stichwort: "Weiße Nacht"). Das Blau entsteht durch den Wegfall des direkten Sonnenlichts, das während des Tages in hohem Maße die Farbtemperatur bestimmt.

Aufnahmen zu dieser Zeit erfordern i.d.R. ein lichtstarkes Objektiv und ein Stativ. Besonders schöne Aufnahmen entstehen, wenn man künstliche Beleuchtung und Himmel vereinen kann, z.B. bei Aufnahmen einer frühnächtlichen Stadt.

Diese Seite zeigt für ein paar ausgesuchte Orte auf, wann die "blaue Stunde" stattfindet: http://www.deltadelta.de/nmz/blauestunde.html

Anbei ein Bild, das zur "blauen Stunde" aufgenommen wurde:

 

 

Sehr deutlich ist die intensive Blaufärbung zu erkennen. Das Bild ist natürlich nicht nachträglich eingebläut worden. Bei der Aufnahme handelt es sich um eine Langzeitbelichtung von über 20 Sekunden zur abendlichen Stunde um 21:21 Uhr. Da unser Gehirn die Farbinformationen umrechnet, war bei der Aufnahme die extreme Blautönung in diesem Maße überhaupt nicht erkennbar.

 

 

Blitzen

 

Beim Blitzen kann man vieles verkehrt machen. Deswegen möchte ich Ihnen an dieser Stelle ein paar Tipps zum richtigen Blitzen geben.

  • Ein Blitz muss nicht immer nur bei Dunkelheit eingesetzt werden, sondern er kann auch sehr gut als Aufhellblitz bei Tageslicht genutzt werden, z.B. bei einer Gegenlichtaufnahme oder zum Beseitigen von Schatten bei schräg einfallendem Licht.
  • Ein Blitz hat nur eine beschränkte Reichweite. Normalerweise kann man mit einem eingebauten Blitz kein ganzes Zimmer ausleuchten. Wie weit man mit einem Blitz fotografieren kann, ergibt sich aus der Leitzahl. Je größer diese ist, umso weiter reicht der Blitz. Hat Ihr Blitz z.B. die Leitzahl 10, so können Sie bei Blende 4 und ISO 100 genau 2,5 m weit blitzen (10/4). Sie können also niemals mit so einem Blitz einen Gegenstand korrekt belichten, der z.B. 15 m entfernt ist. Gute externe Blitzgeräte verfügen über eine eingebaute Zoomfunktion und können somit bei gleicher Leitzahl weiter blitzen als Geräte ohne diese Funktion.
  • Achten Sie beim Blitzen auf Gegenstände oder Personen, die sich in unterschiedlichen Entfernungen befinden. I.d.R. werden dabei die nahen Objekte überbelichtet und die weiter entfernten Objekte unterbelichtet. Dies kann man aber auch ausnutzen um einen nahen Gegenstand korrekt zu belichten und die Umgebung schwarz werden zu lassen.
  • Ein Blitz hat ein sehr hartes Licht. Wenn möglich, blitzen Sie schräg gegen die Decke oder benutzen Sie einen Diffusor. Auch eine einzelne Lage eines Papiertaschentuches kann in der Not aushelfen.
  • Besitzen Sie eine DSLR, können Sie bei bewegten Motiven die Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang legen. Die Blitzleuchtdauer ist geringer als die Verschlusszeit. Synchronisiert man auf den ersten Verschlussvorhang, wird das Bild am Anfang der Belichtungszeit geblitzt. Ein mit Licht fahrendes Auto, wird dann seine Lichter vor sich herschieben, was etwas unnatürlich aussieht. Da das oft nicht verstanden wird, erkläre ich es noch einmal etwas genauer: Ein Auto fährt von links nach rechts. Der Blitz setzt ein, wenn das Auto noch ganz links ist. Das Auto auf dem Bild erscheint daher links. Da der Verschluss aber noch offen ist und das Auto nach rechts fährt, sieht man das Leuchten der Scheinwerfer auf dem fertigen Bild dann rechts vor dem Auto.
  • Für komplexe Aufnahmen reicht oft ein einziger Blitz nicht aus. Ich benutze daher den eingebauten Blitz als Masterblitz und den externen Blitz als Slave. Das bedeutet, dass der eingebaute Blitz durch seine Zündung automatisch den externen Blitz auslöst. In einem professionellen Studio werden dagegen noch weitaus mehr Blitze eingesetzt.
  • Rote Augen beim Blitzen entstehen, wenn der Lichtstrahl direkt durch die Pupille auf die dahinterliegende Netzhaut fällt. Ein Vorblitz soll dafür sorgen, dass sich die Pupille etwas schließt. Besser ist jedoch, den direkten Lichteinfall zu vermeiden, also indirekt Blitzen oder das Blitzgerät so weit wie nur möglich vom Objektiv seitlich versetzen. Gute Ergebnisse kann man auch nachträglich mit vielen Bildbearbeitungsprogrammen erzielen. Rote Augen müssen also nicht sein.

Dieses Bild stellt ein Beispiel für ein angeblitztes Motiv dar, bei dem die gesamte Umgebung schwarz geworden ist. Der Pilz wurde auf dem Boden liegend aufgenommen. Im Hintergrund standen mehrere Bäume. Diese waren aber soweit weg, dass sie vom Blitz in keinster Weise mehr erreicht werden konnten. Und da ich die Blende ziemlich zu machte, kam kein anderes Licht mehr mit auf das Bild.

 

 

Brennweite

 

Jeder weiß, was die Brennweite bewirkt: Ist ein Objekt weit weg, nimmt man eine lange Brennweite, um das Objekt größer darzustellen und umgekehrt nimmt man eine kurze Brennweite, wenn das Objekt sehr nah ist.

In diesem Tipp möchte ich aber zeigen, dass man sehr wohl ein Objekt bei unterschiedlicher Brennweite gleich groß fotografieren kann. Man muss nur seinen Standpunkt verändern. Für das Bild hat dies einen überaus entscheidenden Einfluss.

Zur Demonstration habe ich zwei Bilder gemacht. Das erste mit der Brennweite 300 mm, das zweite mit der Brennweite 24 mm. Die Blende habe ich jedes Mal unverändert gelassen.

Was fällt auf?

  • Teleaufnahme
  •  

    • Das Objekt wird schön freigestellt
    • Der Hintergrund ist vom Ausschnitt her wesentlich kleiner

     

  • Weitwinkelaufnahme
  •  

    • Fast das gesamte Bild ist scharf
    • Der Hintergrund ist wesentlich umfangreicher

  

 

Man kann also durch die Wahl des Abstandes ein Bild vehement beeinflussen. Was jeweils besser ist, hängt von dem Motiv und dem Hintergrund ab. Auch hier gilt die Regel: Einfach Ausprobieren! Natürlich müssen es nicht immer Extremwerte sein (kleinstes Weitwinkel oder größtes Tele).

An diesem Beispiel kann man übrigens sehr deutlich erkennen, dass nicht nur die Blende die Schärfentiefe beeinflusst, sondern vor allem auch die Brennweite.

 

 

Collagen

 

Unter einer Collage versteht man das Zusammenfügen verschiedener Einzelbilder zu einem Gesamtbild. Ganz klassisch kann man sich die gute alte Urlaubspostkarte vorstellen. Hier sind mehrere Sehenswürdigkeiten als kleine Bilder aufgeführt und aneinandergereiht. Es muss aber nicht immer ganz so streng sein, die einzelnen Bilder können auch gut durchmischt und zusammengewürfelt sein.

Eine Collage muss nicht unbedingt auf den ersten Blick als Collage erkennbar sein. Ich nutze sehr oft diese Technik, um fehlende Bildinhalte zu ergänzen. Ich setze das einerseits so ein, um surrealistische Landschaften zu schaffen und andererseits um Kontraste zu schaffen. Oft geht diese Technik auch über die reine Collagentechnik hinaus und streift den Bereich Rendering. Um eingefügte Objekte natürlich und nicht aufgesetzt erscheinen zu lassen, müssen sie perfekt integriert werden. Dazu gehört das dreidimensionale Einarbeiten, d.h. dass einige Objekte davor und einige dahinter sein müssen. Hierbei arbeite ich sehr viel mit dem Radiergummi. Ein Tier steht nicht auf der Wiese, sondern in der Wiese. Das Gras muss also den unteren Fuß- und Beinteil etwas verdecken. Je nach Sonnenstellung muss das eingefügte Objekt auch Schatten werfen und evtl. Spiegelungen erzeugen.

Anbei eine paar Beispiele für Collagen:

Als erstes eine typisch klassische Collage, als zweites eine klassische Collage nach weniger strengem Muster, als drittes ein Bild mit einem eingefügten Schmetterling und als viertes eine aufwändige Collage mit Schattenwurf.

 

      

 

Eine weitere Möglichkeit der Gestaltung einer Collage können Sie z.B. auf meiner Einstiegsseite sehen. Hier habe ich 6 Bilder zu einem Filmstreifen zusammengefasst und zusätzlich noch die rechte, untere Kante aufgerollt.

 

 

Colourkeys

 

Unter einem Colourkey versteht man eine Bearbeitung, bei der nur ganz wenige, bildbestimmende Objekte farbig sind, alles andere dagegen ist s/w. Der Effekt eignet sich gut zur Hervorhebung und Betonung einzelner Bildelemente.

Um einen Colourkey zu erstellen gibt es mehrere Möglichkeiten, die je nach Einsatzgebiet zur Anwendung kommen. Voraussetzung ist aber jedes Mal ein entsprechendes Programm, mit dem man Fotos bearbeiten kann.

  • 1. Die klassische Methode
  •  

    Das komplette Bild wird kopiert und als neue Ebene eingefügt. Das Bild der ersten Ebene wird nun s/w eingefärbt. Alles was jetzt wieder farbig erscheinen soll wird mit dem Löschwerkzeug (Radiergummi) bearbeitet. Besonders an den Rändern muss man genau arbeiten, damit die Übergänge nicht überlaufen. Je komplexer die zu bearbeitende Fläche ist, desto aufwendiger ist auch das Radieren.

  • 2. Die Methode des Ausschneidens
  •  

    Sind die Formen des Objekts, das farbig erscheinen soll, in Farbe, Helligkeit oder RGB-Wert deutlich abgrenzbar, so kann man das Objekt mit dem sogenannten Zauberstab ausschneiden. Achtung, oft fransen bei der Anwendung des Zauberstabes die Ränder aus. Bitte dann mit verschiedenen Einstellungen probieren. Das ausgeschnittene Teil wird zwischengespeichert. Anschließend wird das restliche Bild s/w eingefärbt und der ausgeschnittene Bildteil wird wieder eingefügt. Evtl. kann es passieren, dass es nicht passgenau ist und erst noch ausgerichtet werden muss.

  • 3. Die Methode des Farbenausblendens
  •  

    Unterscheidet sich der Teil, der farbig bleiben soll, von seinen unmittelbaren Umgebungsfarben, so empfehle ich folgende Vorgehensweise: Als erstes erfolgt ein grobes Ausschneiden des Teiles mit dem Lasso. Das verbleibende Bild wird anschließend s/w eingefärbt. Danach wird das ausgeschnittene Teil wieder eingefügt, erneut mit dem Lasso markiert und alle Umgebungsfarben werden ausgeblendet. Diese Methode hat den Vorteil, dass sie sehr schnell zum Ziel führt und absolut saubere Übergänge schafft.

  • 4. Anmalen
  •  

    Das Bild wird komplett s/w eingefärbt. Teile, die jetzt bunt erscheinen sollen, werden mit dem Pinsel angemalt. Will man hierbei noch die alten Strukturen erhalten, nimmt man keine 100% Deckung, sondern entsprechend weniger.

Neben dieses Methoden kann man noch folgende Bearbeitungsschritte machen: Anstatt das Bild s/w einzufärben, kann man es mit einem Farbstich versehen oder eine Sepiatönung vornehmen. Auch muss der farbliche Teil nicht in den Originalfarben dargestellt werden. Durch div. Filter kann man hier seiner Fantasie freien Lauf lassen. Es ergeben sich mehr Möglichkeiten, als man zuerst annimmt, da immer nur ein Teil des Bildes so behandelt wird. Man kann z.B. bei einem Auto auf der Wiese das Auto invers darstellen und die Wiese sieht immer noch gut aus, da diese original in s/w dargestellt wird und nicht auch invers.

Anbei ein paar Beispielbilder, um die einzelnen Methoden zu verdeutlichen:

 

Bei diesem Bild habe ich die klassische Methode angewendet. Der Briefkasten sieht zwar schön gelb aus, doch das täuscht. Das Gelb ist dermaßen verwittert, so dass ich beim Zauberstab eine relativ große Toleranzgrenze einstellen musste, was wiederum dazu führte, dass das Bild an den Rändern ausfranste.

 

Das Ausblenden der Farben machte hier etwas Schwierigkeiten, da  auch im restlichen Bild Rotanteile vertreten waren. Da jedoch die Blüte deutlich abgegrenzt war, konnte ich diese mit dem Zauberstab ausschneiden. Und wie man sieht, ist auch nichts ausgefranst.

 

Ein Colourkey mal anders herum: Das bildbestimmende Element, die Burg, ist hier s/w dargestellt. Da die Farbe Blau nur im Himmel vorkam, konnte ich die Methode des Farbenausblendens hervorragend anwenden. Um den Effekt noch zu verstärken, habe ich zusätzlich das Blau noch etwas intensiviert.

 

Bei diesem Bild habe ich einfach, nachdem ich es s/w eingefärbt hatte, drei Sitzlehnen mit dem Pinsel übermalt. Aber so, dass noch die ursprünglichen Konturen erkenntlich sind.

 

 

Cropfaktor = Brennweitenverlängerung?

 

Diese Frage ist oft der Ausgangspunkt endloser Diskussionen in den verschiedenen Fotoforen. Daher möchte ich nun versuchen, diese so einfach wie nur möglich zu beantworten.

Die Brennweite ist eine physikalische Eigenschaft eines Objektivs und ist fest vorgegeben. Streng genommen hat ein Objektiv mit der Brennweite 300 mm auch eine Länge von 300 mm. Es dürfte wohl jedem verständlich sein, dass sich dieser feste Wert auch nicht ändert, wenn hinten ein anderes Gehäuse angeschraubt wird.

Warum sagt man dann, dass ein 200-mm-Objektiv an einer Crop-Kamera mit dem Crop-Faktor 1,5 jetzt 300 mm hat? Das kommt daher, dass man früher (zu analogen Zeiten) zu 99% das Kleinbildformat (jetzt oft auch als Vollformat bezeichnet) benutzte und da entsprach die Brennweite immer exakt einem bestimmten Bildwinkel. Es hat sich somit eingebürgert, Objektive nach deren Brennweite und nicht nach deren Bildwinkel zu kaufen. An einer Crop-Kamera hat nun ein Objektiv zwar die gleiche Brennweite aber einen anderen Bildwinkel.

Vielleicht kann man das Ganze etwas abmildern, indem sagt: "Die Brennweite des Objektivs entspricht einer KB-relevanten Brennweite von X". Diese Aussage ist auf jeden Fall richtig und jeder weiß, was damit gemeint ist.

 

 

Details herausarbeiten

 

Eine Kamera hat nur einen begrenzten Dynamikbereich, d.h. dass bei sehr kontrastreichen Bildern die dunklen Töne schwarz werden können und/oder die hellen Töne ausfransen können. Abhilfe bietet hier die HDR-Fotografie, aber nicht immer ist man in der Lage mehrere Fotos zu machen, weil man z.B. kein Stativ bei sich hat. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Man kann nachträglich die zu dunklen Stellen aufhellen und/oder die zu hellen Stellen abdunkeln. Man kann aber auch ein Pseudo-HDR erstellen. Und wenn man dabei nicht übertreibt, kann man noch einiges herausholen.

Bei den folgenden Beispielsbildern habe ich zuerst das Original eingestellt. Dieses Bild ist deutlich zu dunkel und in div. Stellen ist keine Struktur mehr zu erkennen. Das zweite Bild zeigt die Möglichkeit der Aufhellung. Bei dem Bild wurde insgesamt die Helligkeit etwas angehoben und zusätzlich wurden die Schattenpartien aufgehellt. Das dritte Bild zeigt den Einsatz des Filters "Schärfekorrektur". Die Bezeichnung ist etwas irreführend, da es sich dabei um Tonemapping handelt. Da vierte Bild ist mit einem professionellen HDR-Programm bearbeitet worden.

 

  

  

Deutlich sieht man bei den einzelnen Bildern den Zugewinn an Details. Das dritte Bild wirkt durch die Verkleinerung etwas hart, sieht aber in der Vollansicht recht ordentlich aus. Evtl. könnte man mit Hilfe des Medianfiltes noch etwas an Schärfe herausnehmen. Das vierte Bild wirkt meiner Meinung nach am natürlichsten.

Wichtig für den Einsatz von Tonemapping ist ein gutes Ausgangsbild. RAW ist Pflicht, da hier ein Dateiformat mit 12 oder 14 Bit vorliegt. JPG hat dagegen nur 8 Bit.

 

 

Farben hochziehen

 

Oft erscheint einem ein Bild zu farblos und man möchte die Farben etwas mehr betonen. Das mache ich auch recht gerne. Nur ist man leider oft der Farbenpracht zu sehr verfallen und betont die einzelnen Farben zu stark. Das wirkt zwar sehr poppig, hat aber mit Natürlichkeit nicht mehr viel zu tun. Beim zu starken Hochziehen oder Verschieben ergeben sich auch sehr oft Flecken im Bild, die man auf den ersten Blick gar nicht wahrnimmt. Man sieht diese aber sehr deutlich bei einer 100%-Ansicht oder bei einem Ausdruck. Möchte ich unbedingt diese starke Farben, so schneide ich den Bereich - in dem die Flecken am meisten stören - aus und zeichne ihn dann extrem weich und / oder bemühe diverse Rauschfilter. Da dies bei Naturaufnahmen gerne beim Himmel passiert, ist das Ausschneiden besonders leicht mit dem Zauberstab zu bewerkstelligen. Da anschließend "nur" weichgezeichnet wird, ist kein Ausfransen zu befürchten.

Bei den folgenden Bildern möchte ich aufzeigen, wie ein Hochziehen der Farben sich auswirken kann. Angefangen von dem Originalbild bis zum absolut überzogenen Hochziehen.

 

      

 

Das letzte Bild wirkt schon extrem unnatürlich. Hier habe ich nicht nur die Farben hochgezogen, sondern Blau, Grün und Gelb zusätzlich verschoben.

 

Bei diesem Bild habe ich kräftig im Farbtopf gerührt und aufgrund der Farbfehler anschließend den Himmel weichgezeichnet. Ursprünglich wollte ich dieses Bild nur für diesen Tipp erstellen, aber inzwischen gefällt es mir so gut, dass ich es offiziell auf meiner Homepage anbiete.

 

 

Farbgestaltung

 

Die Farben eines Bildes sind ein wesentliches Gestaltungsmerkmal und können die Aussagekraft vehement beeinflussen.

Die einfachste Farbbearbeitung ist der Weißabgleich. Damit wird gewährleistet, dass die dargestellten Farben weitestgehend den Originalfarben entsprechen.  Für einen professionellen, nachträglichen Weißabgleich braucht man allerdings einen kalibrierten Monitor. In einem Versuch habe ich 3 LCD-Bildschirme nebeneinander gestellt und jeder Bildschirm hatte tatsächlich eine etwas andere Farbdarstellung. Auch musste ich einmal feststellen, dass Farben - die ich bei einem Programm zur Unterscheidung eingesetzt hatte - bei LCD-Bildschirmen kaum mehr zu unterscheiden waren, bei einem hochwertigen Röhrenmonitor aber sehr wohl. Die Zukunft wird uns allerdings auch hier Besserung bringen. So werden Bildschirme mit LED-Backlight-Technik von Haus aus wesentlich bessere Ergebnisse liefern.

Anhand eines Ausgangbildes möchte ich nun verschiedene Farbmanipulationen beschreiben. Als erstes sehen sie das Originalbild. Beim zweiten Bild habe ich etwas die Farben intensiviert. Aber Achtung, bitte nicht übertreiben. Was bei einer Übertreibung herauskommt zeige ich beim dritten Bild. Durch die extrem starken und geänderten Farben ist ein Bild entstanden, das sehr unnatürlich wirkt. Am Anfang meiner Bearbeitungsphase machte ich oft diesen Fehler. Beim vierten Bild habe ich eine leichte Farbverschiebung vorgenommen. Das Bild wirkt immer noch natürlich und wer das Original nicht kennt, wird womöglich diese Manipulation gar nicht bemerken. Beim fünften Bild habe ich eine extreme Farbverschiebung vorgenommen, die man auch deutlich als Verfremdung wahrnehmen kann. Hier war mein Ziel, etwas Neues zu schaffen, eine Fantasielandschaft. Beim sechsten Bild habe ich nur selektiv die Farben verändert. Das geht besonders gut bei Collagen. Andernfalls muss man den zu veränderten Gegenstand ausschneiden, verändern und wieder einfügen. Das siebte Bild zeigt eine Sepiatönung. Mit so einer Bearbeitung soll ein Alterungsprozess dargestellt werden. Besonders effektvoll ist Sepia also bei Bildern mit antikem Charakter. Das achte Bild ist eine Schwarzweißdarstellung, wobei Sie das Wort schwarzweiß nicht allzu wörtlich nehmen dürfen, denn es sind auch sämtliche Grautöne vertreten. Dies ist übrigens eine Art der Farbgestaltung, die bestimmt nicht der Vergangenheit angehört. Oft sieht man z.B. solche Bilder in der Aktfotografie. Als letztes Bild habe ich zur Vervollständigung ein Negativbild erstellt, das bei diesem Motiv allerdings nicht wirkt.

 

    

    

    

 

Es gibt noch eine Unmenge an weiteren Möglichkeiten der Farbanpassung. Welche am besten passt, hängt vom Ausgangsbild und dem gewünschten Ergebnis ab. Hier gilt: Probieren geht über studieren. Ich selbst kann sagen, dass ich bei 90-95% meiner bisherigen Bilder an den Farben gedreht habe, teilweise auch sehr massiv. Mit den obigen Beispielsbildern wollte ich nur Bearbeitungsanstöße geben und aufzeigen, wie die Farben den Charakter eines Bildes beeinflussen können.

 

 

Feuerwerk

 

Ich schaue mir gerne Feuerwerke an, besonders die Leute, die das Ganze versuchen zu fotografieren. Da werden massenhaft Kompaktkameras in den Himmel gehalten und es wird munter geblitzt. Ich muss dabei jedes Mal heftig grinsen, denn ein Feuerwerk zu blitzen ist doppelter Unsinn. Erstens reicht ein normaler Blitz nur ein paar Meter weit und zweitens würde man damit die Lichterscheinungen wegblitzen. Oder nehmen Sie eine Taschenlampe und leuchten auf Ihren Fernseher wenn das Bild zu dunkel ist?

Früher habe ich Feuerwerksaufnahmen aus der freien Hand gemacht, allerdings in Form von Mehrfachbelichtungen. So ca. vier bis fünf Bilder aufeinander gaben das beste Ergebnis ab. Viele werden jetzt sagen, dass mit den meisten Digitalkameras keine Mehrfachbelichtungen mehr möglich sind. Das stimmt nur bedingt, denn in der Nachbearbeitung am PC lassen sich natürlich mehrere Bilder zusammenfügen. Die Bilder können, bzw. müssen dabei natürlich unterbelichtet sein, da sich die Lichtwerte addieren. Natürlich kann man die Helligkeit auch bei der Nachbearbeitung reduzieren.

Die schönsten Aufnahmen eines Feuerwerks macht man aber mit einer Langzeitbelichtung und mit einem Stativ. Ich nehme dafür komplett den manuellen Modus. Ich fokussiere auf Unendlich und wähle die Blende acht (plus / minus eine Stufe). Als ISO nehme ich natürlich den Wert 100 um durch die Langzeitbelichtung nicht noch unnötig weiteres Rauschen einzustreuen. Die Belichtungszeit hängt selbstverständlich von der Stärke des Feuerwerks ab. Ich habe mit Zeiten zwischen einer und acht Sekunden schon sehr gute Ergebnisse erzielt. am besten kontrolliert man sofort seine Bilder um für das nächste Bild noch korrigieren zu können. Die besten Ergebnisse auf dem Stativ erzielt man, wenn man den Wackeldackel (falls überhaupt vorhanden) abschaltet, die Spiegelvorauslösung wählt und die Auslösung per Fernauslöser in die Wege leitet.

Anbei zwei Bilder, die so entstanden sind:

 

  

 

Das erste Bild wurde drei Sekunden lang belichtet, das zweite Bild eine Sekunde.

 

 

Foto-Homepage

 

Viele Leute wünschen sich eine eigene Foto-Homepage. Die Beweggründe sind meistens gleich: Man will seine Bilder präsentieren, ohne in der Masse herkömmlicher Communitys unterzugehen. Daher werde ich oft gefragt, ob ich ein paar Tipps dazu habe.

Da es YogiFotos jetzt schon fast ein Jahr gibt, möchte ich hier meine Erfahrungen wiedergeben:

Als erstes sollte man sich überlegen, ob man die Seite selbst gestalten kann, also ob man HTML, Javascript, PHP usw. kann oder lernen will. Scheidet dies aus, so kommen nur vorgefertigte Homepages in Frage, bei denen man lediglich einige Grundeinstellungen festlegen muss und dann relativ schnell Bilder hochladen kann. Als Beispiel möchte ich die Seiten von Zuckerfuchs (http://www.zuckerfucks.jimdo.com/) und Jeanette (http://www.sinnesrausch.jimdo.com/) nennen.

Als zweites steht die Überlegung an, ob man bereit ist, für die Seite zu zahlen. Seiten die Geld kosten, bieten meist mehr Features und verzichten auf Werbung. Viele Anbieter erlauben eine nachträgliche Umstellung. Man kann also kostenlos einsteigen und bei Bedarf später auf die kostenpflichtige Version updaten.

Der dritte Schritt ist m.E. der schwierigste: Wie bekomme ich Leute auf die Seite? Denn was nützt mir eine Seite, die nur ich mir selbst betrachte?

Fotos gibt es wie Sand am Meer. Warum sollten dann die Leute ausgerechnet auf meine Seite kommen? Ganz einfach: Weil die Seite irgendwo etwas mehr bietet als andere Seiten. Das können hervorragende Bilder sein, sehr gute Beschreibungen oder andere Dinge, wie Tipps, Spiele, Witze usw. YogiFotos bietet aus diesem Grund daher sehr viele Features an, wie z.B. Spiele, Tipps, Witze, Gastfotografen, Foto des Monats und Links. Was hat was gebracht? Die Gastfotografen sorgen für Abwechslung und machen eigene Werbung (Mundpropaganda), die Tipps sorgen dafür, dass man immer mal wieder nachschaut, ob man noch etwas lernen kann und die Spiele locken einzelne Leute mehrmals auf die Seiten, da man sich immer wieder verbessern möchte.

Was sagt jetzt die Statistik? Welche Seiten wurden am meisten aufgerufen?

  1. Die Spieleseiten
  2. Das Gästebuch
  3. Die Tipps
  4. Meine eigenen Bilder
  5. Die Bilder der Gastfotografen
  6. Die Witzeseite
  7. Das Foto des Monats

Zum dritten Schritt gehört auch die Optimierung für Suchmaschinen und die Überlegung, ob man Werbung macht. Werbung muss nicht immer etwas kosten. Werbung ist schon, wenn man auf seinen Stammfotoseiten die Adresse angibt. Wie gut die Seite bei Suchmaschinen ankommt, kann z.B. hier überprüft werden: http://www.seitwert.de/

I.d.R. ist eine private Foto-Homepage auf Mundpropaganda angewiesen. Sehr wirkungsvoll sind auch Links von anderen Seiten. Eine Hauptaufgabe ist also, Fotoseiten im Netz zu finden, die sich gegenseitig verlinken und diese Seiten dann gezielt anzuschreiben. Wenn man dies macht, sollte allerdings schon ein Mindestumfang vorhanden sein, denn nicht jeder verlinkt sich mit jedem.

Meine Erfahrung sagt, dass der dritte Punkt die meiste Arbeit bedeutet. Ich arbeite jeden Tag ca. 3 Stunden an YogiFotos. Dazu muss ich sagen, dass ich mittlerweile fünf eigene Spiele geschrieben habe und ständig die Bedienbarkeit der Seite verbessere. Es gibt zu allen Galerien Diaschaus, man kann sich seine eigene Diaschau erstellen, Bilder können komplett von neu nach alt angezeigt werden, das Bestellformular habe ich selbst entwickelt, ebenso das Foto des Monats (ohne die Auswertung), die Weiterempfehlung und die Bestellung des Newsletters. Ebenso verschlingen die Tipps sehr viel Zeit, da ich nicht einfach abschreibe, sondern versuche eigene Erfahrungen an den Mann zu bringen.

 

 

Fotoprogramme

 

In diesem Kapitel möchte ich Ihnen ein paar nützliche Programme vorstellen, die alle völlig kostenlos sind und die ich weitestgehend auch selbst einsetze.

 

    Schalten Sie Ihre Plugins ein und aus und erkennen und beseitigen Sie Duplikate.

    Traumfliegers Tool zum Erstellen von DRI-Bildern (ähnlich HDR).

    Mit diesem Programm können Sie sehr viele EXIF-Daten aus Ihren Fotos auslesen.

    Mit diesem Programm können Sie mehrere Bilder auf einmal in Größe und Qualität ändern.

    Mit diesem Programm können Sie Jpg-Fotos einfach und bequem verwalten.

    Ein Bildbearbeitungsprogramm mit wesentlich mehr Möglichkeiten als das bekannte Paint.

    Ein komfortabler und einfach zu bedienender Bildbetrachter.

    Ein Bildbearbeitungsprogramm mit wesentlich mehr Möglichkeiten als das bekannte Paint.

    Ein Programm zum perfekten Ausskalieren von Passbildern. Auch für Bewerbungsfotos geeignet.

    Ein Bildbearbeitungsprogramm mit wesentlich mehr Möglichkeiten als das bekannte Paint.

    Ein Programm zum Beseitigen der sogenannten Hotpixel.

    Ein Bildbearbeitungsprogramm mit fantastischen Bearbeitungsfiltern.

 

 

Freistellen

 

Über das Freistellen gibt es sehr viele Abhandlungen, weshalb ich hier nur eine besondere Technik beschreiben möchte. Wenn das freizustellende Objekt sehr komplex ist, versagt i.d.R. der Zauberstab, da er die Übergänge total ausfranst. Teilweise kann man mit ihm sogar überhaupt nicht abgrenzen. Jetzt kommt der Radiergummi zum Einsatz. Bei Objekten aus der Natur geht dies sehr gut, da es kaum gerade Linien gibt. Es fällt also nicht auf, wenn man etwas zuviel abschneidet. Und das muss man oft, denn sehr häufig gibt es zum unerwünschten Hintergrund keine 1:1 Abgrenzung. Vielmehr gibt es einen Übergang mit vermischten Farben. Eine gelbe Blume auf einer grünen Wiese hat also einen kleinen grünen Saum. Wie soll man jetzt ausschneiden. Lässt man den Saum, um die Blume nicht zu beschneiden, hat man ein großes Problem, wenn man das so freigestellte Objekt dann z.B. auf einen blauen Hintergrund legt, denn jetzt fällt der nicht passende, grüne Saum absolut auf. Also schneide ich in so einem Fall komplett ohne dem Saum aus und bearbeite die Übergänge nach dem Einfügen mit dem Weichzeichnungspinsel nach. So entsteht wiederum ein harmonischer Farbverlauf an den Rändern.

Was aber mache ich mit unscharfen Objekten, die sich nicht so leicht abgrenzen lassen? Vielleicht werden Sie jetzt sagen: "Auf meinen Bildern gibt es nichts unscharfes!" Das ist aber falsch, denn jedes Bild hat normalerweise einen Schärfeverlauf, der auch für die räumliche Vorstellung notwendig ist. Um solche unscharfen Gebilde freizustellen, habe ich folgende Technik entwickelt: Ich grenze das freizustellende Objekt mit dem Lasso ein und schärfe es übermäßig nach. Dadurch erhalte ich etwas besser abgegrenzte Übergänge. Anschließend radiere ich großzügig aus. Wenn ich damit fertig bin lege ich auf das ausgeschnittene Objekt wieder eine Unschärfe, z.B. mit dem Gaußschen Weichzeichner. Mit etwas Übung wirkt dies dann ganz natürlich.

Bei dem folgenden Bild habe ich mich richtig verkünstelt. Mit wirklich sehr viel Aufwand und oben beschriebener Technik habe ich das schwierige Objekt freigestellt und als Hintergrund dann einen einfachen Farbverlauf gewählt. Selbst in der Großdarstellung ist die Bearbeitung nicht zu erkennen. Der Preis dafür war aber sehr hoch: Ca. 10-12 Stunden Arbeitsaufwand.

 

 

 

Geduld

 

Ich prägte einmal den Satz: "Fotografieren ist wie Angeln, nur langwieriger.", denn richtiges Fotografieren erfordert ein hohes Maß an Geduld und Ausdauer. Es funktioniert nicht, eine Fotosafarie frei nach dem Motto "Please take your pictures" zu machen. Warum eigentlich nicht? Einerseits bieten solche Veranstaltungen zwar oft sehr schöne Sehenswürdigkeiten, doch gerade diese sind garantiert schon mehrere tausend Mal fotografiert worden. Man bekommt also nichts Neues vor die Linse. Und andererseits müssen auch die anderen Dinge stimmen, wie z.B. das Wetter. Nichts ist langweiliger, als ein Bild mit absolut weißem Himmel. Will man also hier etwas Besonderes einfangen, muss man warten, bis der Himmel den Ansprüchen genügt. Und das kann dauern.

In dem folgenden Beispielsbild will ich zeigen, wie eine gute Wolkenformation ein Bild positiv beeinflussen kann. Das Bild entstand in meinem letzten Urlaub. Und zu dem Thema Geduld: Diese Wolkenformation hat es innerhalb vierzehn Tagen genau einmal gegeben. Und ich hatte das Glück mit meiner Kamera an Ort und Stelle zu sein. An jedem anderen Tag wäre mir ein solches Bild nicht gelungen.

 

 

Der Himmel verleiht dem Bild eine gewisse Dynamik. An den anderen Tagen war der Himmel entweder einheitlich blau oder weißgrau. Selbst die Uhrzeit hat gestimmt, denn zur Mittagszeit hätte dieses Foto starke Schlagschatten aufgewiesen. Der Teil unter dem oberen Vordach wäre total dunkel gewesen.

 

 

Gitter ausblenden

 

Eines der beliebtesten Fotomotive sind die Tiere im Zoo. Doch oft werden diese teilweise durch ein Gitter oder einen Zaun verdeckt. Wie kann man sie aber trotzdem aufnehmen, ohne das störende Gitter zu sehen? Ganz einfach, wenn man sich an folgende Regeln hält:

  1. So nah wie möglich an das Gitter gehen, am besten das Objektiv direkt aufsetzen.
  2. Darauf achten, dass das Gitter nicht mittig durch das Objektiv läuft, sondern sich am Rand befindet.
  3. Eine möglichst große Blendenöffnung einsetzen, also 2,8 oder 4.
  4. Eine möglichst große Brennweite einsetzen, also 200 mm oder größer.
  5. Darauf achten, dass das Motiv nicht zu nahe am Gitter ist.
  6. Wie gewohnt anvisieren und auf die Augen scharfstellen.

Durch die Telebrennweite und die geöffnete Blende wird das Gitter weitestgehend ausgeblendet. Im Idealfall ist es sogar gar nicht mehr zu sehen.

Das folgende Bild von Mohrle ist mit dieser Technik entstanden. Die Brennweite betrug 200 mm (auf Kleinbild umgerechnet: 300 mm). Als Blende wurde allerdings die 5,6 gewählt um das Objekt vollkommen scharf zu bekommen. Der dadurch zu scharfe Hintergrund wurde bei der Nachbearbeitung vollkommen eliminiert.

 

 

Bei diesem Bild können Sie garantiert kein Gitter mehr erkennen.

 

 

Hartes / weiches Wasser

 

Dabei meine ich natürlich nicht den Härtegrad des Wassers, sondern die Darstellungsform. Wenn man fließendes Wasser sehr kurz belichtet, friert dieses ein und wirkt relativ hart. Belichtet man es dagegen wesentlich länger, zerfließt es regelrecht und wirkt dadurch sehr weich und teilweise sogar milchig. Für so eine Langzeitbelichtung ist natürlich ein Stativ ein Muss. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ein Graufilter hier sehr gute Dienste leisten kann.

 

  

 

Bei dem ersten Bild habe ich eine extrem kurze Belichtungszeit gewählt. Beim zweiten Bild habe ich dagegen eine Langzeitbelichtung vorgenommen. Persönlich gefällt mir das zweite Bild wesentlich besser, denn es sieht irgendwie mystisch aus.

 

 

Highkey / Lowkey

 

In der Fotografie versteht man unter einer Highkey-Aufnahme ein Bild, bei dem die weißen und hellen Farbtöne vorherrschen und gleichzeitig ein abgeschwächter Kontrast vorhanden ist. Bei einer Lowkey-Aufnahme herrschen dagegen die dunklen Farbtöne vor und der Kontrast ist wesentlich stärker ausgeprägt. Bitte verwechseln Sie High- und Lowkey nicht einfach mit einer Über- und Unterbelichtung.

 

  

 

Als erstens sehen Sie eine Highkey-Aufnahme, die sehr zart wirkt aber trotzdem nicht zu stark überbelichtet ist, denn die einzelnen Strukturen der Blüte sind noch sehr gut zu erkennen. Das zweite Bild stellt dagegen eine Lowkey-Aufnahme dar. Deutlich sieht man hier die harten Kontraste. Anhand des Fensters, der Blumenvase und der weißen Lampe kann man erkennen, dass das Bild insgesamt nicht unterbelichtet ist. Eine Lowkey-Aufnahme muss also keineswegs nur aus schwarzen Farbtönen bestehen, sondern kann durchaus auch farbige Bestandteile besitzen.

 

 

Hintergrund schwärzen

 

Oft wird bei einem Bild der Hintergrund schwarz eingefärbt. Dadurch erhält das eigentliche Motiv durch den hohen Kontrast wesentlich mehr Leuchtkraft. Leider passieren beim Einschwärzen oft einige Fehler und das fertige Bild weist Schlieren auf. Woher kommen diese und warum werden sie nicht bei der Bearbeitung bemerkt? Bei mir lag das an zwei Dingen: Erstens steht mein Monitor zum Fenster hin, so dass selbst bei normalem Tageslicht leichte Schlieren nicht auffallen und zudem war das Bild zu dunkel eingestellt. Zweitens arbeitete ich beim Einfärben nicht mit der vollen Bildauflösung, sondern mit irgendeiner Verkleinerung. So kann es vorkommen, dass Streifen der Breite 1 Pixel überhaupt nicht dargestellt werden. Je nach Zoomfaktor können diese dann aber wieder erscheinen, wenn man das Bild weiter verkleinert, z.B. um es im Internet einzustellen. Daher mein Ratschlag: Immer in einem abgedunkelten Raum diese Tätigkeit vornehmen und immer das Bild in der Originalauflösung bearbeiten. Mittlerweile helle ich derart bearbeitete Bilder zur Kontrolle etwas auf, so dass man sofort erkennen kann, ob sauber gearbeitet wurde oder nicht.

Mit den folgenden vier Bildern möchte ich zeigen, wie schwierig manchmal ein schlecht eingefärbter Hintergrund zu erkennen ist:

Das erste Bild ist völlig korrekt eingefärbt, das zweite Bild dagegen sehr schlecht. Das dritte und das vierte Bild habe ich für diese Demonstration gleichermaßen aufgehellt. Erkennen Sie jetzt den Unterschied?

 

      

 

 

Kamera richtig halten

 

Bei diesem Tipp geht es nicht darum, wie man eine Kamera richtig hält, umso wenig wie möglich zu verwackeln, sondern darum, dass man beim Halten die Kamera nicht beschädigt. Ja das geht, besonders wenn lange und schwere Objektive befestigt sind.

Machen Sie einmal folgenden Versuchsaufbau: Sie nehmen ein Stück Styropor und stecken einen Besenstiel hinein. Nun heben Sie den Besenstiel in die Höhe. Was passiert? Nichts, alles bleibt ganz. Anschließend heben Sie nicht den Stiel, sondern das Styropor in die Höhe. Was passiert jetzt? Der Besenstiel bricht aus dem Styropor heraus.

Und genau das kann bei einer Kamera passieren. Wenn Sie ein langes und schweres Objektiv an der Kamera haben und heben die Kamera dann nicht am Objektiv, sondern am Gehäuse, kann das Bajonett am Gehäuse herausbrechen (Hebelwirkung). Nicht umsonst haben große Objektive eine Stativschelle, damit sie gefahrenlos auf einem Stativ befestigt werden können.

 

 

Kerzen

 

Brennende Kerzen haben immer wieder ihren besonderen Reiz, den man sehr gerne fotografisch festhalten möchte. Doch wie stellt man das am besten an?

Um das Kerzenlicht schön leuchtend darzustellen darf man natürlich nicht blitzen. Man muss daher eine Langzeitbelichtung vornehmen, vorzugsweise in einem abgedunkelten Raum, damit die Umgebung schwarz wird. Ich empfehle die Flamme per Spotmessung zu belichten. Dadurch wird zwar der Kerzenkörper relativ dunkel, aber ich finde dies besser, als eine ausgefranste Flamme. Es bietet sich auch an, die Kerze über eine Belichtungsreihe aufzunehmen und dann im Nachhinein das am besten belichtete Bild auszuwählen.

In meinem Beispielbild habe ich zusätzlich noch die Kerze ausgeschnitten und in verschiedenen Größen wieder eingefügt, um die Wirkung des Bildes entsprechend zu verstärken.

 

 

Durch den schwarzen Hintergrund lässt sich eine so aufgenommene Kerze sehr gut mit dem Zauberstab freistellen, wobei das Schwarze zu selektieren und anschließend zu entfernen ist. Übrig bleibt die freigestellte Kerze, welche dann in ein anderes Bild eingefügt werden kann.

 

 

Kompakt- oder Spiegelreflexkamera

 

Diese Frage stellt sich vielen, die in die digitale Fotografie einsteigen möchten. Pauschal kann man diese Frage allerdings nicht beantworten, denn jede Kategorie hat seine Vor- und Nachteile. Man kann es fast mit einem Auto vergleichen: Entscheide ich mich für einen Kleinwagen, der in jede Parklücke passt oder hole ich mir eine Luxuslimousine, mit der ich u.U. schneller am Ziel bin, aber dann länger einen passenden Parkplatz suchen muss.

  • Die Vorteile einer Kompaktkamera:
  •  

    • Relativ klein - man kann sie problemlos überall mit hinnehmen
    • Günstig in der Anschaffung (allerdings gibt es auch Ausnahmen)
    • Sehr viele Automatiken - ideal für Einsteiger
    • Ein lästiger und evtl. häufiger Objektivwechsel entfällt
  • Die Nachteile einer Kompaktkamera:
  •  

    • Häufiges Bildrauschen, besonders bei hohen ISO-Zahlen
    • Kaum erweiterbar
    • Kaum erkennbarer Schärfentiefeverlauf durch den kleinen Sensor
    • Der eingebaute Blitz ist oft nur für Entfernungen von zwei bis drei Metern ausgelegt
    • Oftmals kein Sucher (Wer schon einmal ein Display bei Sonneneinstrahlung betrachtet hat, weiß von was ich rede.)
    • Häufig kein RAW-Format
    • Keine oder eingeschränkte Verwendungsmöglichkeit optischer Filter
    • Anfällig für Beugungsunschärfen (Je kleiner der verwendete Chip ist, umso anfälliger ist die Kamera für Beugungsunschärfen. Aus diesem Grund bieten viele Kompaktkameras von vorn herein keine kleinen Blenden an, wie z.B. Blende 10, 12, 16, usw.)
  • Die Vorteile einer Spiegelreflexkamera:
  •  

    • Eingebauter Sucher
    • I.d.R. weniger Bildrauschen durch einen größeren Sensor
    • Viel mehr manuelle Einstellmöglichkeiten zur Bildbeeinflussung
    • Erweiterbar
  • Die Nachteile einer Spiegelreflexkamera:
  •  

    • Relativ groß
    • Relativ schwer
    • Durch häufigen Objektivwechsel anfällig für Sensorstaub
    • Entsprechend teuer

Es gibt aber auch noch eine Gattung mittendrin, die sogenannten Bridgekameras. Sie sind größer als Kompaktkameras, aber immer noch kleiner als Spiegelreflexkameras und zeichnen sich i.d.R. durch einen erweiterten Zoombereich aus, haben aber dennoch keine auswechselbaren Objektive.

Für welche Art der Kamera man sich nun entscheidet, ist rein individuell. Die beste Spiegelreflexkamera nützt einem unterwegs relativ wenig, wenn sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes  zuhause im Schrank liegt. Aus diesem Grund überlege ich schon seit einiger Zeit, mir zusätzlich eine Kompaktkamera zuzulegen, quasi als Immerdabeikamera.

Und noch ein kleiner Tipp: Eine Kompaktkamera ist nicht automatisch besser, je mehr Megapixel sie hat. Meistens ist sogar das Gegenteil der Fall, denn durch den kleinen Bildsensor nimmt durch die Verkleinerung der einzelnen Pixel das Rauschen überproportional zu. Z.B. hat ein Sensor der Größe 1/2.5" eine Größe von 5,2 x 3,9 mm. Ein Vollformatsensor hat dagegen 36 x 24 mm. Das ist fast die 35-fache Fläche. Gott sei Dank hat bei den Herstellern in der letzten Zeit hierbei ein Umdenken stattgefunden und die neuesten Modelle glänzen nicht mehr mit immer höheren Megapixelangaben.

 

 

Konzertfotografie

 

Viele gehen gerne auf Konzerte und wollen dort auch ihre Stars fotografieren. Leider ist das fotografisch gesehen aber kein allzu leichtes Unterfangen, denn die Lichtverhältnisse sind i.d.R. sehr schlecht.

Am schlechtesten stehen die Kompaktkamerabenutzer da, denn diese Kameras haben meistens nur lichtschwache Objektive und rauschen extrem stark, wenn man in die höheren ISO-Bereiche vordringt. Auch der Blitz hilft einem kaum weiter, da er erstens viel zu schwach ist und zweitens die Stimmung eliminiert, da er die Lichteffekte abschwächt.

Für gute Bilder sollte man deshalb schon auf eine entsprechende DSLR zurückgreifen können.

Die Nutzer einer DSLR sollten dabei auf folgende Dinge Wert legen:

  • Benutzen Sie lichtstarke Objektive, wobei ich unter lichtstark f/1,8 und besser verstehe.
  • Wählen Sie eine Verschlusszeit von unter 1/100 Sekunde (die Leute auf der Bühne bewegen sich ja). Bei einem Tele bringt ein eingeschalteter Wackeldackel zusätzlich Sicherheit gegen das Verwackeln. Bedenken Sie auch, dass Sie bei einer vollen Veranstaltung von anderen Personen unsanft angerempelt werden können.
  • Wenn die Parameter Zeit und Blende festliegen, bleibt Ihnen für die richtige Belichtung nur die ISO-Schraube. Achten Sie daher bei der Kamera auf eine gute High-ISO-Fähigkeit. Denn lieber ein etwas verrauschtes Bild, als ein Bild, das durch eine Bewegungsunschärfe unbrauchbar ist.
  • Wenn ein einzelner Künstler und nicht die ganze Bühne fotografiert werden soll, belichten Sie diesen per Spotmessung. Damit verhindern Sie die Einflussmöglichkeit eines plötzlich aufleuchtenden Scheinwerfers.
  • Gehen Sie nach Möglichkeit auf Serienaufnahme und schießen Sie jeweils eine kleine Serie, denn die Bewegung der Akteure und die sich laufend ändernde Lichtsituation lassen nicht jedes Bild gelingen.
  • Benutzen Sie einen Blitz nur, wenn es erlaubt ist und dieser auch stark genug ist. Aber genau, wie bereits oben bei der Kompaktkamera beschrieben, gehen durch den Blitz u.U. die Farbeffekte auf der Bühne spürbar verloren.

Anbei ein Bild einer kleinen Bühne, das ohne Blitz aufgenommen wurde:

 

 

Sehr gut kann man die kräftigen Farben erkennen. Dieses Beispielsbild wurde mit Blende 1,8 und ISO 1.600 aufgenommen. Durch das verwendete Weitwinkelobjektiv wurde - trotz der offenen Blende - eine ausreichende Schärfentiefe erreicht. Die Bühne wirkt zwar etwas dunkel, aber das liegt daran, dass der Bühnenscheinwerfer zum Zeitpunkt der Aufnahme ausgeschaltet war.

 

 

Kurztipps

 

Unter diesem Gliederungspunkt möchte ich Ihnen im Laufe der Zeit ein paar Tipps anbieten, die aufgrund ihrer Größe nicht separat einsortiert werden können. Die Reihenfolge entspricht den Einstellungsterminen.

  • Wenn man ein Bild verkleinert, kann es möglich sein, dass man etwas Nachschärfen muss.
  • Ein normaler Stock oder Ast kann als Einbeinstativ genutzt werden.
  • Es lohnt sich immer, einen schönen Himmel aufzunehmen. Vielleicht kann man ihn später für eine Montage gebrauchen.
  • Eine einfache Plastiktüte, die man immer dabei haben kann, stellt einen wirksamen Regenschutz für jede Kamera dar.
  • Bei einem Objektiv ohne Filteranschluss kann man den Filter einfach davorhalten.
  • Ein gefaltetes Blatt Papier kann eine vergessene Gegenlichtblende ersetzen. Achtung, Abschattungsgefahr!
  • Eine Gummidichtung oder eine Gegenlichtblende aus Gummi hilft bei der Aquarienfotografie Reflexe zu vermeiden.
  • Checken Sie unbedingt vor einem Fotoausflug die Einstellungen Ihrer Ausrüstung. Bei meinem letzten Ausflug war z.B. mein Wackeldackel am Objektiv deaktiviert und dementsprechend sahen dann meine Bilder aus.
  • Die linke Schulter kann als Stativ herhalten. Dabei ist umso besser, je größer die Kamera ist.
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit niemals das Digitalzoom Ihrer Kamera (falls vorhanden). Dadurch gehen Bildinformationen verloren, die Sie später vielleicht noch brauchen könnten. Besser ist die nachträgliche Bearbeitung in Form einer Ausschnittsvergrößerung.
  • Einen auf dem Objektiv festsitzenden Filter kann man u.U. dadurch lösen, dass man das Objektiv für ca. 15 -30 Minuten in den Kühlschrank legt.

 

Licht und Schatten

 

In einem meiner ersten Tipps habe ich vor Schatten, die ein Bild zerstören können, gewarnt. In diesem Tipp möchte ich dagegen den Schatten als gestalterisches Merkmal darstellen, denn nicht immer sind Schatten störend, sondern können dem Bild eine besondere Note verleihen. Besonders gut gelingt dies, wenn durch die Schatten eine eigene Struktur entsteht oder eine bereits bestehende Struktur betont wird. Bei einer richtigen Aufnahmekomposition kann der Schatten also durchaus zum bildbestimmenden Objekt werden ohne als störend wahrgenommen zu werden.

Schatten gehören zur Natur, nur besteht das Problem, dass sie bei Aufnahmen gerne zu dunkel werden, da die Dynamik einer Kamera nicht unendlich ist. Anbei nun drei Bilder zur Verdeutlichung meiner Aussagen. Das erste Bild ist ein Ausschnitt einer Aufnahme von Mohrle und zeigt eindrucksvoll, dass auch starke Schatten durchaus sehenswert sein können. Das zweite Bild zeigt eine Wand mit Strukturputz, bei der ich darauf geachtet habe, Schatten weitestgehend zu vermeiden. Beim letzten Bild habe ich erneut die Wand aufgenommen, jetzt aber mit seitlichem Lichteinfall und damit mit deutlichen Schatten. Der Unterschied dürfte sofort ins Auge fallen, denn das dritte Bild wirkt jetzt viel räumlicher.

 

    

 

Ich versichere ausdrücklich, dass der Unterschied bei den letzten beiden Bildern nur durch den geänderten Lichteinfall und nicht durch eine nachträgliche Bearbeitung entstanden ist.

 

 

Liebling, stell Dich mal vors Gebäude

 

Wie oft musste ich das in meinem letzten Urlaub erleben: Ein Pärchen kommt an eine Sehenswürdigkeit und will diese natürlich fotografieren. Soweit, so gut! Aber dann kommen sie auf die Idee, dass als Beweis noch eine Person mit aufs Bild soll. Und schon höre ich den Satz: "Liebling, stell Dich mal vors Gebäude!": Und prompt stellt sich die Angebetete direkt vors Haus, so dass nicht einmal mehr eine Briefmarke dazwischen passt. Was soll das?

Was dabei herauskommt, versuche ich mit meinem ersten Bild zu zeigen. Das Bild ist eigentlich nicht schlecht, doch stört die viel zu kleine Person etwas. Wie kann man es aber besser machen? Ganz einfach, indem die Person etwas vom Haus weggeht. Dies zeigt das zweite Bild. Hier ist schon sehr deutlich zu erkennen, dass die Person eigentlich kein Störfaktor ist, sondern mit aufs Bild gehört. Der Spielerei sind dabei keine Grenzen gesetzt, wie das dritte Bild zeigt. Die Person ist jetzt ganz nah gekommen und schaut nur von der Seite ins Bild.

 

    

 

Und jetzt mal ganz ehrlich: Ist die Person auf dem ersten Bild zu erkennen? Dieses Bild taugt nicht einmal etwas fürs Familienalbum. Beim zweiten Bild ist die Person zwar immer noch relativ klein, aber bei einem Abzug in Normalgröße (10 x 15 cm) absolut deutlich zu erkennen.

 

 

Makro und Wackeldackel

 

Fotografieren Sie gerne Makros und besitzen Sie ein Makroobjektiv mit einem eingebauten Verwacklungsschutz? Dann machen Sie bitte nicht den gleichen Fehler wie ich ihn schon gemacht habe. Mein Objektiv mit der Brennweite 105 mm hat einen Wackeldackel, der bis zu vier Blendenstufen bringt. Und so machte ich dann meine Makroaufnahmen: 105 mm mit vier Blendenstufen Vorteil bedeutet, dass ich mit ca. 1/8 Sekunde aus der Hand fotografieren kann (1/120 -> 1/60 -> 1/30 ->1/15 -> 1/8). Also wählte ich Zeiten um die 1/20 Sekunde aus, um auch wirklich sicher zu gehen. Doch das Ergebnis lies zu wünschen übrig. Oha, dachte ich, zu offene Blende. Also blendete ich weiter ab und kam in den Bereich von 1/10 Sekunde. Und wieder erhielt ich ein schlechtes Ergebnis. Was war also passiert? Ganz einfach: Der Blendenvorteil des Wackeldackels funktioniert im Makrobereich nicht. Hier besteht die Hauptverwackelungsgefahr nicht aus einer Rechts- oder Linksbewegung sondern aus einer Vor- und Rückwärtsbewegung. Und genau das kann ein herkömmlicher Wackeldackel nicht ausgleichen. Mittlerweile gibt es aber einen Hersteller, der das umgesetzt hat. Und dieses Objektiv soll dann bis zu zwei Blenden im Makrobereich erreichen. Daher mein Tipp: Bei Makroaufnahmen bitte den Wackeldackel nach Möglichkeit ausschalten (außer Sie haben bereits das oben beschriebene Objektiv) und am besten ein Stativ benutzen.

Da ich gerne Pflanzen aufnehme, habe ich ein weiteres Problem: Wind. Bewegt sich das Objekt leicht im Wind, helfen auch sehr kurze Verschlusszeiten - die man sowieso nicht hinbekommt - i.d.R. auch nicht weiter, da man durch die Bewegung den Fokuspunkt nicht genau platzieren kann. Was ist also zu tun? Ganz einfach: Man macht diese Aufnahme in einem geschlossenen Raum. Wenn erlaubt, pflückt man die Blume und fotografiert sie zuhause. Ein passender Hintergrund ist dabei sehr leicht herzustellen, denn dieser wird durch die Makroaufnahme sowieso sehr stark ausgeblendet.

 

 

Minimalismus

 

Ich kenne die Aussage: "Auf den meisten Fotos ist zuviel drauf!" Und oft stimmt das. Man meint mehr ist besser. Aber das lenkt all zu oft vom Hauptmotiv ab und das ganze Bild wird dadurch uninteressant. Die Augen müssen ruhen können, d.h. sie müssen einen bestimmten Punkt ruhig anvisieren können und dürfen von diesem nicht abgelenkt werden.

Unter Minimalismus verstehe ich das Gegenteil von überladenen Bildern. Also Bilder bei denen fast zu wenige Informationen vorhanden sind. Aber genau das macht sie so interessant.

Die folgenden Bilder sollen dies verdeutlichen. Das erste Bild stellt nur ein Kornfeld mit einem großen blauen Rand oben dar. Es ist auch definitiv nur ein blauer Rand. Manche sehen darin allerdings (gewollter Maßen) einen Himmel. Mir haben sogar Leute geschrieben, dass sie die Krümmung des Horizonts sehen. Es gibt aber gar keine Krümmung, der blaue Rand ist 100% gerade. Beim zweiten Bild erkennt man ein Buch. Allerdings nur die weißlichen Seiten am Rand und die Einbindung. Alles andere ist definitiv schwarz, aber dennoch "sieht" man das Buch deutlich vor sich. Das dritte Bild ist schon sehr gewagt. Es stellt ein weißes, zerknittertes, in die Ecke geworfenes Feuchttuch dar. Es sind nur ein paar Schatten zu erkennen.

 

    

 

Mit diesen Beispielen wollte ich nur verdeutlichen, dass man durch Weglassen sogar die Aussagekraft steigern kann.

 

 

Mitziehen

 

Einen äußert dynamischen Effekt kann man durch das sogenannte Mitziehen erreichen. Dabei muss das Motiv in Bewegung sein und man versucht die Kamera entsprechend der Bewegung so genau wie nur möglich mitzuschwenken. Dabei bleibt das sich bewegende Motiv scharf und der sich nicht bewegende Hintergrund verwischt total. Mit etwas Übung kann man hierbei sehr gute Ergebnisse erzielen.

Als weitere Möglichkeit habe ich nun versucht, diesen Effekt nachträglich per Bildbearbeitung zu erreichen. Dazu habe ich über ein gesamtes Bild eine Bewegungsunschärfe gelegt und anschließend das Tier komplett mit Schatten eingefügt.

 

 

Dieser Effekt bietet sich grundsätzlich an, wenn etwas in Bewegung ist, egal ob es dabei um einen Skifahrer oder wie im obigen Beispiel um ein Tier handelt. Durch den verwischten Hintergrund wird die Bewegung betont und der Blick auf das scharfe Objekt gelenkt.

 

 

Motive

 

Stellen Sie sich einmal vor, dass sie einen Kurztrip nach Neuschwanstein machen. Was fotografieren Sie dort? Natürlich das Schloss. Aus meiner Sicht ist das nicht verkehrt und auch gut fürs Familienalbum, aber zur Veröffentlichung im Internet wird Ihnen damit wohl kaum ein absoluter Hingucker gelingen. Warum? Ganz einfach: Das Motiv gibt es einfach schon zu oft (lt. Google-Bildersuche knapp 100.000-mal). Der Betrachter sieht also nichts Neues. Damit das Bild ankommt, müsste es z.B. deutlich besser sein als die ganze Konkurrenz. Und das traue selbst ich mir nicht zu. Ein absolut gutes Bild würde mir vielleicht gelingen, wenn ich dort wohnen würde und ich täglich zu verschiedenen Uhrzeiten die Stimmung einfangen könnte. Aber bei einem einmaligen Besuch bin ich absolut auf die gerade vorhandenen Lichteinflüsse angewiesen.

Was ist dann aber ein gutes Motiv? Aus meiner Sicht eigentlich alles Unspektakuläre, wenn man versucht, außergewöhnliche Sichtweisen festzuhalten. Bücken Sie sich dazu, gehen Sie in die Knie oder legen Sie sich auf den Boden. Fotografieren Sie Ihr Haus auf dem Boden liegend schräg nach oben, machen Sie Makros von ganz normalen Dingen, wie z.B. von einer Türklingel oder einem leicht ausgefransten Schnürsenkel. Arrangieren Sie etwas: Nehmen Sie den Schnürsenkel im (bunten) Gegenlicht auf und Sie werden sehen, dass Sie mit dieser Technik recht eigenwillige Bilder erhalten, die in der Masse so nicht vorhanden sind. Oder fotografieren Sie einmal im Regen, aber achten Sie darauf, dass Ihre Kamera nicht zu nass wird. Im Regen sieht die Natur ganz anders aus. Die Farben sind anders, die Kontraste sind anders und wenn man es richtig macht, kann man wunderschöne Tröpfchen und Spiegelungen einfangen. Selbst eine eigentlich triste Pfütze kann ihren Reiz haben.

 

Folgende zwei Bilder zeigen völlig unspektakuläre Dinge, die man bei jedem Spaziergang sehen kann. Erstens sehen Sie eine Mohnblume, die sich in einem Stoppelfeld befindet und auf dem Boden liegend aufgenommen wurde. Zweitens sehen Sie ein paar Ähren, die einfach in den Himmel gehalten wurden.

 

  

 

 

Nahlinse

 

Eine Nahlinse wirkt wie eine Brille oder eine Lupe und wird direkt vor das Objektiv geschraubt. Man muss also beim Kauf auf die richtige Filtergröße achten. Die Vergrößerung einer Nahlinse wird in Dioptrien angegeben, wobei die Vergrößerung umso stärker ist, umso höher der Dioptrienwert ist. Nahlinsen bilden gerne einen Farbsaum, besonders bei höheren Dioptrien, deshalb sollte man beim Kauf auf eine chromatisch korrigierte Linse achten. Eine solche Linse, die i.d.R aus zwei verkitteten Linsen besteht, bezeichnet man als Achromaten.

Der Vorteil einer Nahlinse ist das geringe Gewicht und der nicht notwendige Objektivwechsel (mit der üblichen Staubgefahr für den Sensor). Der Nachteil ist die etwas schlechtere Abbildungsqualität gegenüber einem echten Makroobjektiv.

Nahlinsen werden primär bei dem größten Zoomfaktor eingesetzt und sollten stets abgeblendet werden. Als reine Vorsatzlinse schluckt eine Nahlinse kein Licht und die Lichtstärke des Objektivs bleibt erhalten.

Mehrere Nahlinsen können auch kombiniert werden, jedoch sollten nicht mehr als zwei Nahlinsen auf einmal verwendet werden. Beim Kombinieren addieren sich die Dioptrienwerte.

Anbei ein Bild, das mit einer Nahlinse aufgenommen wurde. Selbstverständlich wurde ein Stativ benutzt.

 

 

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass es neben den Nahlinsen noch Balgengeräte, Zwischenringe und Retroadapter gibt. Ein Zwischenring wird zwischen Anschluss und Objektiv geschraubt und verändert somit die Brennweite. Bei einem Balgengerät geschieht dies stufenlos und ein Retroadapter ermöglicht den rückwärtigen Anschluss eines Objektives.

 

 

Naturfotografie

 

Ich fotografiere sehr gerne die Natur. Doch was sich so einfach anhört, hat durchaus seine Tücken, denn mich reizt nur die unberührte Natur. Ich möchte auf meinen Bildern so wenig wie möglich etwas abbilden, das von Menschenhand geschaffen wurde. Das ist durchaus machbar, jedoch erfordert dies einen erhöhten Zeitaufwand und eine sehr gute Beobachtungsgabe, denn meistens fallen einem erst nach der Aufnahme dies Dinge so richtig auf. Oft sind es "nur" Leute, die einem irgendwo ins Bild gelaufen sind. Das kann man mit Geduld und einer evtl. Retuschierung umgehen, aber es gibt auch Dinge, die man auf den ersten Blick überhaupt nicht sieht.

Im folgenden Beispiel möchte ich Ihnen so einen Fall aufzeigen. Für die Aufnahme legte ich mich extra auf den Boden, um einen interessanten Blickwinkel zu erreichen und war "vorerst" mit dem Ergebnis auch ganz zufrieden. Da ich meine Bilder aber auch zum Verkauf anbiete, schaue ich mir natürlich sämtliche Details auch in Groß an, denn auf einem Ausdruck treten diese deutlich hervor.

 

    

 

Auf dem ersten Bild kann man eigentlich nichts Negatives erkennen. Das zweite Bild, ein 100%-Ausschnitt zeigt dagegen deutlich, dass hier von Menschenhand eingegriffen wurde. Es gab so viele Seen und ich habe mir natürlich einen mit Zaun und künstlichem Zu-, bzw. Ablauf ausgesucht. Ein nachträgliches Entfernen erwies sich als unmöglich, da der Zaun im ganzen hinteren Teil des Sees sichtbar ist, inkl. seiner Spiegelung. Die beiden Kugeln im dritten Bild dagegen empfand ich absolut als nicht störend. Evtl. wären sie aber an einer anderen Stelle wesentlich besser zur Geltung gekommen.

 

 

Nebel

 

Nebel kann ein sehr schöner Effekt sein, um ein Bild etwas geheimnisvoller und mystischer zu machen. Doch wie soll man vorgehen, wenn man keinen speziellen Filter dazu hat? Im Folgenden möchte ich eine kurze Anleitung geben, wie man sich ganz einfach Nebel selbst herstellen kann. Man benötigt dazu nur ein Bearbeitungsprogramm, das mehrere Ebenen unterstützt.

Neben dem Ausgangsbild brauchen wir noch ein Wolkenbild in gleicher Größe. Hat das Wolkenbild eine andere Größe, vergrößern oder verkleinern Sie es entsprechend. Aus dem Wolkenbild nehmen Sie anschließend die Sättigung heraus, damit evtl. noch vorhandene Farben verschwinden. Durch einen Weißabgleich wird danach das Bild richtig weiß gemacht. Da die Wolken aber immer noch nicht wie Nebel aussehen, werden sie noch weichgezeichnet und zwar mit einem großen Korona-Anteil. Dieses Bild gibt nun die zweite Ebene unter unserem Ausgangsbild. Die Ebene ist mit dem Mischmodus Multiplikation einzufügen. Als Deckfähigkeit nehmen Sie 50% oder je nach Bedarf etwas mehr oder weniger. Das ganze Bild wird dadurch eingenebelt. Sollen dagegen nur bestimmte Bereiche Nebel aufweisen, so lassen Sie die Deckfähigkeit bei 100% und radieren Sie die Bereiche, die nebelig werden sollen, einfach mit dem Radiergummi aus. Stellen sie dabei die Deckfähigkeit auf 5%. Durch mehrmaliges Radieren der gleichen Stelle können Sie die Intensivität des Nebels bestimmen.

 

  

Diese beiden Bilder stellen die Ausgangsbilder dar. Das Wolkenbild ist bereits auf die richtige Größe gebracht worden.

  

Als erstes wurde das Wolkenbild gemäß obiger Anleitung bearbeitet und danach zum Gesamtbild zusammengefügt. Das vierte Bild zeigt das fertige Ergebnis.

 

 

Objektiv mit Wackeldackel oder lieber doch nicht?

 

Mit diesem Punkt greife ich ein heiß diskutiertes Thema in den div. Internetforen auf. Entweder man ist dafür oder man ist dagegen.

Die Gegner bringen oft folgende Argumente:

  • Durch den Wackeldackel wird das Objektiv größer und schwerer.
  • Die zusätzlichen optischen Elemente zur Stabilisierung verschlechtern das Bild.
  • Der Wackeldackel macht das Objektiv unnötig teuer.

Die Befürworter haben dagegen folgende Argumente:

  • Man kann in Situationen, in denen ein Stativ hinderlich ist, noch aus der Hand fotografieren.
  • Man muss keine ISOs hochdrehen und kann somit zusätzliches Rauschen vermeiden.
  • Man hat ein stabilisiertes Sucherbild.

Wer hat nun Recht? Eigentlich jeder, denn es sind zwei völlig unterschiedliche Philosophien. Und was ist meine Meinung dazu? Ich bin ein absoluter Befürworter, denn ich mache öfters "kleine" Ausflüge, bei denen ich lediglich meine Kamera mitnehme und auf sämtliches Zubehör verzichte. Und trotzdem kann ich sehr viele Bilder bei Brennweite 300 mm machen, ohne dass ich diese verwackle. Neuerdings gibt es auch Weitwinkelzooms die eine verwacklungsfreie Belichtungszeit von bis zur 1 s versprechen, ein Traum.

Anbei nun zwei Bilder. Beide habe ich mit 300 mm und einer Belichtungszeit von 1/20 s aufgenommen, das erste Bild ohne Einsatz des Wackeldackels und das zweite Bild mit. Deutlich kann man erkennen, dass der Wackeldackel tatsächlich vier Blenden mehr an Belichtungsspielraum bringt. Ich habe natürlich jedes Mal versucht, die Kamera sehr ruhig zu halten und bin auch vom ersten Bild beeindruckt. Die RAW-Bearbeitung der Bilder ist selbstverständlich 100% gleich.

 

  

 

Einige Hersteller bauen den Verwacklungsschutz nicht in das Objektiv, sondern direkt in das Gehäuse ein. Auch hier gibt es ein Pro und ein Kontra.

Pro:

  • Jedes Objektiv ist stabilisiert.

Kontra:

  • Es gibt kein stabilisiertes Sucherbild.
  • Ein im Objektiv vorhandener Wackeldackel ist besser, da er genau auf dessen Eigenschaften abgestimmt ist (Herstellermeinung).

 

 

Personen entfernen

 

Oft steht man vor dem Problem, dass einem Personen in das Bild laufen, besonders bei begehrenswerten Sehenswürdigkeiten. Genau so ist es mir kürzlich ergangen und ich habe mich für die Methode des Abwartens entschieden, obwohl es auch viel einfacher gegangen wäre. Daher machte ich mir anschließend Gedanken, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, die ich hier aufzählen möchte:

  • Die Personen ansprechen, ob sie kurz zur Seite gehen können. Dies ist bei mehreren Personen und/oder bei einem größeren Abstand eigentlich fast unmöglich.
  • Mit einem Graufilter eine Langzeitbelichtung durchführen. Durch die Langzeitbelichtung werden die sich bewegenden Objekte unsichtbar, da für sie die Belichtungszeit zu kurz im Bild sind. Das funktioniert natürlich nur, wenn sich die Personen auch bewegen. Setzen sie sich z.B. auf eine Bank, hilft diese Methode nicht weiter.
  • Abwarten, bis sich der Platz geleert hat. Das erfordert aber u.U. sehr viel Geduld.
  • Man kann nachträglich versuchen, die Personen aus dem Bild zu retuschieren. Je gleichmäßiger dabei der Hintergrund ist, umso einfacher geht es. Stehen die Personen allerdings vor einem komplexen Gebilde, wird die Retuschierung sehr aufwändig bis unmöglich.
  • Mehrere Belichtungen anfertigen. Bewegen sich die Personen, kann man mit einem Stativ mehrere Aufnahmen machen, wobei sich die Personen jeweils an unterschiedlicher Stelle befinden müssen. Bei der anschließenden Bearbeitung legt man dann die einzelnen Bilder in verschiedenen Ebenen übereinander und radiert ganz einfach die störenden Personen weg. Diese Vorgehensweise möchte ich mit den folgenden Bildern kurz aufzeigen.

Im ersten Bild befindet sich rechts eine Personen, im zweiten Bild dagegen befindet sich links eine Person, die zudem selbst fotografiert. Bei der Bearbeitung legte ich nun beide Bilder übereinander, so dass nur noch eine Person zu sehen war. Da sich an dieser Stelle auf der Ebene darunter keine andere Person befand, konnte ich einfach die störende Person wegradieren. Dabei musste ich nicht einmal genau auf die Umrisse achten, sondern konnte das Löschwerkzeug großzügig einsetzen. Im dritten Bild sieht man das fertige Ergebnis. Einfach genial, aber darauf muss man erst einmal kommen.

 

    

 

Zur Demonstration habe ich hier eine Ausschnittvergrößerung gewählt. Aber dennoch wären die Personen auf dem Original - meiner Meinung nach - störend gewesen. Natürlich hätte man in diesem Beispiel die linke Person sehr einfach wegretuschieren können, aber ich wollte hier die Vorgehensweise des Übereinanderlegens und Wegradierens aufzeigen.

Achten Sie aber bitte darauf, dass die Bilder auch zu 100% deckungsgleich sind. Sich bewegende Bäume und Sträucher stören dabei i.d.R. überhaupt nicht, wenn sich die auszuradierenden Personen nicht unmittelbar davor befinden. Befinden sich die Personen davor, stört ein enges Blattwerk auch nicht, da es sowieso ineinander übergeht und dadurch meistens keine erkennbare Struktur aufweist.

 

 

Perspektive

 

Immer wieder kann man Leute sehen, die ihre kleinen Kinder fotografieren, ohne dabei in die Hocke zu gehen. Natürlich entstehen dabei u.U. nette Bilder, aber die Perspektive ist verzogen, so dass die Köpfe der Kinder im Verhältnis zu den Füßen zu groß werden. Da hier keine gerade Linien vorkommen, fällt dies zuerst kaum auf, obwohl dieser Fehler leicht zu vermeiden ist: Man muss nur die Kamera so heben, dass sie nicht nach unten geneigt ist.

Oft geht dies jedoch nicht, da man die Position der Kamera nicht unendlich verschieben kann. Um z.B. den Eifelturm ohne perspektivische Verzerrung aufzunehmen, müsste man sich genau mittig auf Turmhöhe befinden. Da dieses Problem schon seit Anbeginn der Fotografie besteht, haben sich de Hersteller einiges einfallen lassen. Es gibt die so genannten Tilt- und Shift-Objektive, mit der man weitestgehend diese Verzerrungen ausgleichen kann. Der Nachteil dieser Objektive ist neben der Größe ihr relativ hoher Preis. In der Analogfotografie gab es aber kaum eine andere Möglichkeit.

In der Digitalfotografie kann man dagegen solche Verzerrungen mit Hilfe von Fotobearbeitungsprogrammen leicht selbst ausgleichen. In dem folgenden Beispiel möchte ich aufzeigen, wie dies funktioniert:

Als erstes sehen Sie das Ausgangsbild. Deutlich kann man die schiefen Linien erkennen. Beim dem zweiten Bild habe ich die Tonnenverzerrungen etwas ausgeglichen und das Bild um 0,3° nach rechts gekippt. Beim dritten Bild habe ich die Perspektive oben auseinander gezogen. Das geht bei meinem Programm mit dem "Objektauswahlwerkzeug" und dem Modus "Perspektive". Ich richtete das Bild solange aus, bis die linke Seite exakt parallel zum Bildrand verlief. Da die Verzerrung aber nicht auf beiden Seiten gleich war, habe ich rechts mit dem gleichen Werkzeug unter dem Modus "Scheren" noch etwas korrigiert. Da mir das Bild jetzt aber etwas zu gedrungen erschien, habe ich es noch ein bisschen in die Höhe gezogen. Dazu verwendete ich wieder das gleiche Werkzeug, jetzt aber mit dem Modus "Maßstab".

 

    

 

Deutlich kann man auch erkennen, dass links und rechts Bildinformationen verloren gegangen sind. Man sollte daher bei der Aufnahme für ausreichend Platz sorgen.

 

 

Polfilter

 

Eine der wenigen Filter, die man nachträglich nicht durch ein Bildbearbeitungsprogramm ersetzen kann, ist der Polfilter. Er ist ein drehbarer Filter, der in die richtige Stellung gebracht, das Streulicht eliminiert. Dadurch kann man z.B. durch Glas ohne störende Reflexe fotografieren. Weniger bekannt ist, dass sich durch einen Polfilter - bei richtiger Sonnenstellung - das Himmelsblau intensivieren lässt. Das habe ich früher schon in der Analogfotografie gerne gemacht und dafür den Spitznamen "Polfilter-Johnny" erhalten.

Ich habe allerdings die Erfahrung machen müssen, dass der Himmel schon eine gewisse Grundfärbung besitzen muss. Einen absolut weißen Himmel habe ich bis jetzt noch nie durch den Einsatz eines Polfilters einbläuen können.

Man unterscheidet lineare und zirkulare Polfilter. Das Messsystem moderner Kameras verträgt sich allerdings nur mit zirkularen Polfiltern. Bei Verwendung von einem linearen Polfilter würde es zu einer fehlerhaften Belichtungsmessung kommen.

Anbei ein Beispiel. Das erste Bild ist ohne Polfilter aufgenommen, das zweite Bild mit Polfilter. Die intensive Himmelstönung im zweiten Bild ist deutlich zu erkennen, obwohl das Bild insgesamt nicht zu dunkel belichtet ist.

 

 

 

Der andere Filter, der nicht nachträglich simuliert werden kann, ist der Graufilter. Durch ihn kann die Empfindlichkeit herabgesetzt werden und man kann eine andere Zeit-/Blendenkombination wählen und somit den Schärfeverlauf beeinflussen. Einen stufenlosen Graufilter kann man z.B. auch durch den Einsatz von zwei linearen Polfiltern erhalten, die um 90° zueinander gekreuzt werden.

 

 

Rahmen I

 

In diesem Abschnitt möchte ich über die Rahmen sprechen, die mit einem Bildbearbeitungsprogramm direkt dem Bild hinzugefügt werden und nicht über die Rahmen, die man benutzt, wenn man ein Bild aufhängt.

Ein Rahmen ist nicht selten unbestritten. Oft musste ich bei meinen Bildern hören, dass das Bild ohne Rahmen besser wirken würde. Deshalb möchte ich gleich zu Anfang sagen, überlegen Sie wirklich genau, ob ein Rahmen notwendig ist. Wenn ein Bild verkauft werden soll, ist ein Rahmen oft störend, denn wenn der Kunde sich das Bild an die Wand hängen möchte, sieht ein Rahmen innerhalb eines (echten) Rahmens nicht gerade gut aus.

Ich möchte hier ein paar verschiedene Rahmentypen und deren Wirkung aufzeigen. Aber entscheiden Sie selbst, welcher Rahmen passend ist und welcher nicht:

  • 1. Der einfache 3D-Effekt

Ich weiß gar nicht, ob man das schon als Rahmen bezeichnen kann. Auf das Bild wird ein 3D-Tasteneffekt gelegt. Dadurch wirkt es, als stünde es etwas hervor. Eine einfache Bearbeitung, die ich gerne benutze. Der Tasteneffekt kommt auch sehr gut, wenn außen noch ein Rand liegt.

  • 2. Die künstlerische Rahmen

Dies ist ein etwas künstlerischer Rahmen, der eigentlich aus dreinfacheei Rechtecken besteht, die sich links oben und rechts unten jeweils kreuzen. Aber das ist nicht alles: Das eigentliche Bild hat noch einen sogenannten Ausfransrahmen. Das Bild besteht also aus zwei verschiedenen Rahmen. Achtung bei Fransenrahmen am äußeren Ende: Je nachdem, wo man das Bild hochlädt, gibt es verschiedene Hintergrundfarben. Und stimmt die Hintergrundfarbe nicht mit der Außenfarbe des Bildes überein, geht die Wirkung eines solchen Rahmens gegen Null.

Künstlerische Rahmen setzte ich sehr gerne ein. Anstatt einfacher Rechtecke, benutze ich z.B. verschnörkelte Linien, die ich mit dem Swerve-Filter sehr schnell erzeugen kann.

  • 3. Der Standardrahmen

Ein schmaler schwarzer Rahmen mit einem räumlichen Effekt. Wenn man den Rahmen auf einer eigenen Ebene einfügt, kann man diesen auch nachträglich noch separat bearbeiten, z.B. indem man die Farbe verändert und so dem Bild anpasst. Dieser Rahmen ist so ziemlich der schmalste Rahmen und lässt dadurch dem eigentlichen Bild genügend Luft zum Atmen.

  • 4. Der Farbrahmen

Ein Vorlagenrahmen, der aus einem Fransenrahmen und einem großen Rand besteht, der in vier Blöcke eingeteilt ist. Die einzelnen Blöcke habe ich mit Farben aus dem Bild versehen, um einen harmonischen Eindruck hervorzurufen. Leider habe ich bemerken müssen, dass so ein Rahmen beim Einsatz von vielen Farben sehr schnell kitschig wirken kann.

  • 5. Der große schwarze Rahmen

Und wieder ein doppelter Rahmen. Im Bild befindet sich ein rotes Rechteck, das genau die Farbe des Mohnes hat und außen ein großer schwarzer Rahmen mit einem inneren 3D-Effekt. Der schwarze Rahmen verstärkt aufgrund seines Kontrastes die Leuchtkraft der Blume. Aus diesem Grund sind auch sehr viele Fotoseiten im Netz relativ dunkel gehalten.

Wenn Sie genau hinsehen, werden Sie bemerken, dass der rote Rahmen nicht einfach auf dem Bild liegt, sondern in das Bild eingearbeitet wurde. Gehen dagegen an dem äußeren Rahmen Bildelemente über den Rahmen hinaus, spricht man von einem out-of-bounds-Effekt.

  • 5. Der Klassiker

Der klassische Rahmen schlechthin. Normalerweise ist dieser Rahmen gold/silber. Meiner Philosophie folgend habe ich ihm aber die Farbe des Hirsches gegeben. Bei der Beurteilung dieses Colourkey-Bildes haben selbst Rahmengegner zugegeben, dass dieser Rahmen hier absolut passend ist.

  • 6. Der Effektrahmen

Effektrahmen gibt es sehr viele. Ich habe für dieses Bild einen Rahmen ausgewählt, der einen schwarzen Hintergrund (Kontrastverstärkung) hat und das Bild so erscheinen lässt, als wäre es mit Tesa aufgeklebt.

  • 7. Der (zu) wuchtige Rahmen

Ein absolut unpassender Rahmen. Der Rahmen ist für das Bild viel zu groß und erdrückt es. Diesen Fehler habe ich leider erst an der Kritik des Bildes bemerkt und muss dieser Kritik im Nachhinein voll und ganz zustimmen, denn auch bei Rahmen gilt: Weniger ist manchmal mehr.

 

 

Rahmen II

 

Ich habe schon viele eigene Rahmen angefertigt, meist aus einem Rand bestehend, den ich gedreht habe, mit einem Swerve-Filter bearbeitet habe oder teilversetzt mehrfach aufeinander gelegt habe. In diesem Kapitel will ich aufzeigen, wie man sich sehr schnell einen eigenen Rahmen basteln kann, der wie ein echter dreidimensionaler Rahmen aussieht.

Zu einem vorgegebenen Bild (in diesem Beispiel in der Größe 1700 x 2550 Pixel) lege ich ein neues, leeres Bild an, das genau die gleichen Abmessungen hat. Dem noch leeren Bild füge ich einen Rand in der Größe 80 Pixel zu. Als Farbe nehme ich eine Farbe aus dem Bild. Anschließend kommt noch ein kleiner Rand in der Größe 25 Pixel hinzu. Wiederum nehme ich eine Farbe aus dem Bild, die sich aber deutlich von der ersten Farbe unterscheidet. Und anschließend füge ich nochmals einen Rand mit der ersten Farbe in der Größe 50 Pixel hinzu. Das Ganze zeichne ich nun mit dem Gaußschen Weichzeichner mit dem Radius 15 weich. Um den Rahmen nun räumlich wirken zu lassen, lege ich noch einen Tasteneffekt in der Farbe Schwarz mit 75% Deckung und der Größe 80 Pixel darüber. Bevor ich das Originalbild einfügte musste ich noch den Rahmen verkleinern, damit eine 100%ige Abdeckung erreicht wird. Ich wählte bei dieser Konstellation eine Verkleinerung auf 96% in der Breite und 97% in der Höhe.

Die folgenden Bilder verdeutlichen die Vorgehensweise. Das erste Bild zeigt das Ausgangsbild, das zweite Bild zeigt die drei Ränder, das dritte Bild zeigt den Rahmen nach der Weichzeichnung und dem Hinzufügen des Tasteneffekts und das vierte Bild zeigt das fertige Ergebnis.

 

     

 

Aber, was ist jetzt der Vorteil dieses Rahmens? Nun, Sie sind in den Abmessungen und in der Farbgestaltung absolut flexibel. Viele meiner vorgefertigten Rahmen sind einfach zu wuchtig und lassen das Bild darin untergehen. Dieser Rahmen fügt sich dagegen absolut harmonisch dem Bild an.

 

 

Rauschunterdrückung durch Mehrfachbelichtung

 

Da das Bildrauschen rein zufällig ist, müsste doch durch eine Mehrfachbelichtung des gleichen Objektiv und einer anschließenden Verrechnung der einzelnen Bilder sich das Rauschen unterdrücken lassen, ohne dass das Motiv weichgespült wird. Um das auszuprobieren, nahm ich eine brennende LED mehrmals mit 5.000 ISO mit einem Stativ auf. Anschließend legte ich alle Bilder als Ebenen in einem neuen Bild ab. Als Verrechnung für die Deckungskraft wählte ich folgende Methode: Unterste Ebene = 100%, die darüberliegende Ebene = 50%, die darüberliegende Ebene = 33%, ...

Anbei das Ergebnis:

 

 

 

Das erste Bild zeigt eine einzelne Aufnahme mit 100% Crop, völlig unbearbeitet. Das zweite Bild zeigt die zusammengerechneten Mehrfachaufnahmen, ebenfalls als 100% Crop und völlig unbearbeitet. Sehr deutlich ist der Unterschied zu sehen. Für dieses Beispiel wählte ich 16 Einzelaufnahmen. Ein sehr deutlich sichtbares Ergebnis bekam ich aber bereits schon bei 5 Einzelaufnahmen.

Wichtig ist natürlich, dass die einzelnen Aufnahmen absolut deckungsgleich sind.

Das zusammengesetzte Bild lässt sich natürlich noch weiterverarbeiten. Ich habe es daher noch etwas entrauscht und nachgeschärft:

 

 

Was will man bei einem 100% Crop mit 5.000 ISO mehr erwarten? Ich finde es perfekt; es könnte glatt mit nur 100 ISO aufgenommen sein. Mit nur einer Aufnahme wäre dies nie möglich gewesen:

 

 

Daher habe ich vollständigkeitshalber noch den Versuch unternommen, die Einzelaufnahme zu entrauschen und zu schärfen. Duch die sehr starke Entrauschung, die aber nicht einmal das Ergebnis der Mehrfachbelichtung erreichten konnte, sind allerdings sehr viele Details verlorengegangen.

 

 

Rauschverhalten beurteilen

 

Ich werde oft gefragt, welche Kameras am wenigsten rauschen. Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach, wenn man eine Menge an Testzeitschriften zuhause hat, dachte ich mir. Doch ich machte dabei einen entscheidenden Fehler,denn bei allen mir bekannten Tests wird das Rauschverhalten beim JPEG-Format gemessen. Und das bedeutet, dass die kamerainterne Rauschunterdrückung mit getestet wird. Somit wird die Beurteilung anhand von Tests zum Glücksspiel, denn es könnte ja sein, dass eine relativ schlechte Kamera eine sehr starke Rauschunzterdrückung einsetzt. Der Nachteil einer Rauschunterdrückung wird ja wohl jedem bekannt sein: Die Details werden weichgespült. Somit taugt eigentlich nur die Beurteilung des RAW-Formats etwas. Doch auch dies ist nicht ganz so einfach, denn viele Konverter verhalten sich anders und einige Kameras der Kompaktklasse bieten erst gar kein RAW-Format an.

Daher mein Tipp: Probieren Sie es selbst aus, indem Sie mehrere Testbilder im RAW-Format schießen und diese dann vergleichen. Am besten dazu jeweils den Original-Konverter verwenden, aber bitte darauf achten, dass dabei die Rohdaten auch wirklich nicht bearbeitet werden.

 

 

RAW oder JPEG

 

Viele Leute fotografieren nur im JPEG-Modus, obwohl ihre Kamera ebenfalls das RAW-Format bietet. Daraufhin angesprochen antworten die meisten, dass die JPEG-Bilder einfach knackiger sind und sie keine Zeit zum Nachbearbeiten haben. Das zweite Argument lasse ich gelten, nicht aber das erste.

In der Tat sehen Bilder im RAW-Format etwas flau und teilweise auch etwas unscharf aus. Das liegt aber daran, dass hier noch keine Nachbearbeitung stattgefunden hat. Das entsprechende JPEG-Bild wurde bereits in der Kamera bearbeitet. Es wurde ein Weißabgleich durchgeführt, eine Rauschreduktion, eine Nachschärfung, eine Kontrastverstärkung, eine Farbintensivierung eine Belichtungsanpassung und evtl. auch noch eine Farbverschiebung. Das mag zwar auf den ersten Blick ganz gut aussehen, doch die Korrektur ist nicht immer optimal und man verschenkt u.U. einiges an Qualität. Das JPEG-Format speichert nur im 8-Bit-Format und man verzichtet somit auf wertvolle Ressourcen moderner Kameras, die 12 Bit oder sogar 14 Bit Bildauflösung bieten. Außerdem findet beim Abspeichern im JPEG-Format immer eine Kompression statt, die zu Fehlern führt, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Bei Bildern im RAW-Format macht man dagegen alles selbst. Man kann also individuell pro Bild die einzelnen Parameter auswählen. Auch ist eine Unter- oder Überlichtung in diesem Format besser zu korrigieren, da eine höhere Dynamik vorliegt. Und wenn man das bearbeitete Bild dann nicht als JPEG sondern z.B. als TIFF abspeichert, hat man auch keinen Qualitätsverlust durch die Komprimierung. Zum Veröffentlichen im Internet kann man das Bild dann immer noch in das JPEG-Format umwandeln. Aber bitte vorher verkleinern. Siehe dazu auch den Tipp "Bildgröße und -qualität".

Ich selbst fotografiere grundsätzlich im JPEG- und im RAW-Format gleichzeitig. Das JPEG-Format für das schnelles Bild und das RAW-Format für ein Bild, bei dem ich die bestmögliche Qualität erreichen möchte.

Zur Verdeutlichung eine Aufnahme, die mir einmal als RAW und einmal als JPEG vorlag. Bei jedem Format habe ich nun versucht, eine zu dunkle Stelle aufzuhellen und zwar jedes Mal mit exakt den gleichen Einstellungen.

 

 

 

Und können Sie erkennen, bei welchem Bild RAW die Basis und bei welchem Bild JPEG die Basis war? In RAW stecken einfach wesentlich mehr Reserven.

 

 

RAW-Konverter

 

In der Vergangenheit habe ich meine Rohdaten direkt in meinem Bildbearbeitungsprogramm geöffnet, da mir hier alle Optionen zur Weiterverarbeitung zur Verfügung standen. Bei einem kritischen Bild (ich hatte unerwartetes hohes Rauschen in dem Bild) versuchte ich noch eine andere Möglichkeit: Ich konvertierte das Bild mit dem vom Kamerahersteller ausgelieferten Tool in eine TIFF-Datei und las diese dann in mein Bildbearbeitungsprogramm ein. Ich wollte es zuerst nicht glauben, aber das Rauschen war wesentlich geringer. Daher mein Tipp: Probiert bitte verschiedene RAW-Konverter aus, vor allem den vom Hersteller, da dieser die einzelnen Parameter wohl am besten kennt. Ich benötige zwar jetzt zum Bearbeiten der einzelnen Bilder zwei Programme, aber es lohnt sich absolut. Neben dem unterschiedlichen Rauschen ist mir auch aufgefallen, dass bei dem Original-Konverter die Farbsäume wesentlich geringer ausfallen.

Anbei nun ein Bild mit einem Bildbearbeitungsprogramm konvertiert und anschließend das gleiche Bild noch einmal, aber jetzt mit dem Original-Konverter konvertiert:

 

 

 

Beide Bilder zeigen Ausschnittsvergrößerungen aus einem blauen Himmel. Ich finde, dass man den Unterschied sehr deutlich erkennen kann.

 

 

Räumliche Wirkung

  • Mit unseren zwei Augen sehen wir dreidimensional. Ein Bild dagegen ist nur zweidimensional. Dadurch gehen zwangsweise Eindrücke verloren. Es gibt jedoch ein paar kleine Tricks, um die Bilder räumlicher erscheinen zu lassen.
  • Dinge, die weiter entfernt sind, werden kleiner dargestellt. Gibt man dem Auge nun einen Vergleichsgegenstand, so wird die räumliche Entfernung sehr gut erkannt.
  • Zusammen- oder auseinanderstrebende Linien sorgen immer für einen starken räumlichen Effekt.
  • Unschärfe im Hintergrund lässt diesen weiter entfernt erscheinen.

Wenn Sie o.g. Tipps schon bei der Aufnahme berücksichtigen, werden Sie mit einer gelungenen dreidimensionalen Darstellung kaum Probleme haben. Anbei nun ein paar Bilder zur Verdeutlichung.

 

  • 1. Ein Bild ohne Vergleichsgegenstand

Bei diesem Bild ist nur eine sehr geringe Tiefenwirkung zu erkennen. Das Auge sieht zwar die Laterne weit entfernt, doch fehlt ein Bezugsobjekt. Selbst die mit der Entfernung zunehmende Unschärfe lässt das Bild immer noch relativ flach erscheinen.

  • 2. Das gleiche  Bild mit Vergleichsgegenstand

Das gleiche Bild mit einem Hund im Vordergrund. Das Auge hat jetzt einen guten Vergleichsmaßstab und setzt diesen um. Das Bild erscheint wesentlich räumlicher.

  • 3. Ein Bild mit einer Linienstruktur

In dieses Bild habe ich einfach einen Wassergraben gelegt. Er besitzt zwar zusammenstrebende Linien, diese sind aber nicht stark genug ausgeprägt.

  • 4. Ein Bild mit einer optimierten Linienstruktur

Das gleiche Bild, jetzt aber mit wesentlich enger zusammenlaufenden Linien. Und merken Sie den Unterschied? Die räumliche Wirkung ist doch um ein vielfaches besser.

  • 5. Ein Bild mit ausgeblendetem Hintergrund

Zum Schluss noch ein Bild, bei dem der Hintergrund stark ausgeblendet wurde. Auch dadurch entsteht eine Tiefenwirkung. Bei diesem Bild wurde der Unschärfeeffekt nachträglich vergrößert, um die Wirkung zu erhöhen.

 

Bei Landschaftsaufnahmen sorgt oft ein - in das Bild hineinragender - Ast im Vordergrund für eine räumliche Wirkung. Also bitte nicht krampfhaft versuchen, den Ast aus dem Bild zu verbannen.

 

 

Schnee

 

Schneelandschaften stellen an den Fotografen und an das Equipment eine große Herausforderung dar. Durch die weiße Fläche wird dem Sensor eine große Helligkeit suggeriert und die Kamera belichtet automatisch zu dunkel. Weiterhin ist der Schnee gar nicht richtig weiß, sondern je nach Himmelsfärbung reflektiert er mehr oder weniger die darin enthaltenen Blautöne. Unser Gehirn rechnet diese aber wieder um, so dass uns Schnee in der freien Natur trotzdem absolut weiß erscheint.

Im Folgenden habe ich mich an ein etwas schwieriges Motiv gewagt. Neben dem hellen Schnee leuchtete nämlich noch die tiefstehende Wintersonne. Dadurch konnte ich nicht einfach bei der Aufnahme zwei Stufen überbelichten, damit der Schnee nicht zu dunkel wird.

Das erste Bild zeigt die Umsetzung der kamerainternen JPG-Engine. Wie zu erwarten war, ist das Bild zu dunkel und es ist leicht bläulich. Die Bäume im Hintergrund weisen kaum noch Kontrast auf und waren auch durch Aufhellen nicht besser darstellbar. Also bemühte ich das RAW-Format, das einen noch stärkeren Blaustich hatte. Diesen versuchte ich mit einem automatischen Farbabgleich zu beseitigen, was aber absolut misslang, denn das Bild wurde noch blauer (siehe Bild zwei). Jetzt war manuelle Arbeit angesagt. Ich versuchte nun durch manuelle Einstellungen den Blaustich zu beseitigen und die Bäume etwas aufzuhellen. Durch die erhöhten Dynamikreserven im RAW-Format konnte ich tatsächlich die Bäume aufhellen, ohne dass sie "nur" grau wurden. Aber der Weißabgleich bereitete mir Probleme, denn wie bereits oben beschrieben, ist das Schnee ja nicht zu 100% weiß, sondern wir sehen ihn nur so. Wenn ich einen Weißabgleich machte, der den Schnee richtig weiß werden lies, verschwand auch das Blau im Himmel und dieser wurde richtig grau. Das war aber nicht mein Ziel. Ich wählte daher einen Weißabgleich, der meines Erachtens nicht zu sehr die Bläue des Himmels wegnahm. Anschließend schnitt ich den Schneebereich mit dem Lasso aus und färbte die noch vorhandene Blautönung mit dem Umfärber-Werkzeug weiß ein. Das Ergebnis dieser Arbeit ist im dritten Bild ersichtlich. Auch kann man jetzt durch die Baumreihen sehen und erkennen, dass die Schneelandschaft dahinter noch etwas weitergeht.

 

    

 

Gut kann man an den drei Bildern die Unterschiede erkennen. Ob eine leichte Blautönung des Schnees vielleicht doch besser gewesen wäre, ist reine Geschmackssache und sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich wollte nur aufzeigen, wie man Schnee durch eine gezielte Nachbearbeitung richtig weiß machen kann.

 

 

Schriftfonts

 

Oft werde ich gefragt, wie ich eine bestimmte Schrift erzeugt habe, z.B. die Schrift bei den Spielen FotoPuzzle, Fotomemory und BlueMania. In diesem Kapitel versuche ich aufzeigen, wie so etwas ganz einfach mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm zu bewerkstelligen ist.

Zuerst wähle ich einen Ausgangsfont, der meinen Vorstellungen schon recht nahe kommt. Diesen habe ich im ersten Bild dargestellt. Der Filter Lacquer vom Plugin "Flaming Pear" ergibt nach einigem Ausprobieren das Bild 2. Zu erkennen sind jetzt allerdings leichte Treppenstufen, die ich durch den moderaten Einsatz eines Weichzeichners wieder entferne. Ein weiteres Plugin (kostenlos) von Redfield, der "Lattic Composer" bringt mir den Effekt, der im dritten Bild zu sehen ist. Um noch etwas Räumlichkeit zu erhalten lege ich abschließend auf den Buchstaben noch eine Innenfase als 3D-Effekt.

Noch weitergehende Bearbeitungen sind natürlich möglich. Wie wäre es z.B. mit etwas Feuer? Die Flammen auf dem fünften Bild habe ich mit dem Stempelwekzeug hinzugefügt. Aber immer auf einer neuen Ebene, damit ich sie auch schön verschieben konnte.

Bei dieser Art der Bearbeitung gilt aber immer: Probieren, probieren und nochmals probieren, denn es sind unzählige Möglichkeiten der Gestaltung vorhanden. Aber nicht falsch verstehen: Durch diese Bearbeitung wird keine neue Schriftart erzeugt, sondern lediglich eine bereits bestehende verändert. Und wenn Sie sich die einzelnen Bearbeitungsparameter merken, können Sie trotzdem immer wieder das gleiche Ergebnis erzielen.

 

        

 

Fehlt Ihnen der entsprechende Ausgangsfont? Kein Problem, denn hier gibt's mehrere tausend Fonts zum kostenlosen Download: http://www.1001freefonts.com/

Vielleicht ist auch gleich ein Font dabei, der Ihnen so gefällt und nicht mehr bearbeitet werden muss.

 

 

Schärfentiefe bei Makros

 

Seit ich fotografiere, reizen mich Makroaufnahmen. Gerne habe ich Blüten aufgenommen. Das wird dann relativ schwierig, wenn man z.B. in einen Kelch hineinfotografiert, denn die Schärfentiefe reicht nicht aus, um den Kelch komplett scharf zu bekommen. Was ist zu tun? Will man das Bild nicht im Großformat drucken, sondern lediglich auf dem PC betrachten oder ins Internet stellen, habe ich einen Vorschlag: Je weiter man von dem Objekt weggeht, umso größer wird der Bereich, der scharf abgebildet wird. Im Prinzip ist dies auch der Effekt bei den Crop-Kameras, da durch den Crop eine Brennweitenverlängerung stattfindet. Sie werden jetzt aber zu Recht sagen. "Wenn ich weiter weggehe, habe ich aber kein Makro mehr!" Das stimmt auch, aber Sie können anschließend eine Ausschnittsvergrößerung machen. Wird Ihr Objekt bei 50cm Abstand formatfüllend aufgenommen, können Sie ruhig aus 1,5m Entfernung das Foto aufnehmen. Bei der Ausschnittsvergrößerung verlieren Sie durch die 3-fache Entfernung die 9-fache Auflösung. Bei einer 10-MP-Kamera haben Sie dann aber immer noch über 1 MP, und das reicht vollkommen fürs Internet. Ich habe diese Methode mehrmals angewendet und kann bestätigen, dass dadurch eine deutliche Steigerung der Schärfentiefe möglich ist.

Das folgende Bild ist durch diese Technik entstanden. Obwohl der Kelch mehrere Zentimeter tief ist, ist der ganze Verlauf weitestgehend scharf. Am inneren Rand sind sogar sehr deutlich einzelne Pollenspuren zu erkennen.

 

 

 

Selektives Aufhellen

 

Oft hat man das Problem, dass einige Bildteile einfach zu dunkel sind. Macht man das ganze Bild nun heller, geht oftmals die Zeichnung in den hellen Bildteilen verloren. Es gibt aber Bearbeitungsfilter, bei denen man die Helligkeit getrennt für dunkle, mittlere und helle Farben einstellen kann. Das hilft schon viel weiter, doch auch dies reicht manchmal nicht aus. Habe ich z.B. absolut dunkle Stellen im Bild und helle diese perfekt auf, so kann es passieren, dass halbdunkle Bildteile zu stark mitaufgehellt werden und damit grau erscheinen. Insgesamt wirkt so ein Bild dann fad, denn es fehlt der Kontrast.

Im Folgenden möchte ich nun beschreiben, wie ich ein zu dunkles Bild komplett aufgehellt habe.

  • 1. Leichtes komplettes Aufhellen
  •  

    Sehr moderat hellte ich das gesamte Bild leicht auf.

  • 2. Aufhellen der Schatten
  •  

    Anschließend hellte ich die Schatten separat auf. Leider blieb dadurch die rechte Ente immer noch zu dunkel. Ein weiteres Schattenaufhellen war aber unmöglich, da dadurch der Kontrast verloren gegangen wäre.

  • 3. Aufhellen der rechten Ente
  •  

    Mit dem Zauberstab schnitt ich sehr aufwändig die Ente aus. Ich musste sehr enge Toleranzen einstellen und somit sehr viele Bereiche einzelnen markieren. Nach dem Ausschneiden hellte ich die Ente derart auf, dass ein natürlicher Eindruck entstand. Das Auge habe ich manuell etwas nachgezeichnet.

  • 4. Einbläuen des Wassers
  •  

    Nach dem ganzen Aufhellen hatte das Wasser seine Schönheit verloren, es wirkte zu hell. Also kopierte ich das Bild in eine neue Ebene und bläute die oberste Ebene ein. Natürlich hatte das Bild jetzt einen Blaustich. Den beseitigte ich, indem ich alles, was nicht blau erscheinen sollte, mit dem Radiergummi ausradierte. Bei den Gräsern war dies teilweise eine pixelgenaue Arbeit.

Somit ist ein natürliches Bild entstanden, das weitestgehend dem Original entspricht. Einige Betrachter haben diese Bearbeitung schon mit einer HDR-Aufnahme gleichgesetzt. Diese Technik kann natürlich nicht immer angewendet werden. Voraussetzung ist ein relativ rauschfreies Bild, da durch das Aufhellen die Rauschanteile angehoben werden. Dieses Bild war mit ISO 50 aufgenommen und war daher sehr gut für diese Bearbeitung geeignet.

Anbei das unbearbeitete Bild im Vergleich zum bearbeiteten Bild:

 

  

 

 

Sensorgrößen

 

Da viele mit einer Angabe wie z.B. 1/1.8" nichts anfangen können, habe ich mal eine kleine Tabelle mit den gängigsten Sensorgrößen erstellt. Zusätzlich habe ich noch die Sensorgrößen der Spiegelreflexkameras mit aufgeführt.

 

Größe

Diagonale

Abmessungen

Format

Fläche

Crop-Faktor

1/3,2"

5,2 mm

4,2 x 3,2 mm

4:3

13,44 mm²

8,3

1/2,8"

6,0 mm

4,8 x 3,6 mm

4:3

17,28 mm²

7,2

1/2,5"

6,5 mm

5,2 x 3,9 mm

4:3

20,28 mm²

6,8

1/2,4"

6,8 mm

5,4 x 4,1 mm

4:3

22,14 mm²

6,4

1/2,35"

6,9 mm

5,5 x 4,1 mm

4:3

22,55 mm²

6,3

1/2,3"

7,0 mm

5,6 x 4,2 mm

4:3

23,52 mm²

6,3

1/1,8"

9,0 mm

7,2 x 5,3 mm

4:3

38,16 mm²

4,9

1/1,72"

9,4 mm

7,5 x 5,5 mm

4:3

41,25 mm²

4,6

1/1,7"

9,5 mm

7,6 x 5,6 mm

4:3

42,56 mm²

4,6

1/1,6"

10,1 mm

8,1 x 6,1 mm

4:3

49,41 mm²

4,3

2/3"

10,8 mm

8,8 x 6,6 mm

4:3

50,08 mm²

4,0

4/3"

21,6 mm

17,3 x 13,0 mm

4:3

224,90 mm²

2,0

APS-C (Canon)

26,7 mm 22,2 x 14,8 mm 3:2

328,56 mm²

1,6

APS-C

28,4 mm

23,6 x 15,8 mm

3:2

372,88 mm²

1,5

APS-H

34,47 mm

28,7 x 19,1 mm

3:2

548,17 mm²

1,3

VF

43,27 mm

36,0 x 24,0 mm

3:2

864,00 mm²

1,0

 

Die tatsächlichen Größen sind nicht direkt aus den Zollangaben abzuleiten, da sie wesentlich geringer sind, als man rechnerisch vermutet. Ich will das mal so erklären: Man stelle sich den Sensor als einen Kreis vor. Der eigentlich nutzbare Bereich innerhalb des Kreises ist ein Rechteck im Verhältnis 4:3. Da dieses Recheck nicht bündig an den Kreis anschließt, ist es dementsprechend kleiner. Somit können sich je nach Hersteller noch einige Unterschiede bez. den genauen Abmessungen ergeben. Interpretieren Sie daher die einzelnen Werte nur als grobe Anhaltspunkte.

 

 

Sonnenuntergang

 

Sonnenuntergänge sind immer wieder ein beliebtes Motiv. Deshalb möchte ich Ihnen hier zwei kleine Tipps vorstellen:

Erstens: Wählen Sie ca. zwei bis drei Stufen Unterbelichtung. Sie können auch normal aufnehmen und anschließend die Helligkeit herunterschrauben, doch dadurch werden Ihnen leicht wichtige Details im Himmel verloren gehen.

Zweitens: Schalten Sie auf jeden Fall den automatischen Weißabgleich aus, außer Sie fotografieren im RAW-Format. Der automatische Weißabgleich erkennt die starke Tönung des Himmels und versucht dieser wieder einen neutralen Weißwert aufzudrücken. Das ist zwar völlig richtig, ruiniert aber die ganze Stimmung.

Anbei zwei Bilder. Das erste Bild wurde völlig ohne Weißabgleich aufgenommen, beim zweiten Bild dagegen stand der Weißabgleich auf Auto.

 

  

 

Sehr deutlich kann man die kräftigeren Farben im ersten Bild erkennen.

 

 

Speichern

 

In diesem Kapitel geht es darum, einen bestimmten Fehler beim Speichern von zu bearbeitenden Bildern zu vermeiden. Selbst ich habe in meiner Anfangsphase diesen Fehler gemacht.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie nehmen ein Bild auf und laden das Foto im JPEG-Format auf Ihren Rechner. Jetzt stellen Sie fest, dass die Farben etwas lasch sind. Also verstärken Sie die Farben und speichern das Foto einfach unter dem alten Namen wieder ab. Abends fällt Ihnen noch auf, dass der Horizont schief ist. Das Geraderücken stellt für Sie kein Problem dar. Und wieder speichern Sie das Foto wie gehabt einfach ab. Am nächsten Tag wollen Sie das Foto im Internet veröffentlichen. Jetzt fällt Ihnen noch auf, dass nach dem Geraderücken links etwas unschön ins Bild ragt. Schnell schneiden Sie es weg und speichern wieder ab. Fürs Internet brauchen Sie aber eine kleinere Auflösung. Kein Problem: Sie verkleinern das Bild und speichern es wieder ab. Voller Freude laden Sie dann das Bild hoch und wundern sich ein wenig später über die vernichtenden Kritiken. Was ist passiert? Ganz einfach: Eine Speicherung im JPEG-Format geschieht i.d.R. über eine verlustbehaftete Komprimierung. In unserem Beispiel haben Sie exakt fünfmal Ihr Bild im JPEG-Format abgespeichert. Besser wäre gewesen, das Bild im RAW-Format von der Kamera herunterzuladen (falls möglich) und anschließend jeweils in einem verlustfreien Format zu speichern. Die meisten Bildbearbeitungsprogramme bieten dafür spezielle Dateiformate an. Sie können aber auch einfach das TIFF-Format nehmen. Jetzt müssen Sie nur einmal zum Hochladen im JPEG-Format abspeichern. Sie haben übrigens noch einen zweiten Fehler gemacht: Durch das Abspeichern des verkleinerten Bildes haben Sie Ihre Original-Auflösung unwiderrufbar gelöscht. Eine weitere Bearbeitung, z.B. eine Ausschnittsvergrößerung ist jetzt mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr machbar. Speichern Sie daher grundsätzlich Ihre Bearbeitungsschritte unter unterschiedlichen Namen ab.

Zur Veranschaulichung sehen Sie nun drei Bilder. Das erste Bild wurde viermal im TIFF-Format und einmal im JPEG-Format gespeichert, das zweite Bild wurde dagegen fünfmal im JPEG-Format gespeichert. Das dritte Bild ist ein Ausschnitt aus dem zweiten Bild. Deutlich kann man jetzt den Farbsaum und die Strukturen (Artefakte) erkennen, die durch das JPEG-Format entstanden sind.

 

    

 

Bietet Ihre Kamera nur das JPEG-Format an, stellen Sie auf jeden Fall die höchste Auflösung und die niedrigste Komprimierung ein.

 

 

Spiegelungen

 

Spiegelungen stellen ein ideales Werkzeug für Bearbeitungen (Verfremdungen) dar. Von vielen werden sie allerdings unterschätzt, da sie der Meinung sind, dass ein Bild, das links und rechts gleich aussieht, nicht unbedingt künstlerisch wertvoll ist. Damit haben sie natürlich Recht, aber eine gekonnte Spiegelung kann weitaus mehr, was ich mit Hilfe der folgenden Beispiele aufzeigen möchte. Ausgenommen von diesen Beispielen habe ich die sogenannten Kaleidoskop-Effekte.

  • 1. Die einfache Spiegelung

Die einfachste Form der Spiegelung ist die oben beschriebene Spiegelung von links nach rechts. Bei diesem Bild ist dadurch aber etwas Neues entstanden, eine Figur. Da das Ausgangsbild Mais darstellte, habe ich diese Bearbeitung dann auch Die Maiskönigin genannt.

  • 2. Die Teilspiegelung

Interessant ist auch, nur einen Teil zu spiegeln. Bei diesem Bild ist nur der Acker gespiegelt, so dass sich ein faszinierendes Muster ergibt. Der Rest des Bildes ist ungespiegelt. Insgesamt wirkt dieses Bild daher nicht als reines Spiegelbild.

  • 3. Die Mehrfachspiegelung

Bei diesem Bild ist der Effekt durch eine Mehrfachspiegelung entstanden. Dabei muss man aber nicht unbedingt händisch die einzelnen Spiegelungen durchführen, sondern spezielle Filter bieten diese Funktion automatisch an. Leider hilft hier nur sehr viel Ausprobieren, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen

  • 4. Die abstrakte Spiegelung

Bei dieser Art der Spiegelung erkennt man erst auf den zweiten Blick, dass gespiegelt wurde. Es ist eine Fantasielandschaft entstanden, bei der das Wasser wie durch einen Knick abfällt. Die Spiegelachse muss also nicht immer durch die Mitte gehen und auch der Winkel muss nicht immer 180° sein.

  • 5. Die selektive Teilspiegelung

Bei diesem Bild ist eine Tulpe komplett gespiegelt, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich um verschiedene Tulpen handelt. In Wirklichkeit handelt es sich aber immer dieselbe Tulpe. Den Unterscheidungseffekt könnte man noch steigern, indem man die einzelnen Tulpen noch getrennt bearbeitet, z.B. mit einer leichten Farbverschiebung.

  • 6. Die verfremdete Spiegelung

Um eine Spiegelung nicht so offensichtlich erscheinen zu lassen, kann man auch den gespiegelten Teil nachträglich bearbeiten. In diesem Fall habe ich das eingefärbte Herbstlaub von oben nach unten gespiegelt und anschließend den Wassereffekt auf die Spiegelung gelegt.

  • 7. Die symmetrische Spiegelung

Und zum Schluss noch ein beliebtes Motiv, ein Hochspannungsmast, liegend von unten aufgenommen. Aber selbst mit einem Stativ schafft man keine perfekte Symmetrie. Das hier vorliegende Ergebnis war natürlich nur durch eine doppelte Spiegelung (links/rechts und oben/unten) zu erreichen. Dieses Bild könnte man sogar noch verbessern. Ich könnte mir noch eine schöne, nicht gespiegelte Wolkenformation am Himmel vorstellen. Dazu müsste man den Mast allerdings vorher freistellen und die Wolken als neue Ebene einbinden.

 

 

Spotmessung

 

In der Analogfotografie war ich immer ein großer Verfechter der Spotmessung, denn nur so war ich in der Lage, ein kleines Objekt richtig zu belichten. In der Digitalfotografie komme ich aber immer mehr davon ab, denn meine ersten Ergebnisse waren vernichtend. Was ist jetzt aber anders? In der Analogfotografie konnte ich nicht oder nur sehr beschränkt nacharbeiten. Es war also absolut wichtig, dass das Hauptobjekt richtig belichtet wurde. Stolz sagte man dann z.B.: "Schau mal wie hell der Hintergrund ist und trotzdem ist das Gesicht nicht zu hell oder zu dunkel." Heute dagegen bearbeitet man nach und es ist eine Kleinigkeit, ein zu dunkles Gesicht aufzuhellen.

Eine meiner ersten Digitalaufnahme mit Spotmessung war ein Portraitbild. Zuerst nahm ich das Bild "normal" auf und sah auf dem Display, dass es viel zu dunkel war. Also schaltete ich um auf Spot und nahm das Bild noch einmal auf. Zuhause angekommen lud ich beide Bilder auf meinen PC und war von dem Bild mit der Spotmessung absolut enttäuscht. Das Gesicht war zwar richtig belichtet, die Umgebung war aber viel zu hell und zwar derart hell, dass die Bäume am Himmel völlig ausgefranst waren. Das "zu dunkle" Bild dagegen wirkte nach der Aufhellung wesentlich besser, denn die hellen Stellen hatten noch Zeichnung.

Anbei zwei 100%-Ausschitte der Baumspitzen. Das erste Bild wurde mit Spotmessung, das zweite Bild mit Selektivmessung aufgenommen. Für diese Demozwecke habe ich den Himmel der beiden Bilder nachträglich blau eingefärbt, damit der Unterschied besser auffällt.

 

  

 

Deutlich kann man erkennen, dass beim ersten Bild die feinen Äste durch die Überstrahlung praktisch nicht mehr vorhanden sind und einzelne Blätter frei in der Luft hängen. Dieser Fehler war auch nicht mehr reparabel.

Ich will auf keinen Fall die Spotmessung verteufeln, doch ich überlege mir seit diesem Erlebnis deren Einsatz immer ganz genau.

 

 

Stativ am Tag

 

Ich werde oft belächelt, wenn ich am helligsten Tag neben meiner Kamera auch noch ein Stativ mit mir herumschleppe. Doch das hat durchaus seinen Sinn, denn ein Stativ hilft nicht nur bei Dunkelheit.

Für folgende Situationen ist ein Stativ am Tag empfehlenswert:

  • Für das Anfertigen einer Makroaufnahme. Hier benötigt man i. d. R. eine ziemlich geschlossene Blende, um eine angemessene Schärfentiefe zu erreichen. Auch funktioniert bei Makroaufnahmen ein eingebauter Verwacklungsschutz nur sehr eingeschränkt.
  • Um eine Belichtungsreihe durchzuführen. Diese benötigt man u.a. für HDR-Aufnahmen.
  • Um eine Panoramaaufnahme zu machen. Optimal wird diese durch einen zusätzlichen Neudalpunktadapter, der auf dem Stativ angebracht ist, erstellt.
  • Für Selbstportraits. Ich kenne da sehr gelungene Bilder, die die aufzunehmende Person sogar in Bewegung, z.B. in einem Sprung, zeigen. Die Auslösung erfolgt dabei i.d.R. durch einen Funkauslöser, den man versteckt in seiner Hand hält.

Achten Sie bei einem portablen Stativ neben der Stabilität unbedingt auch auf das Gewicht. Jedes Gramm, das man nicht mit sich herumtragen muss, zählt. Gut bewährt haben sich Carbonstative, doch diese haben leider auch ihren entsprechenden Preis.

 

 

Stil

 

Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. Versuchen Sie nicht immer nur nachzuahmen, denn jede Nachahmung kann nichts anderes ergeben als eine (schlechte) Kopie des Originals. Was kann nun aber ein eigener Stil sein? Machen Sie z.B. bestimmte Verfremdungen, bestimmte Farbtöne, bestimmte Hintergründe, bestimmte Perspektiven usw. zu Ihrem bildbestimmenden Merkmal. Somit stechen Sie aus der Masse hervor. Vielen werden Ihre Bilder vielleicht so nicht gefallen aber Sie werden einige Anhänger finden, wenn auch der Rest der Bildgestaltung gelungen ist. Wollen Sie Ihre Bilder verkaufen und Sie bieten nur 08/15-Kost an, werden Sie es sehr schwer haben. Die Leute werden zwar sagen, dass die Bilder nicht schlecht sind, aber kaufen werden sie sie trotzdem nicht. Bieten Sie nun Bilder mit einem z.B. ausgesprochenen Gelbstich an, werden auf der einen Seite viele Leute diese Bilder verteufeln aber auf der anderen Seite gibt es vielleicht jemanden der sagt: "Das ist ja außergewöhnlich und die Farbe passt genau zu meinem Sofa." Mein Leitspruch ist: "Lieber 1.000 schlechte und 10 gute Bilder als 1.010 mittelmäßige Bilder." Ich selbst setze ja gerne Verfremdungen ein. Viele dieser Bilder wurden oftmals heruntergeputzt, aber insgesamt bekam ich trotzdem wesentlich mehr positive Kritiken als bei meinen unverfremdeten Aufnahmen, weil sie anders waren und somit (mehr) Aufmerksamkeit erregten. Wenn Sie an berühmte Maler denken, werden Sie sehr schnell erkennen, dass auch deren Auszeichnungsmerkmal i.d.R. der persönliche Stil war. Und wenn ich mir so manche Gemälde betrachte, frage ich mich oft: "Was soll das?" Aber genau diese Bilder haben oftmals einen sehr hohen Wert. Es geht also immer um das Außergewöhnliche und durch einen eigenen Stil, den Sie natürlich beibehalten sollen, erreichen Sie zusätzlich noch einen hohen Wiedererkennungswert.

 

Dies ist ein Bild, das meinen typischen Stil widerspiegelt: Kräftige Farben und eine Verfemdung, bei der das Ausgangsmotiv noch sehr gut zu erkennen ist. Bei meinen Verfremdungen lasse ich gerne die einzelnen Bildteile zerfließen. Auch liebe ich Einrahmungen.

 

 

Tageslicht / Helligkeit

 

Licht ist in der Fotografie sehr wichtig und daher sollte man lernen, zu erkennen, wann eine gute oder optimale Lichtsituation vorliegt. Aber wie immer spielt uns unser Gehirn einen kleinen Streich, denn es passt sich automatisch der vorherrschenden Helligkeit weitestgehend an. Ich habe innerhalb drei Tagen nachmittags Aufnahmen mit folgenden Werten gemacht:

 

Datum ISO Zeit Blende
21.03.2010 500 1/60 5,6
24.03.2010 200 1/100 22

 

Was sagen uns diese Werte?

  • ISO 200 zu ISO 500 bedeutet 2,5 Mal soviel Licht
  • 1/100 zu 1/60 bedeutet 1,66 Mal soviel Licht
  • Blende 22 zu Blende 5,6 bedeutet 16 Mal soviel Licht

Am 24.03. war es also insgesamt 66,5 Mal heller. Bitte jetzt nicht vemuten, dass ich die Kamera einmal in den Schatten und einmal in die Sonne gehalten habe. Ich habe jedes Mal eine Pflanze fotografiert, die nicht im direkten Sonnlicht stand. Die Aufnahme am 21. war natürlich wesentlich schlechter, da durch die große Blendenöffnung keine optimal Schärfentiefe zu erreichen war. Wäre ich hier auch auf Blende 22 gegangen, hätte ich ISO 8.000 einstellen müssen und das wollte ich mir nicht antun, denn ich mag absolut kein Bildrauschen. Da zusätzlich noch ein leichter Wind wehte, war im Prinzip auch die Zeit zu kurz gewählt. Hier wäre 1/250 Sekunde wohl wesentlich besser gewesen und schon sind wir bei ISO 32.000 angekommen. Ich kann an meiner Kamera zwar fast diesen Wert einstellen aber die meisten anderen Fotografen werden hier wohl passen müssen.

Mein Tipp daher: Unbedingt auf gute Lichtverhältnisse warten und nicht auf Teufel komm raus ein Bild machen.

 

 

Tropfenbilder

 

Tropfenbilder werden immer wieder gerne betrachtet. Doch wie kommt man zu solchen Bildern?

Es ist viel einfacher als man denkt.

Zur Demonstration habe ich eine große orangerote Schüssel mit etwas Wasser aufgefüllt. Eine zweite Person lässt nun über eine Pipette, bzw. Spritze Wasser in die Schüssel tropfen. An die Stelle, an der der Tropfen aufkommt, habe ich anschließend einen Finger gehalten und die Kamera, die sich auf einem Stativ befand, darauf scharf stellen lassen. Nach dem Scharfstellen habe ich den Autofokus ausgeschaltet. Jetzt musste lediglich die zweite Person genau auf diese Stellen die einzelnen Tropfen fallen lassen. Da man diese Tropfen relativ gut abschätzen konnte, brauchte ich nur noch den Auslöser manuell zu betätigen. Für die notwendige Helligkeit sorgte der eingebaute Kamerablitz, den ich mit einem Papier etwas verdeckte, so dass er den Tropfen nicht direkt erreichen konnte. Er löste vielmehr einen Tochterblitz aus, der seitlich aufgestellt war.

Anbei ein Bild, das durch diese Technik entstanden ist.

 

 

Natürlich gibt es noch viele Variationsmöglichkeiten, wie z.B. ein durchscheinendes Glasgefäß mit einem arrangierten Hintergrund. Auch müssen nicht unbedingt immer zwei Personen beteiligt sein. Man kann z.B. selbst tröpfeln und einen Funkauslöser verwenden oder ganz einfach das Gefäß unter einen tropfenden Wasserhahn stellen.

 

 

Verfremden

 

Unter Verfremden versteht man das Bearbeiten eines Bildes weg vom Original. Wenn man dagegen nur etwas nachschärft, blasse Farben korrigiert oder die Perspektive gerade rückt, ist das kein Verfremden.

Ich verfremde sehr gerne und durfte in diesem Bereich schon reichlich Erfahrung sammeln. Mit den folgenden Punkten möchte ich nicht die Filter einzelner Programmen beschreiben, sondern grundsätzliche Tipps geben.

Ich selbst unterscheide fünf Arten der Verfremdung:

  • 1. Leichtes selektives Verfremden

Bei dieser Technik wird nur sehr moderat verfremdet und auf keinen Fall das ganze Bild. Dadurch bleibt ein großer Teil der Natürlichkeit erhalten.

Bei diesem Bild habe ich lediglich die Farbe des Rapses mit einem Farbfilter etwas geändert. Es ist dadurch ein ungewöhnliches Bild mit einem gewissen Aha-Effekt entstanden.

  • 2. Leichtes komplettes Verfremden

Bei dieser Technik wird auch nur sehr moderat verfremdet, aber das gesamte Bild. Dadurch bleibt ein großer Teil der Natürlichkeit erhalten.

Bei diesem Bild habe ich wiederum die Farben mit einem Farbfilter etwas geändert und die Sonne eingefügt. Es ist dadurch ein Bild mit einer besonderen Stimmung entstanden, aber von der ursprünglichen Natürlichkeit ist trotzdem noch einiges vorhanden.

  • 3. Starkes Verfremden

Bei dieser Technik wird sehr stark verfremdet, aber immer so, dass noch ein Bezug zum Ursprungsbild vorhanden bleibt.

Mehrere Filter haben hier ein ganz besonderes Flair geschaffen, aber jeder kann noch das Ausgangsbild erkennen, bzw. erahnen.

  • 4. Gestalterisches Verfremden

Bei dieser Technik wird sehr stark verfremdet, aber immer so, dass kein Bezug mehr zum Ursprungsbild vorhanden ist.

Niemand kann bei dieser Bearbeitung mehr erkennen, was das Ausgangsbild war. Ich habe damit ein eigenes künstlerisches Werk geschaffen, das auch zum Nachdenken anregen soll. Ganz versteckt kann man im roten Teil - mit viel Fantasie - nämlich ein kleines, sitzendes Buddha-Mädchen erkennen.

  • 5. Chaotisches Verfremden

Ich führe diese Technik nur zur Abschreckung auf. Dabei werden "willenlos" Filter verwendet um mit aller Gewalt ein Bild zu verändern. Was dabei herauskommt, dürfte aber niemandem gefallen.

In meinem Beispiel habe ich ein Erdbeerfeld so behandelt. Es ist nichts Ganzes und nichts Halbes. Man kann halbwegs noch das Ausgangsbild erkennen, man kann aber keine Emotionen entwickeln. Ich habe für dieses Bild auch sehr viel negative Kritik einstecken müssen.

 

Insgesamt kann man sagen, dass nicht jedem ein verfremdetes Bild gefällt. Ein "waschechter" Fotograf will bestimmte Sichtweisen festhalten und das so natürlich wie möglich. Ich stimme dieser Ansicht voll und ganz zu. Auf der anderen Seite sehe ich aber den Bereich der Verfremdungen. Für mich ist dies auch eine Kunst, eine Kunst Gefühle auszudrücken, die ich mit unbearbeiteten Fotos nicht kann.

 

 

Verkleinern, aber richtig

 

Auch beim Verkleinern eines Bildes kann man Fehler machen. Erstens gibt es zwar verschiedene Algorithmen, die man anwenden kann. I.d.R. ist man mit bikubisch am besten bedient. Aber zweitens musste ich dabei folgendes feststellen: Bikubisch ist nicht gleich bikubisch, denn verschiedene Bildbearbeitungsprogramme bringen tatsächlich unterschiedliche Ergebnisse. Besonders auffällig wird ein Fehlverhalten, wenn man Schrift verkleinert, da diese dann sehr schwer lesbar wird. Was also tun, wenn man mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist? Mir ist folgendes aufgefallen: Wenn ich das Bild in meinem Programm zoome, ist das Ergebnis wesentlich besser, als wenn ich es konventionell verkleinere. Also muss das das Verkleinern eigentlich auch besser gehen, doch nur wie? Ganz einfach: Ich mache EDV zu Fuß, indem ich das Bild mit der Zoomfunktion verkleinere und anschließend mit einem weiteren, aber kostenlosen Programm ausschneide, in meinem Fall mit dem Programm Hardcopy.

Anbei das Ergebnis. In beiden Fällen habe ich die Schrift auf 50 Pixel verkleinert und anschließend, um die Unterschiede besser aufzuzeigen, auf 180 Pixel vergrößert (durch Anpassung der Pixelgröße).

 

  

 

Ich glaube, dass das Beispiel deutlich genug ist: Das erste Bild wurde bikubisch verkleinert und das zweite Bild mit der Zoomfunktion.

 

 

Vergrößern

 

Ist Ihnen das auch schon passiert: Sie haben ein ansprechendes Bild und möchten es großformatig ausdrucken, aber das Bild ist in der Auflösung viel zu klein? Keine Angst, ich zeige hier Ihnen, wie Sie das Bestmögliche aus Ihrem Bild herausholen können. Ich selbst habe schon ein nur 1,9 MP großes Bild auf DIN-A3+ gedruckt und war von der erreichten Qualität absolut positiv überrascht.

Und so bin ich vorgegangen:

Als erstes habe ich das Bild in 10%-Schritten soweit vergrößert, dass zumindest eine Auflösung von 200 dpi erreicht wurde. Als Algorithmus wählte ich bikubisch, da dadurch Zwischenwerte interpoliert werden. Das Vergrößern in 10%-Schritten ist qualitativ besser, als das Vergrößern in einem Schritt. Durch das Vergrößern sind auch die JPEG-Interfakte verschwunden, so dass ich sie nicht separat mit einem zusätzlichen Filter eliminieren musste.

Da das Ergebnis jetzt etwas flau aussah, habe ich mit dem Filter "Unscharf maskieren" nachgeschärft. Als Radius habe ich 3,0 gewählt.

Mit den folgenden Bildern möchte ich Ihnen die Vorgehensweise grafisch erläutern. Das erste Bild stellt das optimale Ergebnis dar, wenn die Pixelgröße von vornherein ausreichend gewesen wäre. Das zweite Bild basiert auf einem nicht ausreichend großen Ausgangsbild, das nicht interpoliert wurde. Das dritte Bild zeigt die gleiche Vergrößerung (in einem Schritt), jetzt aber interpoliert. Das vierte Bild zeigt wiederum die gleiche Vergrößerung, jetzt aber durch einzelne 10%-Schritte erreicht und das fünfte Bild zeigt das nachgeschärfte vierte Bild.

 

        

 

Natürlich erhalten Sie durch diese Vorgehensweise nicht ein Bild, das zu 100% perfekt ist, aber das Ergebnis ist wesentlich besser, als ein einfaches Hochzoomen wie beim zweiten Bild dargestellt.

Ich habe bei diesem Beispiel zudem mit einer extremen Vergrößerung von 400% gearbeitet. Bei weniger starken Vergrößerungen ist das Ergebnis dann natürlich entsprechend besser.

 

 

Verwackeln

 

Verwackelungen bei nicht bewegten Objekten entstehen i.d.R. durch zu lange Belichtungszeiten. Mit welchen Zeiten kann man aber noch verwacklungsfrei aufnehmen? Früher war alles so einfach: Man nahm als Faustformel einfach den Kehrwert der Brennweite, z.B. Brennweite = 100 mm und daraus folgend war dann die max. Belichtungszeit = 1/100 s.

Heute ist es etwas komplizierter geworden, da evtl. noch ein Crop-Faktor und ein Bildstabilisator (Wackeldackel) dazugekommen sind. Der Crop-Faktor ist allein abhängig von der Sensorgröße und hat mit dem verwendeten Objektiv nichts zu tun. Der Zugewinn des Wackeldackels wird in Blenden angegeben. Oft ist man auch gewohnt, dass die Kamera alles automatisch macht. Es gibt z.B. die ISO-Automatik, die bei zu langen Belichtungszeiten einfach die Empfindlichkeit hochsetzt, so dass Verwackelungen vermieden werden. Mir ist aber noch keine Kamera untergekommen, die das wirklich perfekt kann. Für meinen Geschmack wird viel zu früh die Empfindlichkeit hochgesetzt, was zu einem erhöhten Bildrauschen führt.

Was ist nun ein Wackeldackel? Ein Wackeldackel ist eine mechanische Konstruktion, die durch eine gegenläufige Bewegung das Verwackeln vermindert. Sie kann im Gehäuse eingebaut sein oder im Objektiv. Der Vorteil beim Einbau im Gehäuse ist, dass damit sämtliche Objektive stabilisiert werden, der Vorteil beim Einbau im Objektiv ist das stabilisierte Sucherbild. Was letztendlich besser ist, kann ich hier nicht beantworteten. Darüber streiten sich schon einige Internet-Communitys. Es gibt auch einen digitalen Bildstabilisator. Meines Erachtens ist dies aber nur ein Werbetrick, dann das Wackeln wird damit nicht ausgeglichen, sondern es wird lediglich die Empfindlichkeit im Bedarfsfall hochgesetzt, was wiederum zu einem erhöhten Bildrauschen führt.

Und wie kann man das Ganze jetzt berechnen? Ganz einfach: Max. Belichtungszeit = Kehrwert (Brennweite x Cropfaktor) / 2 hoch gewonnene Blenden durch Wackeldackel.

Ein Beispiel:

Brennweite:            200 mm
Crop-Faktor:           1,5
Wackeldackel:       + 3 Blenden

200 * 1,5 = 300, der Kehrwert = 1/300
2 hoch 3 = 8
1/300 / 8 = 1/37,5

Sie können also mit ca. 1/40 s noch verwacklungsfrei aufnehmen. Dieser Wert ist natürlich nur ein Richtwert. Manche haben das absolut ruhige Händchen und schaffen vielleicht sogar 1/20 s und andere dagegen verwackeln schon bei 1/60 s.

Noch zwei Tipps:

Haben Sie eine Kamera mit eingebautem Wackeldackel und Ihr Objektiv hat ebenfalls einen Wackeldackel, so ist immer eine Bildstabilisierung zu deaktivieren. am besten natürlich die schlechtere. Beide zusammen addieren sich nämlich nicht, sondern heben sich gegenseitig auf und führen im schlimmsten Fall sogar zu einer Verschlechterung gegenüber einer unstabilisierten Aufnahme.

Benutzen Sie ein Stativ, dann schalten Sie bitte den Wackeldackel ebenfalls aus. Eine Stabilisierung ist so konstruiert, dass sie auf die Verwackelungen reagiert, die die menschliche Hand beim Halten produziert. Evtl. Erschütterungen über das Stativ kann sie aber nicht ausgleichen. Wie auch oben beschrieben, kann es beim eingeschalteten Wackeldackel hier ebenfalls zu einer Verschlechterung kommen.

Anbei nun ein kleines Progrämmchen, das Ihnen beim Ausrechnen der max. Belichtungszeit hilft:

 

Verwacklungsrechner

 Brennweite in mm:

 Crop-Faktor:

 Bildstabilisierung in Blenden:

 Max. Zeit um verwacklungsfrei zu fotografieren:

 

Bei Kompaktkameras wird oft der Crop-Faktor nicht angegeben. Da aber meistens die kleinbildrelevante Brennweite angegeben wird, können Sie ihn leicht ermitteln. Er ist einfach der Quotient aus der tatsächlichen Brennweite (steht meist auf dem Objektiv) und der kleinbildrelevanten Brennweite.

 

 

Warum nicht jedes Vollformatobjektiv an Crop-Kameras passt

 

Eigentlich müsste ein Objektiv, das für das Vollformat gerechnet ist, an einer Crop-Kamera nur Vorteile bringen. I.d.R. tut es das auch, speziell im Bereich der Vignettierungen. An was aber nicht jeder denkt, ist dass jedes Objektiv eine bestimmte Auflösungsgrenze hat. Ist z.B. ein Vollformatobjektiv für eine Auflösung von 21 MP gerechnet, so ist es ein Trugschluss so glauben, dass dieses Objektiv an einer Crop-Kamera mit "nur" 16 MP genau so scharf ist. Warum? Im Vollformatbetrieb wird der ganze Bereich des Objektivs ausgenutzt, beim Crop-Betrieb nur der halbe. Also muss das Objektiv hochgerechnet jetzt 32 MP auflösen können. Und wenn es das nicht kann, wirkt das Bild verwaschen.

Daher bitte vor dem Kauf eines Vollformatobjektives genau darauf achten, welche Auflösung mit dem Objektiv möglich ist, besonders wenn es für den Einsatz an einer hochauflösenden Crop-Kamera vorgesehen ist.

 

 

Weißabgleich bei Mischlicht

 

Ich hatte neulich eine sehr undankbare Aufgabe, denn ich musste mehrere Fotos bei Mischlicht machen. Das Licht setzte sich zusammen aus Tageslicht (durch einzelne Fenster), Deckenlicht (Leuchtstoffröhren) und meinem Blitz als Aufheller. Da jedes Foto an einem anderen Platz gemacht wurde, sah es auch jedesmal im Farbton entsprechend anders aus und somit musste ich bei jedem Foto so lange herumexperimentieren, bis die Farben halbwegs passten. Warum war das Ganze so schwierig? Mir fehlte einfach ein Bezugspunkt. Stimmte ich z.B. den Farbabgleich auf eine weiße Wand im Hintergrund ab, so stimmte dies meistens nicht, da die aufzunehmenden Personen durch die unterschiedlichen Lichtquellen völlig anders ausgeleuchtet wurden.

Man kann es sich auch schwer machen, denn die Lösung ist so einfach: Man muss nur ein weißes Blatt Papier sehr nah am Objekt platzieren und dann darauf abstimmen.

Bei den folgenden Bildern habe ich also ein kleines weißes Blatt Papier an den Aufnahmerand des Bildes gelegt. Natürlich stört bei der fertigen Aufnahme so ein Stück Papier, aber man kann es evtl. wegklonen oder einfach abschneiden. Die Aufnahme erfolgte mit einer farbigen Glühbirne. Das ist jetzt zwar kein Mischlicht, aber als Beispiel genau so gut geeignet, da das Motiv keine weiße Fläche als Bezugspunkt enthielt.

 

      

 

Als erstes sehen Sie eine Aufnahem mit einem deutlichen Farbstich. Links unten befindet sich das Referenzpapier, das eigentlich weiß sein sollte. Beim zweiten Bild erfolgte nun der Weißabgleich genau auf dieses Stück Papier. Da der Untergrund des Bildes sehr gleichmäßig war, konnte ich das Blatt einfach wegklonen. Dies zeigt das dritte Bild. Eine andere Möglichkeit ist das Beschneiden, wie es z.B. das vierte Bild zeigt.

 

 

Weniger ist manchmal mehr

 

Ich musste feststellen, dass viele Leute viel zu viele Bilder machen, gerade so, als wäre es ein Sport, die meisten Bilder zu schießen. Warum finde ich das falsch? Ganz einfach, weil man sich bei der Aufnahme keine Gedanken mehr macht, denn die Nachbearbeitung wird's schon richten. Aber genau diese Annahme ist sehr häufig falsch, denn man kann zwar vieles nachträglich korrigieren, aber nicht alles. Etwas Abgeschnittenes anfügen, einen Schatten beseitigen oder eine grobe Fehlbelichtung lassen sich z.B. überhaupt nicht mehr oder nur noch mit erheblichem Aufwand retuschieren.

Früher, zu Analogzeiten, dachte man noch genau über jedes Foto vor dem Abdrücken nach, dann jedes einzelne Bild kostete Geld. Man achtete auf jede Kleinigkeit und erreichte so, auch ohne Nachbearbeitung, respektable Ergebnisse. Daher mein Tipp: Nicht einfach nur abdrücken, sondern vorher genau überlegen, wie das fertige Bild überhaupt aussehen soll und dementsprechend die Einstellungen und den Standpunkt wählen. Sie werden so über kurz oder lang die besseren Ergebnisse erzielen.

Weitere Vorteile dieser Vorgehensweise sind

  • Sie lernen perfekt Ihre Kamera zu bedienen.
  • Ihre Speicherkarte wird nicht so schnell voll.
  • Sie müssen sich zuhause nicht durch endlos viele schlechte Bilder quälen.
  • Die Zeit für die Nachbearbeitung wird geringer.

Im Nachtrag möchte ich noch sagen, was meiner Meinung nach zu viele Bilder sind und zwar im Vergleich zu früher. Wenn ich damals einen Spaziergang machte, wurde der Film oft nicht einmal halbvoll. Also machte ich nicht einmal 18 Bilder. Und wenn heute in der gleichen Zeit jemand 100 - 200 Bilder schießt, ist das einfach zu viel. Und Hand aufs Herz: Wie viel von den 100 -200 Bildern taugen etwas und wie viel sind Müll?

 

 

Wolken einfügen

 

Oft steht man vor dem Problem, dass man zwar ein schönes Motiv hat, aber einen absolut unpassenden Himmel dazu. An dem folgenden Beispiel möchte ich zeigen, wie man dieses Malheur nachträglich beheben kann. Das Bild stellt eine Aufnahme von Mohrle dar und ist von mir nachträglich bearbeitet worden.

  • 1. Das Ausgangsbild

Eigentlich kein schlechtes Motiv, doch stört hier der weiße Himmel gewaltig. Was ist also zu tun? Auf eine bessere Wetterlage warten oder nachträglich bearbeiten?

  • 2. Ein Wolkenbild

Ich entschied mich für die Bearbeitung und nahm zuerst ein vorhandenes Wolkenbild, das ich exakt auf die gleichen Abmessungen zurechtschnitt. Sämtliche Farbanpassungen des Himmels habe ich bereits jetzt vorgenommen. In diesem Fall habe ich das Blau etwas intensiviert.

  • 3. Das berechnete Bild

Nachdem beide Bilder gleich groß waren, habe ich über den Menüpunkt "Berechnung" meines Programms ein neues Bild erzeugt. Als Funktion habe ich "Dunkelstes" ausgewählt. Alle weiteren Einstellungen entsprachen dem Standard.

  • 4. Das Ergebnis

Jetzt musste ich nur noch die Wolkeneffekte an dem Haus entfernen. Dazu habe ich das Originalbild als neue Ebene an zweiter Stelle eingefügt und mit dem Radiergummi das Haus großzügig freiradiert. Das Ergebnis kann sich m.E. absolut sehen lassen und ist auf jeden Fall besser, als ein Ausschneiden mit dem Zauberstab, da die Bäume dann am Himmel einen weißen Saum aufweisen würden und evtl. noch zusätzlich ausfransen würden.

 

Diese Methode funktioniert am besten, wenn die Objekte am Übergang zum Himmel relativ dunkel sind. Hellere Bereiche, die deutlich abgegrenzt sind, stören nicht und können leicht radiert werden, ohne dass man auf eine pixelgenaue Bearbeitung achten muss.

 

 

Zoomobjektiv oder Festbrennweite

 

Diese Frage hat sich mir bereits mehrmals gestellt und ich stand jedes Mal vor der Aufgabe die richtige Entscheidung zu treffen. Aber leider gibt es auch hier keine eierlegende Wollmichsau, sondern jede Gattung hat ihre Vor- und Nachteile.

  • Die Vorteile eines Zoomobjektivs
  •  

    • Es deckt einen weiten Brennweitenbereich ab, Superzooms teilweise bis zum Faktor 10 und mehr
    • Man muss nicht so oft das Objektiv wechseln
  • Die Nachteile eines Zoomobjektivs
  •  

    • Oft optisch nicht so gut wie eine Festbrennweite
    • I.d.R. sehr groß und schwer, besonders die Profimodelle
    • Nicht sehr lichtstark
  • Die Vorteile einer Festbrennweite
  •  

    • I.d.R. relativ klein und leicht
    • Sehr gute Abbildungsleistung
    • Häufig sehr hohe Lichtstärke
  • Die Nachteile einer Festbrennweite
  •  

    • Häufiger Objektivwechsel notwendig
    • Zoommöglichkeit nur durch Veränderung des Abstandes möglich
    • Bei mehreren Festbrennweiten benötigt man oft die gleichen Zusatzfilter mehrmals

Wie man sieht, sind einige Gegensätzlichkeiten vorhanden. Meiner Meinung nach ist ein (preiswertes) Zoomobjektiv ideal für das schnelle Bild und für Einsteiger, die (noch) keinen Wert auf das absolut beste Ergebnis legen. Ein Profi dagegen wird sich häufig für Festbrennweiten entscheiden, da er damit u.U. noch ein Quäntchen mehr an Qualität herausholen kann. Um einen zeitintensiven Objektivwechsel zu vermeiden, haben viele Profis oft auch gleich mehrere Gehäuse im Zugriff, die mit unterschiedlichen Festbrennweiten bestückt sind. Aber auch die Elitezooms der einzelnen Hersteller sind für Profis interessant. Diese können allerdings schon einmal 3 kg und mehr wiegen. Und genau das war der Grund, warum ich mich gegen solche Objektive entschieden habe, denn was nützt mir das beste Objektiv, wenn es zuhause in der Schublade liegt?

 

 

Überschärfen

 

Ich nenne diesen Tipp bewusst Überschärfen und nicht Schärfen. Wie man schärft wissen die meisten. Dafür gibt es in den diversen Bildbearbeitungsprogrammen die verschiedensten Filter. Dabei wir aber häufig der Fehler gemacht, dass man zuviel schärft. Das Internet ist voll davon. Auch ich habe diesen Fehler schon oft gemacht. Man konzentriert sich auf das Hauptmotiv und denkt: Ein bisschen mehr kann nicht schaden." Mit viel Glück gewinnt das Hauptmotiv an Schärfe und Natürlichkeit, aber oft wirkt das Umfeld dann völlig unnatürlich. Wie kann man das vermeiden? Ich schärfe daher aktuell teilweise nur noch selektiv. Dazu schneide ich das zu schärfende Objekt aus und bearbeite dieses in einem neuen Fenster. Wenn ich mit dem Ergebnis zufrieden bin, füge ich es wieder ein. Die Übergänge bearbeite ich mit einem Weichzeichnungspinsel. Ich habe aber auch schon ein ganzes Bild geschärft und anschließend mit dem Weichzeichnungspinsel die überschärften Teile wieder weichgezeichnet. Das empfehle ich aber absolut nicht, denn erst Scharfzeichnen und dann Weichzeichnen kann nur Qualität kosten.

 

  

 

Das erste Bild ist komplett geschärft und zwar viel zu viel. Das sieht nicht gut aus. Das Bild wirkt grobkörnig und in der Vergrößerung meint man, dass es total verrauscht ist. Beim zweiten Bild habe ich nur die Seerose geschärft und die Übergänge angepasst. Die Seerose habe ich zwar für diese Demo auch viel zu stark geschärft, aber man sieht sehr schön, dass das ganze Bild nicht überschärft ist und wesentlich harmonischer wirkt als das erste.

 

 

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